Stand: 04.02.2015 15:25 Uhr  - Nordmagazin  | Archiv

Runde Tische: Erste Schritte in die Demokratie

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Dass geheime Absprachen in Hinterzimmern getroffen werden, konnte auch der Bürgerrechtler Christoph Kleemann nicht unterbinden.

Auf Augenhöhe mit Vertretern der Oppositionsbewegung am sogenannten runden Tisch diskutieren - damit mussten sich viele alte SED-Herrscher Ende 1989 abfinden. Christoph Kleemann war einer dieser Bürgerrechtler, er wagte zusammen mit anderen Rostockern die ersten Schritte in die Demokratie. Kleemann war Sprecher des Neuen Forums und vertrat die junge Oppositionsgruppe am runden Tisch der Stadt Rostock. Vom zentralen runden Tisch in Berlin bis in die kleinste Kreisstadt - überall wurde diskutiert und beschlossen. Doch diese demokratische Beratungsform blieb letztlich nur ein Modell des Übergangs zur parlamentarischen Demokratie in Ostdeutschland.

Aus Gegnern werden Gesprächspartner

Im Herbst 1989 wurde der Spielraum der SED-Machthaber immer kleiner. Mit den Demonstrationen bildeten sich immer mehr Gruppen und teilweise sogar Parteien, die der Bürgerbewegung Organisation und Struktur gaben. Doch keine davon vermochte das Machtvakuum zu füllen. Stattdessen machten im November 1989 die alten Führungskader Platz für eine neue Regierung unter dem SED-Mann Hans Modrow. Er wollte mit einer Allparteienregierung den Übergang bis zu den ersten freien Wahlen gestalten und bot den verschiedenen Gruppierungen einen friedlichen und konstruktiven Dialog an.

Diskussionsform ein Export aus Polen

Die offene Auseinandersetzung mit den Zielen der Protestbewegung sollte an einem runden Tisch stattfinden. Vorbild war Polen, wo im Frühjahr 1989 Vertreter der Regierungspartei, der Opposition und der katholischen Kirche an einem Tisch zusammenkamen. Der erste Zentrale runde Tisch der DDR trat am 7. Dezember 1989 in Berlin zusammen, mit Vertretern von zunächst 15 Parteien und Gruppen.

Dieses Thema im Programm:

Nordmagazin | 02.02.2015 | 19:30 Uhr

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