Weltbilder

Mittwoch, 23. Oktober 2019, 00:15 bis 00:45 Uhr
Donnerstag, 24. Oktober 2019, 01:45 bis 02:15 Uhr

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Polen: Deutscher Müll auf Polens Kippen

Deutschland exportiert Müll in viele Teile der Welt. Elektroschrott geht häufig nach Afrika, Plastikmüll nach Fernost oder in die Türkei. Immer größere Müllmengen gehen mittlerweile auch nach Polen. 2015 waren es noch rund 150.000 Tonnen, 2018 waren es schon 434.000 Tonnen - Tendenz weiter steigend. In Polen wird der oft unsortierte Müll zumeist auf Deponien gebracht und dort häufig auf Kosten der Umwelt verbrannt. Der Mülltransport lohnt sich für deutsche Exporteure, die für eine ordnungsgemäße Entsorgung hierzulande das Dreifache dessen zahlen müssten, was an Kosten in Polen anfällt. Doch vieles, was als unproblematischer Abfall deklariert wird, ist in Wahrheit gefährlicher Problemmüll.
Autorinnen: Mathea Schüle, Maria Jarmoszuk

Belize: Die Rettung des Riffs

Vor der Küste des mittelamerikanischen Landes liegt das zweitgrößte Korallenriff der Welt. Noch bis zum vergangenen Jahr stand es bei der UNESCO auf der Roten Liste der gefährdeten Naturerbe. Mittlerweile scheint das Riff ausreichend geschützt - auch weil die Regierung des 400.000 Einwohner-Landes die Suche nach Ölvorkommen untersagt hat. Aber längst droht eine neue Gefahr: der Klimawandel. Wärmere Meere und heftigere Hurrikane bedrohen die Korallenbank. Naturschützer versuchen, der Zerstörung des Ökosystems entgegenzuwirken: ein Kampf wie David gegen Goliath.
Autorin: Xenia Böttcher

Iran: Bitcoins auf dem Vormarsch

Iran ist wirtschaftlich in einem desolaten Zustand. Die Menschen haben die neuen US-Sanktionen seit 2018 hart getroffen. Aber Iraner sind auch findig. Einige haben für sich eine neue Geldquelle entdeckt: Bitcoins. Junge Iraner mit dem nötigen technischen Know-how sorgen in den letzten Monaten für einen Boom an Kryptogeldminen. Dazu gibt es im Iran eine notwendige Voraussetzung: billigen, vom Staat subventionierten Strom. Aber es geht nicht nur ums Geld verdienen. So versucht ein junger Iraner für die Flutopfer der letzten großen Überschwemmung Anfang des Jahres mit Bitcoins Spenden zu sammeln, denn Iraner aus dem Ausland konnten aufgrund der US-Sanktionen den Opfern keine Spenden schicken. Doch die Behörden gehen jetzt gegen die Miner vor. Der hohe Stromverbrauch hat sie auf die Spur gebracht, denn allein im Juni soll der Energieverbrauch um sieben Prozent gestiegen sein, was ein Sprecher des Energieministeriums vor allem auf Kryptogeldschürfer zurückführte.
Autorin: Natalie Amiri

Japan: Hikikomori-Einsamkeit

Eine Million erwachsene Männer und Frauen - so schätzt man - haben sich in Japan in ihren Kinderzimmern eingeschlossen, gehen nicht mehr unter Menschen. Ein Leben auf wenigen Quadratmetern. Teils aus Scham, weil sie zum Beispiel keinen Job haben, teils aus Angst vor Menschenmassen. Ein Phänomen, das nirgendwo so ausgeprägt ist, wie hier. Deshalb gibt es in Japan dafür ein eigenes Wort: Hikikomori. Übersetzt heißt das "Die, die sich einschließen". Eine ehemalige Krankenschwester versucht mit ihrer Organisation, ihnen einen Weg zurück in die Gesellschaft zu bahnen.
Autor: Philipp Abresch

Ägypten: Fußballtrainerin gegen Diskriminierung

Rama, 33 Jahre alt, trainiert Mädchen im Fußball in einer doppelten Mission. Zum einen geht es natürlich um den Sport an sich, zum anderen will sie mit dem nach wie vor in Ägypten weit verbreiteten Vorurteil aufräumen, dass Frauen maximal Federball spielen, aber keinen richtigen Sport machen können. Tatsächlich macht der Fußball aus schüchternen Mädchen selbstbewusste Personen. Über den Sport lernen sie, sich in der Jungen/Männer-dominierten Welt zu behaupten. Und das nicht nur körperlich, sondern auch verbal. Sie sind schlagfertiger. Nach einer jahrzehntelangen Islamisierung der Gesellschaft ist in Ägypten das Grün und das Eckige, in das das Runde soll, ein Platz der Emanzipierung.
Autor: Alexander Stenzel

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