Wie geht das? Die Skipper und Camper sind los!

Freitag, 20. Mai 2022, 02:15 bis 03:00 Uhr
Samstag, 25. Juni 2022, 15:30 bis 16:00 Uhr

Der Hamburger Yachthafen Wedel, direkt an der Elbe, ist mit 2.000 Liegeplätzen der größte tideunabhängige Sportboothafen Nordeuropas. Dann im Frühjahr 2020 das Coronavirus, Hamburger durften ihn ab 17. März nicht mehr betreten, denn er liegt in Schleswig-Holstein. Die ersten Jachten konnten zwar noch zu Wasser gelassen werden, das endete aber nach nur einer Woche abrupt durch die strengen Coronaauflagen. Daher fieberten die Mitglieder von 50 Segelvereinen umso mehr dem Saisonbeginn am 4. Mai entgegen.

Mit dem einzigen Kran wurde unter der strengen Aufsicht von Kay Sörensen, Sven Nagel und zwei weiteren Hafenmeistern alle 20 Minuten eine Jacht ins Wasser gehievt. Nebenan an der einzigen Slipanlage fahren private Bootsbesitzer*inner aus ganz Deutschland mit ihrem Bootstrailer vor, um endlich mit ihren Schiffen ins Wasser zu kommen.

Es dauert, bis alle Boote wieder im Wasser sind

Tim und Carmen Barghusen aus Wedel sind die Ersten, die mit ihrer Segeljacht "Capella" nach der Zwangspause aufs Wasser kommen. Wohin geht ihr erster Segeltörn? Bis alle benachbarten Boote am Steg J wieder im Wasser sind, wird es wohl noch einige Wochen dauern. Seglerin Manuela Rohde aus Wedel hat Glück, ihre Zwölfmeter-Rennjacht "Silence" lag schon im Wasser. Aber das Hafenrestaurant Tonne 122, das sie gerade erst übernommen und am 7. März eröffnet hatte, musste schon nach zehn Tagen wieder schließen. Sie verkauft nun Currywurst-Pommes und Kaffee aus einem kleinen Imbisswagen direkt neben dem Bootskran.

Dauercamper dürfen wieder auf ihre Plätze

Campingplatzmitarbeiterin Anne Jessen hinter der neuen Sicherheitsscheibe. © NDR/JOKER PICTURES
Campingplatzmitarbeiterin Anne Jessen hinter der neuen Sicherheitsscheibe.

Auch Adelheid Bauer vom Campingplatz Platen hat den 4. Mai lange herbeigesehnt. Sechs Wochen lang lag ihr Platz im Corona-Tiefschlaf. Jetzt kann sie endlich das "Campingplatz geschlossen"-Schild abnehmen. Über 600 Dauerplätze in direkter Ostseelage am strahlendweißen Sandstrand der Sehlendorfer Bucht warten darauf, dass die Camper*innen endlich wieder in ihre Wohnwagen einziehen können. Und dann plötzlich das Go vom Ministerium, dass die Dauercamper wieder auf ihre Plätze dürfen. Unter der Bedingung, dass sie eine Toilette und Waschgelegenheit in ihrem Campingwagen haben. Denn die Waschhäuser bleiben gesperrt. Das ist Gesetz, und die Camper müssen das schriftlich garantieren, wenn sie ab 4. Mai anreisen.

Ursula Krause ist die Erste. Sie steht schon um Punkt neun Uhr an der Schranke. Die 80-Jährige aus Boostedt hat seit 20 Jahren ihren Platz und regelt alles immer noch selbst. Den Sommer will sie jetzt durchgehend auf dem Campingplatz verbringen, gemeinsam mit ihrem Dackel. Werner und Heide Strotmann sind froh, endlich aus ihrer kleinen Wohnung in Hamburg herauszukommen. Für sie, die sonst ab Ostern auf dem Campingplatz leben, waren die letzten Wochen besonders hart. Werners erste Amtshandlung auf dem Platz ist Rasen mähen. So hoch war das Gras noch nie in den elf Jahren, die sie schon hier sind.

Redaktion
Christian Pipke
Produktionsleiter/in
Frederick Keunecke
Autor/in
Mario Göhring
Ralf Bartels
Leitung der Sendung
Norbert Lorentzen