Weltbilder

Dienstag, 04. Juni 2019, 23:30 bis 00:00 Uhr
Donnerstag, 06. Juni 2019, 01:45 bis 02:15 Uhr

Julia Sen moderiert Weltbilder

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Vatikan: Erste weibliche Fußball-Mannschaft

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Quiz: Was wissen Sie über den Vatikan?

Sie kennen sich aus im Vatikan? Testen Sie Ihr Wissen in unserem Quiz! Mit etwas Glück gewinnen Sie Überraschungs-Souvenirs unserer Korrespondenten. Quiz

Der Vatikan: letzte Bastion einer von Männern dominierten Welt. Doch spätestens seit einigen Wochen dringt auch hier der Wandel durchs Gemäuer - wenn auch über Umwege. Denn es hat sich die erste Frauenfußball-Mannschaft des Vatikan gegründet. Gianfranco Guadagnoli arbeitet hauptberuflich bei der vatikanischen Post. Seit gut einem Monat ist er aber auch Trainer der Frauenmannschaft. Dass es das Team überhaupt gibt, haben sie einer Diözese in Wien zu verdanken, erklärt der Teamchef: "Wir haben eine Einladung von einer Österreicherin bekommen, die sagt 'Wir wollen mit euch ein Spiel spielen.' Daraufhin haben wir uns mit ein paar Leuten aus dem Vatikan zusammengesetzt und überlegt: Kann man das machen? Kann man das nicht machen?" Man kann. Am Ende haben sich 20 Frauen gemeldet. Eine von ihnen Federica. Sie betont, dass es dabei um mehr geht, als um Sport: "Der Vatikan hat sich unter Papst Franziskus sehr gegenüber den Frauen im Vatikan geöffnet. Für uns ist es wichtig, für wen wir stehen. Dann eine Frauenmannschaft aufzustellen, das sendet schon ein starkes Signal aus."
Autorin: Verena Schälter

Großbritannien: Trump macht Wahlkampf in London

Schon vor seiner Landung hatte Donald Trump einen Ratschlag für die Briten: Wenn sie nicht bekämen, was sie wollten, sollten sie die EU noch in diesem Jahr ohne Abkommen verlassen. In einem Interview mit der „Sunday Times“ riet er dem Nachfolger der scheidenden Premierministerin May: "Wenn du nicht den Deal kriegst, den du möchtest, wenn du keinen fairen Deal kriegst, dann gehst du raus." Das Vereinigte Königreich solle noch in diesem Jahr die EU verlassen. Während er sich im Vorfeld also in die Innenpolitik des Gastlandes einmischte, suchte er nach der Ankunft in London vor allem eins: Bilder, die ihn schmücken, für den Wahlkampf in seinem eigenen Land.
Autorin: Mareike Aden

Irak: Was wird aus den Kindern des IS?

Akrm hat Granatsplitter im Oberschenkel, sein Knie schmerzt seit einem schlecht verheilten Bruch - die Folge von Luftangriffen in Mossul vor zwei Jahren.
Der 4-Jährige lebt mit seiner Mutter und seinem Bruder in einem Flüchtlingslager im Nordirak. Aber eine Chance auf die richtige medizinische Versorgung hat er hier nicht. Aus einem besonderen Grund: Akrms Vater war IS-Kämpfer. Er starb im Krieg. Alle Dokumente sind verloren, neue bekommen sie nicht. Ein Terrorverdacht liegt über der Familie. Ohne Personalausweis wird Akrm in öffentlichen Krankenhäusern nicht behandelt. Aus Sicht der Mutter schweres Unrecht, denn die Kinder werden für etwas bestraft, woran sie keine Schuld trügen. Der Norwegische Flüchtlingsrat schätzt die Zahl der Kinder, die im sogenannten 'Islamischen Staat' aufwuchsen, auf 45.000. Die wenigsten haben Ausweise oder Dokumente, bekommen deshalb auch keine staatliche Unterstützung, dürfen nicht zur Schule gehen. Sie hatten einen grausamen, missglückten Start ins Leben. Nun scheint auch ihre Zukunft verbaut.
Autor: Daniel Hechler

China: 30 Jahre Tiananmen-Massaker

Pekinger Frühling 1989: Die Menschen wollen Freiheit. Hunderttausende ziehen im April und Mai vor 30 Jahren immer wieder durch die Stadt - fordern Demokratie und Reformen. Es sind Arbeiter und Staatsbedienstete, vor allem aber Studenten. Sie besetzen den Platz des Himmlischen Friedens im Stadtzentrum und beginnen einen Hungerstreik. Doch das kommunistische Regime denkt nicht daran, Macht abzugeben. In der Nacht zum 4. Juni 1989 folgt das Massaker. Das Militär schießt sich den Weg ins Stadtzentrum frei. Wie viele sterben, ist bis heute unbekannt. Der ehemalige Studentenführer Wu'er Kaixi erinnert sich: "Wir dachten, dass sie mit einem Polizeiknüppel kommen würden, dass sie uns niederknüppeln würden. Dass sie uns ins Gefängnis werfen. Dass es Verletzte gibt, vielleicht Tote. Das haben wir diskutiert. Aber dann ein Massaker an Hunderten, wenn nicht Tausenden Leuten ist etwas, das sich niemand in China damals hätte vorstellen können. Bis heute ist das Massaker in China tabu. In Schulbüchern, Medien oder im Internet findet man in China nichts zu diesem Thema."
Autor: Michael Storfner

Japan: Führerschein für Senioren

Menschen, Massen, Sensationen - so geht es auf den Straßen von Tokio zu. Durch dieses Großstadt-Chaos kämpft sich auch Hiromi Koga. Der 74-Jährige ist Taxifahrer. Beinahe jeden Tag sitzt er hinterm Steuer. "Also Spaß ist das hier für mich nicht. Du darfst vor allem keinen Unfall bauen. Jemanden anzufahren, einen Fahrradfahrer, das wäre wirklich schlimm." Zwar gibt es in Japan immer weniger Verkehrsunfälle, tödliche Crashs aber mit älteren Fahrern nehmen jedes Jahr weiter zu. In Chiba bei Tokio muss ein Grüppchen Renter seine Fahrtüchtigkeit beweisen. Der Test ist in Japan verpflichtend für alle über 75 - Theorie und Praxis stehen auf dem Programm.
Autor: Philipp Abresch

Türkei: Mehr Gefängnisse für Kritiker?

In den vergangenen Jahren hat die Zahl der Inhaftierten in der Türkei rapide zugenommen. Saßen vor dem Putschversuch im Juli 2016 noch rund 190.000 Personen im Gefängnis, sind es nun mehr als 270.000, rund ein Viertel davon in U-Haft, viele davon aus politischen Gründen. Da die Gefängnisse deutlich überbelegt sind, lässt die Regierung nun im ganzen Land rund 50 weitere Haftanstalten bis 2021 bauen. Menschenrechtsorganisationen und Anwälte kritisieren die schlechten Bedingungen im Gefängnis. Ein großes Problem sei die steigende Zahl von Menschen, die in Einzelhaft sitzen und komplett isoliert würden.  Politische Gefangene sprechen zudem von Misshandlung durch Wächter in den Zellen, die in den letzten Jahren stetig zunehme und folgenlos bliebe. Laut Anwälten und Menschenrechtsorganisationen sei all das Ergebnis des zunehmend autoritären Kurses der türkischen Regierung gegen jede Art von Opposition. Sie kritisieren, dass die Regierung politische Gegner mit teilweise jahrelanger U-Haft mundtot mache und bewusst ein Klima der Angst erzeuge.
Autorin: Katharina Willinger

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