Stand: 15.01.2020 14:31 Uhr

Feuer & Flamme: Neue Staffel "RTL-Dschungelcamp"

von Nils Altland & Barbara Bessler

Australien brennt - und "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" sendet. Ist das okay? Darf man eine Unterhaltungssendung dort produzieren, wo nebenan Tiere und Menschen unter den extremen Folgen des Klimawandels leiden? Zumindest nicht, wenn es nach Karl Lauterbach ginge. Der SPD-Gesundheitsexperte meldete sich vergangene Woche in der "Bild"-Zeitung zu Wort: Ihn erinnere die RTL-Show an den "Tanz auf dem Vulkan". "Bild" titelte: "Dschungelcamp sofort absagen!" und griff damit eine Stimmung auf, die sich in den sozialen Medien zusammengebraut hatte.

VIDEO: Feuer & Flamme: Neue Staffel "RTL-Dschungelcamp" (4 Min)

Pietätlos - oder eine Chance?

So viel Aufregung gab es lange nicht mehr um das Format, das in diesem Jahr schon in der 14. Staffel läuft. Und von dem manche meinen, es habe seinen Zenit längst überschritten. Der "taz"-Redakteur Paul Wrusch hält die Kritik an RTL für überzogen. Er sieht in der Show hingegen "eine Chance, sechs Millionen Leute zu erreichen, die sich vielleicht nicht jeden Tag mit Klimawandel und Buschbränden beschäftigen."

"taz"-Redakteur Paul Wrusch © NDR
Über die Show könne RTL Menschen erreichen, die die sich vielleicht nicht jeden Tag mit Klimawandel und Buschbränden beschäftigen würden, meint "taz"-Redakteur Paul Wrusch.

Tatsächlich nutzte RTL die Sendezeit, um die Brände zu thematisieren und sendete im Anschluss an die erste Folge am vergangenen Freitag eine Buschbrand-Sondersendung des "Nachtjournals". In einem Beitrag verteidigte der Sender auch das Dschungelcamp. Darin kamen australische Mitarbeiter der Produktion zu Wort, deren Arbeitsplätze an der Sendung hängen. Auf Bilder von bemitleidenswerten Koalas kam das Fazit aus dem Off: "Wer etwas für die betroffenen Menschen und Tiere tun will, der geht nicht weg, der schaut vor allem nicht weg."

Starke Einschaltquoten

Nicht weg - sondern zuschauen. Wie die 6,01 Millionen Menschen, die in diesem Jahr zum Staffelauftakt wieder das Dschungelcamp einschalteten. Damit schnitt die Show sogar etwas besser ab als im Vorjahr. So wirkt es, als konnte der Sender seinen Kritikern den Wind aus den Segeln nehmen. Und somit echauffiert sich auch die "Bild"-Zeitung in dieser Woche nicht mehr über die vermeintliche Pietätlosigkeit von RTL - sondern über die Peinlichkeiten der Campbewohner.

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