Stand: 29.04.2022 17:14 Uhr

Wo geht's hin, Besen? - Magische Orte im Norden

Reisigbesen © Picture Alliance/ Robert Blombäck
Typische Flughilfe für Hexen: Reisigbesen

Bei Führungen durch das Hexenverlies in Penzlin oder in der Ausstellung zum Bucksturm in Osnabrück - das ganze Jahr über kann man der Flugbahn des Hexenbesens durch Norddeutschland folgen und Wissenswertes, Erstaunliches und Unterhaltsames über die weisen Frauen sowie ihre Geschichte erfahren.

Der Bucksturm in Osnabrück - Ausstellung zur Hexenverfolgung

Im Osnabrücker Bucksturm, der im 16. und 17. Jahrhundert als Folterkammer diente, erklärt eine Ausstellung die ideologischen Hintergründe und das Verfahren der Hexenverfolgung. Eine zweistündige Stadtführung entlang der historischen Stätten beschäftigt sich mit der Frage, warum fast ausschließlich Frauen im 16. und 17. Jahrhundert Opfer von Denunziation, Folter und Hinrichtung wurden.

Harzer Hexenstieg - Ein Fernwanderweg der Superlative!

Harzer-Hexen-Stieg: Wanderer © dpa - Report Foto: Jens Wolf
Gar nicht so leicht zu erklimmen: der Harzer-Hexen-Stieg.

Mit einer Gesamtlänge von 104 Kilometern bietet der Harzer Hexenstieg Wanderern die Möglichkeit, das Mittelgebirge in fünf Etappen von West nach Ost zu überqueren.

Die abwechslungsreiche Route verläuft von Osterode über Buntenbock und St. Andreasberg weiter nach Schierke und Hasselfelde bis zum Zielort Thale. Höhepunkt ist die Erwanderung des berühmten Brockens auf einer Höhe von 1.140 Metern.

Übrigens fanden die der Walpurgisnacht zugeschriebenen Ereignisse vermutlich weder auf dem Brocken noch auf dem Hexentanzplatz bei Thale statt, sondern auf dem Gipfel des Wurmberges. Dort findet man noch heute Reste einer Jahrtausende alten Kultstätte.

Region
Blick auf den Brocken-Gipfel im Harz. © Colourbox Foto: -

Der Brocken: Sagenumwobener Berg im Harz

Mit 1.141 Metern ist er die höchste Erhebung im Harz. Zahlreiche Mythen ranken sich um den Gipfel, der viele Wanderer anlockt. mehr

Alte Burg Penzlin - Museum für Alltagsmagie und Hexenverfolgung

Burg Penzlin in Mecklenburg-Vorpommern. Bekannt ist das historische Gemäuer vor allem durch seine tiefen, im Originalzustand erhaltenen Hexenverließe und Folterinstrumente. Ein Museum für Alltagsmagie und Hexenverfolgung dokumentiert dieses dunkle mittelalterliche Kapitel.  Foto: Bernd Wüstneck
In der Burg Penzlin in Mecklenburg-Vorpommern ist heute das Museum für Alltagsmagie und Hexenverfolgung

Mecklenburg gehörte zu den Kerngebieten der europäischen Hexenverfolgung. Fast 4.000 Hexenprozesse gegen etwa 3.650 Frauen, Männer und Kinder lassen sich bis heute nachweisen.

Ein Zeugnis frühneuzeitlicher Hexenverfolgung in Norddeutschland ist die Alte Burg Penzlin mit ihren baulich bemerkenswerte und noch im Originalzustand erhalten gebliebenen Hexenverließen und Folterinstrumenten.

