Wie geht das? Jeder kann Leben retten

Mittwoch, 08. Januar 2020, 18:15 bis 18:45 Uhr
Freitag, 10. Januar 2020, 11:30 bis 12:00 Uhr

Es kann jedem überall und zu jeder Zeit passieren: Man gerät als Beteiligter oder als Zeuge in eine Notsituation, in der das eigene Leben oder das anderer Menschen in Gefahr ist. Mit großem Glück sind dann Menschen da, die genau wissen, was zu tun ist. Und damit sind nicht nur Profis wie Ärzte und Rettungssanitäter gemeint. Denn jeder Einzelne kann helfen, auch im schlimmsten Fall.

So früh wie möglich mit Herzdruckmassage beginnen

Spätestens 60 Sekunden nach Alarmierung starten Notarzt Frank Böttcher und sein Team mit dem NEF, dem Notarzt-Einsatzfahrzeug. © NDR/Produktion Clipart
Spätestens 60 Sekunden nach Alarmierung starten Notarzt Frank Böttcher und sein Team mit dem NEF, dem Notarzt-Einsatzfahrzeug.

Pro Jahr gibt es in Deutschland mehr als 65.000 Fälle, in denen Menschen zusammenbrechen, weil ihr Herz plötzlich aufhört zu schlagen. Ein Teil der Betroffenen könnte gerettet werden, würde es mehr sogenannte Laienersthelfer geben. Je früher nämlich mit einer Herzdruckmassage begonnen wird, desto besser sind die Chancen für den Patienten. Pro Minute, in der ein Mensch nicht wiederbelebt werde, sinke die Überlebenswahrscheinlichkeit um zehn Prozent, weiß Notarzt Frank Böttcher aus Reinbek. Der Mediziner erlebt bei seinen Einsätzen häufig, dass Passanten und selbst Angehörige aus reiner Angst, etwas falsch zu machen, nichts tun. "Das ist der größte Fehler überhaupt", sagt Frank Böttcher, der auch in seiner Freizeit Nachhilfe in Sachen Lebensrettung gibt.

Regelmäßig Erste-Hilfe-Kenntnisse auffrischen

Der Leitstellen-Disponent nimmt Notrufe entgegen und alarmiert parallel die zuständigen Rettungskräfte. © NDR/Produktion Clipart
Der Leitstellen-Disponent nimmt Notrufe entgegen und alarmiert parallel die zuständigen Rettungskräfte.

In Schleswig-Holstein beträgt die Hilfsfrist, also die Zeit vom Notruf bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes, zwölf Minuten. Für eine erfolgreiche Reanimation ist es dann oft schon zu spät. Um die über Leben und Tod entscheidende Zeitlücke zu überbrücken, hat das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein am Standort Lübeck mit Partnern die App "Meine Stadt rettet" entwickelt: Hier kann sich jeder registrieren, der in Erster Hilfe fit ist. Geht nun bei der zuständigen Leitstelle ein Notruf wegen eines Herzstillstandes bei einem Menschen ein, werden die Laienhelfer parallel zum Rettungsdienst alarmiert. Sie sind innerhalb kürzester Zeit am Einsatzort und übernehmen dort die ersten Schritte. Wer regelmäßig in Kursen seine Erste-Hilfe-Kenntnisse auffrischt, kann sich als Laienersthelfer registrieren lassen und potenzieller Lebensretter werden.

Diese Reportage begleitet die Rettungsprofis bei ihrer Arbeit und zeigt, mit welchen Maßnahmen auch Laien in Notsituationen effektiv helfen können.

Weitere Informationen
Eine Frau horcht an dem Atem einer Frau, die am Boden liegt. © colourbox Foto: -

Herzstillstand: Erste Hilfe in Corona-Zeiten

Nach einem Herzstillstand kommt es auf jede Minute an. Ersthelfer können mit einer Herzdruckmassage Leben retten. Wie funktioniert die Reanimation in Corona-Zeiten? mehr

Redaktion
Christian Pipke
Produktionsleiter/in
Frederik Keunecke
Autor/in
Verena Künstner
Leitung der Sendung
Norbert Lorentzen

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