Stand: 26.03.2019 17:00 Uhr

Ukraine: Ein Präsidenten-Schauspieler als Präsident?

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Der Schaupieler und Komiker Wolodimir Selenskij kandidiert für das Amt des Präsidenten der Ukraine - kein Scherz.

Sie wissen, wie man mit Medien umgeht und sind vielen Menschen bekannt: TV-Größen haben zwei wichtige Vorteile, wenn sie sich um politische Ämter bewerben. Einige schaffen es gar bis ins höchste Amt, siehe Ronald Reagan und Donald Trump. In der Ukraine strebt nun ebenfalls eine TV-Größe ins Präsidentenamt: Schauspieler und Komiker Wolodimir Selenskij. Das Besondere an ihm: In der erfolgreichen TV-Serie "Sluga naroda" ("Diener des Volkes") spielt Selenskij bereits den ukrainischen Präsidenten, der zur Arbeit radelt, der nicht korrupt ist. Ein Traum-Präsident. Genau diese Figur könnte jetzt zum Albtraum der anderen Kandidaten wie Petro Poroschenko und Julia Tomoschenko werden.

Der Schaupieler und Komiker Wolodimir Selenskij kandidiert für das Amt des Präsidenten der Ukraine - kein Scherz. Der 41-Jährige hat kurze dunkle Haare und trägt während des Interviews in einem TV-Studio ein Hemd. © NDR Foto: Screenshot

Selenskij: Vom TV-Präsidenten zum Staatspräsidenten?

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In der TV-Serie "Sluga naroda" ("Diener des Volkes") spielt Schauspieler und Komiker Wolodimir Selenskij einen ukrainischen Präsidenten - jetzt tritt er bei der echten Wahl an.

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Grenze zwischen Kunstfigur und Kandidat verschwimmt

"Ich verspreche ihnen, liebe Ukrainer, dass ich als Präsident kandidiere. Und erkläre hiermit offiziell: Ich trete an", verkündete er an Silvester. Viele dachten zuerst an einen Scherz - es war keiner. Seitdem tourt er mit seiner Truppe durchs Land, bespielt die sozialen Medien, macht sich über die anderen Politiker lustig. Aleksej Smolka, der in der Serie den Oppositionschef spielt, hält Selenskij für geeignet: "Wir spielen hier doch seit Jahren im politischen Umfeld, wir hatten Politologen als Berater hier, wir kennen uns alle besser aus als jeder Abgeordnete, der neu ins Parlament kommt." Es gibt jedoch auch Kritiker, die ein fehlendes politisches Programm bemängeln, sich an den teils platten und sexistischen Witzen stören. Bei den Fans hingegen verschwimmt die Grenze zwischen Kunstfigur und Kandidat: "Wir hoffen, dass er als Präsident so ist wie in der Rolle. Mit dem gleichen Verhältnis zum Volk." Das hoffen offenbar viele, in den Umfragen liegt er vorn.

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ZAPP | 26.03.2019 | 23:20 Uhr