Museum Alte Burg Penzlin

Warener Chaussee 55a
17217 Penzlin
Tel. (03962) 21 04 94

Sommeröffnungszeiten:
(vom 1. Mai - 31. Oktober)         
Mo: Ruhetag
Di - Fr: 9.00 - 17.00 Uhr
Sa, So und Feiertag: 10.00 - 17.00 Uhr

Winteröffnungszeiten:
(vom 1. November - 30. April)          
Mo, Do, Fr: Ruhetag
Di, Mi: 10.00 - 13.00 Uhr
Sa, So und Feiertag: 13.00 - 16.00 Uhr

Die eigentlichen Hexenverließe befinden sich im Ostflügel der Burg, sieben Meter unter der Burghoffläche. Um sie zu erreichen, muss ein Keller durchquert werden. In ihm sind die Folterinstrumente aus der Zeit der Hexenverfolgung ausgestellt.

Das Museum für Alltagsmagie und Hexenverfolgung beherbergt neben den Verließen auch einen Kräutergarten. Als ständige Ausstellungen sind zu sehen: Magie um Brunnen und Herd, Historischer Kräutergarten, Hexenverfolgungen in Mecklenburg, Hexen im Spiegel der Kunst (16. - 19. Jahrhundert) sowie Ernst Barlach und das Hexenwesen.

Völkerkundemuseum Hamburg: Zentrum heidnischer Spiritualität

Maske von den Tabar-Inseln, Ostküste Neuirlands, 1. Hälfte des 20. Jahrhundert. Sammler: Franz Emil Hellwig © Museum für Völkerkunde Hamburg
Zaubermaske von den Tabar-Inseln, Ostküste Neuirlands.

1978 vermachte der Volksschullehrer Johann Kruse (1889-1983) dem Museum MARKK - Museum am Rothenbaum sein "Archiv zur Bekämpfung des neuzeitlichen Hexenwahns ". Er hatte sich fast sein ganzes Leben lang mit dem Thema Hexen beschäftigt und alles gesammelt, was er dazu erhalten konnte.

In das Hexenarchiv wurde auch die über 1.500 Objekte umfassende Amulett-Sammlung des Hamburger Augenarztes Dr. Siegfried Seligmann (1870-1926) integriert, die sich seit 1927 im Museum befindet und zu den großen Schätzen des Hauses gehört. Seligmann hatte jahrzehntelang Informationen und Objekte zum Thema Amulett und Talisman, zu magischen Heil-, Schutz- und Zaubermitteln zusammengetragen.

 

Museum für Völkerkunde Hamburg

Das Hexenarchiv ist bis auf Weiteres nicht zugänglich. Der Buchbestand des Archivs ist weitgehend in die Bibliothek überführt worden und kann dort zu den regulären Öffnungszeiten eingesehen werden. Führungen und Museumsgespräche zu Hexenthemen werden vom Museumsdienst Hamburg angeboten.

 

Dossier
Als Hexen kostümierte Frauen posieren bei der Walpurgisfeier im Kurpark in Braunlage im Harz (Niedersachsen). Im Harz wird jedes Jahr die traditionelle Walpurgisnacht gefeiert. © dpa-Bildfunk Foto: Sven Pförtner

Walpurgisnacht in Norddeutschland: Die Hexen fliegen wieder

Am 30. April feiern Tausende Menschen die Walpurgisnacht rund um den Brocken Walpurgisnacht. Nach der Corona-Pause finden viele Feste und Partys in diesem Jahr wieder statt. mehr

Vier Frauen haben sich zur Walpurgisnacht als Hexen verkleidet. © dpa-Bildfunk Foto: Matthias Bein

Wo Hexen Walpurgisnacht feiern

Jedes Jahr wird der Frühling mit Walpurgisfesten und Feuerwerk begrüßt. Vor allem im Harz feiern mehr als 40 Orte rund um den Brocken in den Mai. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | 30.04.2022 | 15:00 Uhr

Mehr Geschichte

Eine Frau zündet in einer Stube der Stiftung Rauhes Haus in Hamburg die ersten Kerzen eines Adventskranzes mit 24 Kerzen an. © dpa Foto: Daniel Reinhardt

Warum ein Theologe den ersten Adventskranz bastelte

Der Hamburger Johann Hinrich Wichern soll 1839 erstmals einen großen Kranz zum Advent gestaltet haben - zunächst mit 23 Kerzen. mehr

Norddeutsche Geschichte