Weltbilder

Dienstag, 09. April 2019, 23:30 bis 00:00 Uhr
Donnerstag, 11. April 2019, 01:45 bis 02:15 Uhr

Julia-Niharika Sen

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Indien: Der schmutzigste Job der Welt

Die beiden Tagelöhner Pintu und Ashok haben sich mit etwas Schnaps betäubt. Anders würden sie den Job nicht aushalten: Bis zur Hüfte steigt Ashok in eine stinkende Brühe aus menschlichen Exkrementen. Für umgerechnet fünf Euro am Tag. Einen Schutzanzug kann er sich nicht leisten, erzählt er. Warum er diesen Job macht? "Einen anderen Job bekomme ich doch nicht. Ich muss meine Familie ernähren. Also ist das hier noch das beste." Eigentlich ist diese Arbeit als Kanalarbeiter seit 25 Jahren in Indien verboten. Doch Pintu und Ashok sind Dalits, "Unberührbare" wie sie früher genannt wurden. Da schauen die Behörden nicht so genau hin. Die Arbeit ist gefährlich, in größeren Sickergruben wird die Luft oft knapp. 300 Kanalreiniger sind in Indien letztes Jahr erstickt oder im Abwasser ertrunken. Ashok lebt mit seiner Frau in einem Slum in Delhi. Sie sind aus Kalkutta hierhergezogen. Die gesamte Behausung hat gerade mal zehn Quadratmeter. Zu klein, als dass noch Platz wäre für ihre zwei Kinder. Die leben jetzt bei den Großeltern - 1.500 Kilometer weit weg. "Meine Kinder sind der Grund, warum ich diesen Job mache", erzählt Ashok, "sie sollen eine Ausbildung bekommen. Und dafür muss ich eben in den Kanal steigen."
Autor: Peter Gerhardt

Türkei: Unfallvertuschung oder Selbstmord?

Rabia Naz war ein fröhliches Kind. Sie wurde nur elf Jahre alt. Die Behörden teilten den Eltern mit, dass Kind habe Selbstmord begangen und sich aus 16 Metern Höhe in den Tod gestürzt. Doch der Vater zweifelt diese Todesursache an. Er beginnt mit Nachforschungen. Vatan fragt Passanten. Verschiedene Zeugen berichten, ein schwarzer Fiat Doblo sei am Todestag mit hoher Geschwindigkeit durch das besagte Viertel gefahren. „Die Zeugen haben die Aussage gemacht, sie hätten einen schwarzen Fiat Doblo gesehen. Nach meinen Nachforschungen gibt es so ein Auto in Eynesil nur einmal. Das Auto steht in Verbindung mit dem Sohn und dem Neffen des Bürgermeisters Coskun“, erklärt der Vater. Der damalige AKP-Bürgermeister von Eynesil schweigt zu den Vorwürfen. Ende März fanden in der Türkei Kommunalwahlen statt. Der AKP-Bürgermeister wurde krachend abgewählt. Trotz all seiner Trauer, eine kleine Genugtuung für Vater Saban Vatan: Rabia Naz hat gewonnen. So ein Wahlergebnis gibt es das erste Mal seit 16 Jahren. Mit tausend Stimmen Unterschied. Vor allem die Mütter der Stadt haben uns immer wieder gesagt, dass sie ihm ihre Stimmen nicht geben werden. Bis heute haben Polizei und Justiz nicht wirklich ermittelt. Saban Vatan will nicht ruhen, bis die Wahrheit ans Licht kommt.
Autor: Oliver Mayer-Rüth

USA: New Yorks neuer Stadtteil Hudson Yard

Die Skyline der Millionenstadt verändert sich für immer: Die alten Wolkenkratzer verblassen vor den neuen gläsernen Riesen. New York neu erfinden - das möchten die Planer und Macher von Hudson Yards. „The Shed“, der Schuppen, der neueste New Yorker Anziehungspunkt, wird am Wochenende eröffnet. Die riesige Ausstellungshalle mit verschiebbarem Dach soll künftig die spektakulärsten Events beherbergen. Sie ist Teil des neuen Stadtteil Hudson Yards, am Ende der New Yorker High Line. Was manche Touristen anzieht, stößt andere ab. Aber ob Zukunftsvision oder Monstrosität: Hudson Yards, der Stadtteil vom Reißbrett, fasziniert durch technische Perfektion und Modernität. Wir besuchen Mieter und begehen die höchste Aussichtsplattform New Yorks. Was ist dran an diesem Mammutprojekt? Ist das die Zukunft des Städtebaus?
Autorin: Christiane Meier

Italien: Selfies von Innenminister Salvini

Der italienische Innenminister Matteo Salvini möchte vor den Europawahlen die rechten Parteien in Europa einen, sodass sie eine gemeinsame Fraktion im EU-Parlament bilden. In Italien regieren seit Sommer 2018 die Populisten der Lega und der Fünf-Sterne-Bewegung. Unabhängige Journalisten, die kritisch recherchieren und immer wieder neue Unzulänglichkeiten der italienischen Regierungspolitik aufdecken, sind ihnen ein Dorn im Auge. In Italien gab es bereits Drohungen, den Printmedien staatliche Finanzhilfen zu kürzen oder bestimmte Medien von Pressekonferenzen auszuschließen. Da ist es nur konsequent, dass etwa Italiens Innenminister Salvini die klassischen Medien umgeht und sich auf die sozialen Netzwerke konzentriert. Er ist rund um die Uhr auf Instagram, Facebook oder Twitter unterwegs, um seine populistischen Statements zu posten.
Autorin: Ellen Trapp

China: Faszination Fleisch-Stein

Sie sehen aus wie ein Stück gekochtes Schweinefleisch oder wie eine geräucherte Speckschwarte: Fleisch-Steine sind in China begehrte Sammlerobjekte, sie gelten als Glücksbringer, sollen für Reichtum und ein gutes Leben sorgen. Typisch Chinesisch findet unser Korrespondent Michael Storfner und begibt sich selbst auf die Suche nach einem Fleisch-Stein.
Autor: Michael Storfner

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