Wie geht das?

Teppiche - Handeln, knüpfen, sauber machen

Mittwoch, 14. August 2019, 18:15 bis 18:45 Uhr
Freitag, 16. August 2019, 11:30 bis 12:00 Uhr

Ein Stapel Teppiche

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Diese Folge aus der Reihe "Wie geht das?" taucht ein in die norddeutsche Welt der Teppiche. Ob Perser-, Orientteppich oder Meterware: Die Reportage blickt hinter die Kulissen der norddeutschen Teppichproduktion und -reinigung, gibt viele Alltagstipps und zeigt, woran man einen guten Teppich erkennt.

Teppichreinigung mit Spezialmaschinen

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In Norddeutschlands größter Teppichreinigung fahren die Mitarbeiter mit einer Shampoonier-Maschine über die Teppiche.

Auf einen Rotweinklecks im Teppich sollte man etwas Weißwein kippen, Flecken niemals mit Salz behandeln und am besten erst gar nicht eintrocknen lassen. Das ist der Rat von Claus Siemsen, Mitarbeiter in Norddeutschlands größter Teppichreinigungsfirma. Wenn der Profi eine kleine Faser mit dem Feuerzeug anzündet, erkennt er anhand des Brandgeruchs sogar Material und Qualität. Regelmäßig werden in der Reinigung in Hannover Teppiche aus Hamburg und Schleswig-Holstein abgegeben, denn ohne Spezialmaschinen ist der Küstensand kaum herauszubekommen.

Fast jeder Niedersachse hat einen Teppich zu Hause liegen. Einige davon kommen aus Hameln. Dort werden im größten Teppichwerk Deutschlands jedes Jahr so viele Teppiche produziert, dass damit der Weg von Flensburg bis Göttingen ausgelegt werden könnte.

Zehntausende Euro für einen Perserteppich

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Acht Stunden lang fädelt die Mitarbeiterin über 2.000 Fäden per Hand in die Teppich-Maschine ein.

Auch "Niedersachsens schnellster Teppich", der ICE-Teppich, wird in Hameln gefertigt. Er ist besonders brandsicher und mit Klettverschluss. In der Fabrik selber "fliegen" Teppiche sogar per Luftdruck und können mit nur einer Hand gedreht werden. Gutachter bestimmen unter anderem den Wert alter Perserteppiche, die schon mal Zehntausende Euro kosten. Mit Fadenzähler und Speziallupe erkennen die Experten Herkunft und Qualität.

Teppichbesitzer, Gerichte und Polizei vertrauen den Sachverständigen, wenn es um Erbschaften, Betrugsfälle oder Reparaturen bei Teppichen geht. Denn gerade bei der Restaurierung von Teppichen werden Kunden oft mit Wucherpreisen abgezockt.

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In der Hamburger Speicherstadt knüpfen Experten aus Afghanistan und dem Iran Teppiche noch wie vor Hunderten Jahren.

Die Speicherstadt Hamburg ist der größte Teppichumschlagplatz der Welt. Im Teppichgeschäft der Familie Wahdat suchen Händler aus ganz Europa die perfekten Teppiche. Stilecht wird iranischer Tee dazu gereicht. Teppichrestauratoren machen aus alten Fußabtretern wieder wertvolle Stücke. Flecken werden mit Joghurt eingepinselt, die Enzyme binden Schmutz. An manchen Löchern sitzt der Knüpfer bis zu vier Monate.

Leitung der Sendung
Thorsten Hapke
Redaktionsleiter/in
Susanne Wachhaus
Redaktion
Thomas Fischer
Produktionsleiter/in
Frederik Keunecke
Autor/in
Masiar Haschemizadeh
Malte von der Brelie