Weltbilder

Dienstag, 20. August 2019, 23:30 bis 00:00 Uhr
Donnerstag, 22. August 2019, 01:40 bis 02:10 Uhr

Moderatorin Julia-Niharika Sen im Studio.

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Polen: Wölfe - Zwischen Artenschutz und Jagd

Schafzüchterin Renata Kozdęba blickt ängstlich auf die kommenden Wochen: Ab Ende August beginnen die Wölfinnen, ihrem Nachwuchs das Jagen beizubringen. Und für Renata Kozdęba bedeutet das, besonders auf ihre Tiere aufpassen zu müssen. Denn ihre Schafe sind für die Wölfe leichte Beute: "Hier auf dieser Weide wurden einige meiner Schafe gerissen. Einmal kam das sogar in Anwesenheit von meiner Schwiegermutter vor, die mir hilft. Sie stand hier, und auf einmal, aus diesem Gebüsch, kam ein Wolf und hat eins der Schafe getötet. Die Wölfe sind überall." Zwischen 1950 und 1970 gab es in Polen offiziell nur 56 Wölfe. Doch ihr Bestand hat sich im Laufe der Jahre deutlich gesteigert. Heute schätzt man ihre Zahl auf fast 3.000. Mit spürbaren Folgen für Mensch und Wolf: Sie kommen sich zunehmend ins Gehege. Seit 2001 steht der Wolf in Polen unter Naturschutz. Er darf deshalb nicht gejagt werden. Nur in Ausnahmefällen.
Autor: Dirk Lipski

Schweiz: Frauen kämpfen für Gleichberechtigung

Bäuerin Lotti lebt im Aargau, einem Postkarten-Idyll. Trotzdem hat sie zum Frauen-Streik aufgerufen in der Kantons-Hauptstadt. Lotti Baumann geht es um eigentlich Selbstverständliches: ein fairer Lohn und finanzielle Unabhängigkeit. Doch auf den Höfen der Ehemänner arbeiten viele Frauen ohne Gehalt und Sozialversicherung. Mit allen Risiken, wie sie erklärt: "Es gibt Probleme bei Scheidungsfällen. Man verliert ja dann erstens das Zuhause, der Betrieb ist meistens von den Eltern des Mannes übernommen und die Frau ist eingeheiratet, also sie geht weg und kann nicht ausweisen, dass sie gearbeitet hat." Sie selbst hat vorgesorgt, mit Nebenjob und Ehevertrag. Dass Lottis Mann sie in ihrem Kampf unterstützt, ist wichtig für sie. Der Kampf um Frauenrechte verbindet viele Schweizerinnen. Hundertausende streikten im Sommer schweizweit, forderten bessere Löhne, bezahlbare Kitas, mehr Frauen in Führungspositionen.
Autorin: Marie-Kristin Boese

Gran Canaria: Waldbrände außer Kontrolle

Laut Behördenangaben sind rund 6.000 Hektar Wald auf der spanischen Urlaubsinsel von den Bränden betroffen. Aus den umliegenden Ortschaften südwestlich der Hauptstadt Las Palmas mussten bereits 9.000 Menschen in Sicherheit gebracht werden. Es wird befürchtet, dass auch die Kiefernwälder im Nationalpark Tamadaba im Westen der Insel Opfer der Flammen werden könnten. Der Park ist ein UNESCO-Biospärenreservat und die "grüne Lunge" von Gran Canaria. Hunderte Helfer versuchen an mehreren Flanken die bis zu 50 Meter hochschlagenden Flammen unter Kontrolle zu bekommen. Auch Hubschrauber und Löschflugzeuge sind im Einsatz.
Autorin: Natalia Bachmeyer

Japan: Entführt von der eigenen Mutter

Björn Echternach sucht seine Kinder, seit zwei Jahren sind sie verschwunden, entführt von der eigenen Mutter, einer Japanerin. Nach dem "Haager Kindesentführungsübereinkommen" hätte Japan die Rückführung der Kinder herbeiführen müssen, binnen sechs Wochen. Japan hat das Abkommen unterschrieben, doch behilflich sind die Behörden dem verzweifelten Vater nicht. Uwe Schwering hat den verzweifelten Vater bei der Suche nach seinen Kindern in Japan begleitet.
Autor: Uwe Schwering

Österreich: Zu viele Touristen in Hallstatt

Das Örtchen Hallstadt, idyllisch gelegen am Hallstätter See im Salzkammergut, ist längst zum Sinnbild für "Overtourism" geworden. Gut 700 Einwohner zählt Ort, über eine Million Touristen besuchen den Ort jährlich, zwischen zwei- und dreitausend sind das täglich. Vor allem asiatische Besucher sind wie wild auf den Ort. Seit dem Dreh einer koreanischen TV-Serie steht der Ort in ganz Asien hoch im Kurs. In China gibt es sogar eine Nachbildung. Für die Einheimischen des Weltkulturerbe-Örtchens sind die täglichen Massen zur Belastungsprobe geworden. Ein normales Leben scheint nicht mehr möglich. Aus Euphorie über das lukrative Geschäft mit den Touristen ist Skepsis geworden. Viele möchten ihr ruhiges Leben zurück. Um die Touristenmassen künftig besser in den Griff zu bekommen, denkt die Gemeinde nun über Auflagen und Regeln nach, sogar eine Maximalzahl von Touristen pro Tag ist im Gespräch. Doch nicht alle ziehen mit. Die Frage, wie man künftig mit den vielen Touristen umgehen soll, spaltet den Ort.
Autor: Christian Limpert

Ägypten: Moderatorin mit Down-Syndrom

Sie hat sich im wahrsten Sinne des Wortes freigeschwommen: die 23-jährige Rahma mit dem Downsyndrom. Das Wasser ist ihr Metier. Hier fand sie eine neue Familie. "Der glücklichste Moment in meinem Leben ist, wenn ich hier bin und mit meinen Freunden trainiere. Ich plaudere mit ihnen, spiele mit ihnen. Und mit ihnen fühle ich mich als Champion." Doch auch außerhalb des Beckens feiert die 23-Jährige mittlerweile aufsehenerregende Erfolge. Nach ihrem Studium hat sie es ins Rampenlicht geschafft. Seit neun Monaten ist sie Moderatorin beim bekannten ägyptischen Sender DMC. Rhama moderiert die Morgensendung. Der Sender hat mit seiner neuen Moderatorin neue Wege beschritten und etwas gewagt.
Autor: Alexander Stenzel

Moderation
Julia-Niharika Sen
Redaktion
Nicole Bölhoff
Redaktionsleiter/in
Clas Oliver Richter
Produktionsleiter/in
Tobias Jahn
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