Stand: 30.10.2019 16:33 Uhr

AKK im Umfragetief: Sind die Medien schuld?

von Caroline Schmidt
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Das öffentliche Bild von Annegret Kramp-Karrenbauer ist mies, die Umfragewerte im Keller. Bei der Wahl zur CDU-Vorsitzenden sah das noch ganz anders aus. Was ist passiert?

Nach der Wahlniederlage in Thüringen steht bei der CDU die K-Frage im Raum. Aus Sicht einiger Beobachter reichlich spät. Viele Journalisten äußern schon lange Zweifel, ob die CDU-Parteivorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer tatsächlich für eine Kanzlerkandidatur geeignet ist. "Verspielt AKK ihre Kanzlerschaft?", fragte die "Süddeutsche Zeitung" bereits im Mai. Und das ist nur einer von vielen kritischen Artikeln aus den vergangenen Monaten.

 

AKK im Umfragetief: Sind die Medien schuld?

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Hinweis der Redaktion: Im Film ist es zu zwei Fehlern bei den Zeitangaben gekommen. Die Rede von Annegret Kramp-Karrenbauer zur Wahl als CDU-Vorsitzende fand natürlich am 7.12.2018 statt und nicht 2019, ebenso der dazugehörige TV-Kommentar von Rainald Becker. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

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Haben Medien das Umfragetief herbeigeschrieben?

Und so ist es naheliegend, dass einige inzwischen fragen, ob Medien ihren Niedergang herbeigeschrieben haben. Der FAZ-Innenpolitikchef Jasper von Altenbockum sieht jedenfalls bei den Medien einen Anteil an der Situation heute: "Ich glaube, dass die Medien ein besonderes Interesse daran haben, auf Fehler hinzuweisen und Misserfolge eher mal ausschlachten als Erfolge." Ist AKK, wie viele sie nennen, Opfer einer sensationsgierigen Medienmeute? Sie war doch so strahlend gestartet.

Gelungener Start als CDU-Chefin

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Annegret Kramp-Karrenbauer (AKK) schlug bei der Wahl zur CDU-Vorsitzenden unter anderem Friedrich Merz. Folgt nun die Revanche? Inzwischen attackiert er die CDU-Führung.

Genau vor einem Jahr bewirbt sich die Saarländerin um den Parteivorsitz - und schlägt starke Konkurrenten wie Friedrich Merz und Jens Spahn aus dem Feld. Ein Ruck geht durch die Partei. Aufbruchsstimmung. Journalisten wie ARD-Mann Rainald Becker kommentieren begeistert, dass sie sich an diesem Tage als "Macherin angeboten" habe. Als eine, "die Mut hat". Auch Ralf Neukirch vom "Spiegel" traut ihr jetzt viel zu. Er schreibt, man dürfe "s’Annegret" nicht unterschätzen. Auch wenn sie auf den ersten Blick "blass" und "unstrategisch" wirke.

Kommunikationspannen leiten Stimmungsumschwung ein

Doch schnell wendet sich das Blatt. Auf einmal gibt es Kommunikationspannen. Ein verunglückter Karnevalsscherz, ein missverständlicher Kommentar zum Rezo-Video – und bald kommentieren die Zeitungen, dass AKK eine "Pannenchefin" (SZ) sei, dass "schief geht, was schief gehen kann" (SZ). "Es gibt einen ganz grundsätzlichen Fehler, den sie gemacht hat. Sie hat unterschätzt, was es heißt, in Berlin zu sein, und hat sich da nicht entsprechend gewappnet gegen die Gefahren, die es da gibt", sagt Neukirch. 

Wurden Pannen von den Medien zu stark aufgebauscht?

Den paar Fehlerchen dürfe man doch nicht so viel Bedeutung beimessen, findet dagegen Altenbockum von der FAZ. "Es war eine Wortwahl, die vielleicht nicht sehr glücklich war. Aber ich würde das nicht, also man kann es vielleicht als Panne bezeichnen. Aber dann aus ihr gleich eine schlechte Politikerin zu machen, das halte ich für völlig unangemessen. Das ist eine Übertreibung, die über ihre Kompetenz eigentlich nichts aussagt." Eine Übertreibung?

Wortwahl ist wichtig in einer Mediengesellschaft

Wie wichtig die richtige Wortwahl, der richtige Zeitpunkt und die richtige kommunikative Vorbereitung sind, merken Politiker, wenn alles schief geht. Ihr Vorschlag zur Schutzzone in Syrien löste in der vergangenen Woche ein internationales Beben aus. Am Rande der Pressekonferenz haben wir sie gefragt, wie sie sich von den Medien behandelt fühlt. Sie eilte wortlos an uns vorbei. Nach der Thüringen-Wahl ist sie mitsamt ihrer Partei in einer großen Krise - die die Medien jedoch nicht verursacht haben.


01.11.2019 13:00 Uhr

Hinweis der Redaktion: Im Film ist es zu zwei Fehlern bei den Zeitangaben gekommen. Die Rede von Annegret Kramp-Karrenbauer zur Wahl als CDU-Vorsitzende fand natürlich am 7.12.2018 statt und nicht 2019, ebenso der dazugehörige TV-Kommentar von Rainald Becker. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

 

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Dieses Thema im Programm:

ZAPP | 30.10.2019 | 23:20 Uhr