Weltbilder

Dienstag, 28. Januar 2020, 23:30 bis 00:00 Uhr
Donnerstag, 30. Januar 2020, 01:45 bis 02:15 Uhr

Tschechien/Deutschland: Wintersport im Erzgebirge

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Blick auf Karlsbrücke und Hradschin in Prag © picture-alliance / Helga Lade Fotoagentur GmbH

Quiz: Was wissen Sie über Tschechien?

Sie kennen sich aus mit Themen aus Tschechien? Testen Sie Ihr Wissen in unserem Quiz! Mit etwas Glück gewinnen Sie Souvenirs unserer Korrespondentinnen und Korrespondenten. Quiz

Neben dem Fichtelberg auf deutscher Seite liegt der Keilberg auf tschechischer Seite. Beide sind im Winter Skigebiete, aber auf der deutschen Seite sieht es völlig anders aus, als auf der tschechischen: marode Liftanlagen und lange Warteschlangen. Ein neuer Sessellift wurde bereits vor sieben Jahren beantragt, genehmigt ist er bis heute nicht - wegen Naturschutz-Richtlinien. In Tschechien dagegen gibt es moderne Wintersportanlagen. Schon vier Monate nach Antrag wurden sie gebaut. Wie kann das sein mitten in der EU? ARD-Korrespondent Danko Handrick hat auf beiden Seiten nachgefragt und überraschende Antworten erhalten.
Autor: Danko Handrick

Israel: Geschichte einer Versöhnung

Als die Handwerker aus Sachsen zum ersten Mal vor der Tür stehen, um seine kleine Wohnung zu renovieren, ist Josef Aaron irritiert und erstaunt. Heute sind der 83-jährige Holocaust-Überlebende und die sächsischen Handwerker Freunde geworden. Weil viele Holocaust-Überlebende in Armut leben, reisen jedes Jahr Trockenbauer, Fliesenleger, Maler und Klempner aus Sachsen nach Israel, um Wohnungen zu renovieren. Dafür opfern sie ihren Urlaub und finanzieren die Reise selbst.
Autor: Norbert Lübbers

Russland: Gesichtserkennung in Moskau

Die Stadt Moskau soll sicherer werden: Deshalb werden mehr als 160.000 Überwachungskameras mit Gesichtserkennungssoftware ausgestattet. Russische Firmen sind bei der Entwicklung dieser Technologie weit vorn, ebenso wie chinesische Unternehmen. Viele Russen stört die zunehmende Überwachung nicht. Nur wenige, vor allem politisch aktive Bürger, befürchten eine ausgeweitete Kontrolle: Die Aktivistin Aljona Popowa zieht deshalb gegen die Moskauer Gesichtserkennung vor Gericht.
Autor: Demian von Osten

Indien: Arbeitgeber profitieren von Gebärmutter-Entnahme

Jeden Morgen muss sich Usha Bimkaran zur Arbeit zwingen. Sie ist zwar erst 34 Jahre alt, aber das Zuckerrohrschneiden fällt ihr körperlich schwer. Vor acht Jahren ließ sie sich die Gebärmutter entfernen, um ihre Periode zu stoppen. Denn, wenn Frauen wie Usha ihre Tage haben, bleiben sie zuhause. Sehr zum Ärger ihrer Arbeitgeber: „Die Operation hat 700 Euro gekostet. Soviel Geld hatte ich natürlich nicht. Mein Chef hat mir das Geld vorgestreckt. Ich musste die Summe abarbeiten. Er hat ja auch noch Zinsen dafür verlangt. Jeden Monat drei Prozent. Drei Jahre lang habe ich abgestottert.“ Usha Bimkaran ist nur eine von vielen, die sich auf die gefährliche Operation eingelassen hat. Frauenrechtlerinnen sind alarmiert, erhoffen sich Hilfe von den Behörden. Doch die Zuckerindustrie ist einer der Hauptwirtschaftszweige im indischen Bundesstaat Maharashtra. 250 Millionen Euro Steuern nimmt der Staat jedes Jahr von den Zuckerproduzenten ein. Entsprechend gering ist das Interesse der Behörden, Missstände aufzuklären. Zwar gab es eine Untersuchungskommission, doch die brachte keine Erkenntnisse. Usha Bimkaran leidet unter den Spätfolgen des Eingriffs. Sie hofft, dass wenigstens ihr Sohn seine zukünftige Frau einmal davon abhalten wird, die Gebärmutter herausnehmen zu lassen. Sie jedenfalls würde es nie wieder tun, sagt sie.
Autor: Peter Gerhardt

Libyen: UN-Auffanglager für Flüchtlinge in desolatem Zustand

Das von der EU mitfinanzierte Auffanglager für Flüchtlinge in der libyschen Hauptstadt Tripolis ist in desolatem Zustand. Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) betreibt die Unterkunft und gibt zu, die Lage sei außer Kontrolle geraten. "Wir sind nicht länger in der Lage, minimale Sicherheitsstandards für die Flüchtlinge zu garantieren", bestätigt der UNHCR-Sprecher für Libyen, Charlie Yaxley, gegenüber NDR-Reportern. Flüchtlinge aus dem Camp berichten, dass viele dort an Krankheiten leiden und medizinisch schlecht versorgt werden. Es fehle in der sogenannten "Gathering and Departure Facility" (GDF) an Essen und einfachen Hygieneartikeln wie Seife. Das Lager wird in Kooperation mit der libyschen Regierung betrieben. Das mit EU-Geldern finanzierte Lager in Tripolis wurde im Dezember 2018 eröffnet und ist Teil eines EU-Deals mit dem Regime in Libyen. Ziel des Lagers war es, Flüchtlinge von dort aus auf geordnetem Weg nach Europa oder in ihre Herkunftsländer zu verteilen. EU und UNHCR hatten große Hoffnungen in das Lager gesteckt. Es sollte eine "Alternative" zu den libyschen Haftlagern sein, in denen Flüchtlinge nach übereinstimmenden Berichten regelmäßig gefoltert werden.
Autoren: Stefan Buchen, Johannes Edelhoff, Nadia Kailouli, Jonas Schreijäg

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