Weltbilder

Dienstag, 19. März 2019, 23:30 bis 00:00 Uhr
Donnerstag, 21. März 2019, 01:45 bis 02:15 Uhr

Weltbilder vom 19.03.2019 mit mit Julia-Niharika Sen.

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Neuseeland: Trauer nach Terror

Aus dem ganzen Land kommen sie nach Christchurch und legen Blumen nieder, wollen den 50 Menschen gedenken, die bei dem Anschlag auf die Moscheen getötet wurden. Neuseeland ist vereint in Trauer. Auch Rettungssanitäter, die am vergangenen Freitag als erste bei den Verletzten waren, sind vor Ort. Erst jetzt haben sie Zeit, über das Erlebte nachzudenken, über das Grauen des Einsatzes. Der Sanitäter Paul Bennett erklärt unter Tränen: "Wir haben versucht, mit unseren Tragen in die Moschee zu kommen, aber es gelang uns nicht, überall lagen Leichen. Wir mussten Verletzten über Tote heben. Sie bluteten stark. Überall war Blut." Immer noch werden in den umliegenden Krankenhäusern 30 Verletzte versorgt, neun von ihnen auf Intensivstationen. Unter ihnen ein vierjähriges Kind.
Autor: Jan Liebold

China: Gesichtserkennung in der Schule

Quiz der Woche
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China feiert sein 70-jähriges Bestehen. Sie kennen sich aus mit Themen aus der Volksrepublik? Testen Sie Ihr Wissen und gewinnen Sie Überraschungs-Souvenirs unserer Korrespondenten. Quiz

Eine Schule in der Millionenmetropole Hangzhou hat überall im Gebäude Kameras mit Gesichtserkennung anbringen lassen. Und darüber läuft fast alles: Die Schüler bezahlen mit ihrem Gesicht in der Kantine und gleichzeitig werden die Essgewohnheiten kontrolliert. Eine Bücherei-Karte gibt es längst nicht mehr, auch die Bücher werden automatisch via Gesichtserkennung ausgeliehen. Im angegliederten Internat wird via Gesichtserkennung automatisch geprüft, ob abends alle im Zimmer sind. Die Schule sieht sich als Vorreiter eines Smart-Campus’ und als Beispiel, wie künstliche Intelligenz an Schulen eingesetzt werden kann. Ursprünglich hatte die Schule auch Kameras in den Klassenräumen installieren lassen, um die Aufmerksamkeit der Schüler zu kontrollieren. Aber das ging selbst einigen Eltern in China zu weit: Die Kameras müssen - zumindest vorübergehend - abgeschaltet werden.
Autor: Mario Schmidt

Syrien: Die letzte IS-Enklave kurz vor dem Fall?

Die Djihadisten kämpfen erbittert, aber die letzte Bastion des sogenannten Islamischen Staates in Baghus an der Grenze zum Irak scheint kurz vor dem Fall zu sein. Allein in der vergangenen Woche haben sich laut der Kurdenmiliz SDF 3.000 IS-Anhänger ergeben. Seit Beginn der Belagerung sollen es bereits 60.000 gewesen sein. Die Führungsriege des IS soll abgetaucht sein im Irak und in Syrien. Was folgt nach dem Sieg der von den Amerikanern unterstützen Kurden über den IS im Osten? Ein Ende des vielschichtigen Syrien-Krieges ist mitnichten abzusehen: Im Norden Syriens eskaliert die Gewalt rund um die Stadt Idlib zwischen Rebellen und den von Russland unterstützten Truppen Assads.
Autor: Daniel Hechler

Brasilien: Politikerinnen in Gefahr

Frauen aus den Favelas sind in Brasiliens Politik absolut unterrepräsentiert - und das seit der Staatsgründung Brasiliens. Doch langsam ändert sich das. Viele benachteiligte Frauen drängen in die Politik, um die Realität ihrer vernachlässigten Viertel zu verändern. Renata Souza stammt aus der Maré, einem der gefährlichsten und größten Slums von Rio. In ihrem Viertel herrschen Milizen, die sich in den Straßen und engen Gassen militärisch verschanzt haben. Renata ist vor Kurzem erstmals zur Abgeordneten ins Stadtparlament von Rio de Janeiro gewählt worden. Sie tritt damit die traurige Nachfolge ihrer Nachbarin aus der Maré an: Marielle Franco. Franco war vor genau einem Jahr ermordet worden, als sie von einer politischen Veranstaltung kam - in der Öffentlichkeit getötet mit drei großkalibrigen Kugeln. Die Mörder waren laut Ermittlungsbehörden Ex-Polizisten, die mittlerweile als Milizionäre - ähnlich wie die Drogengangs – ganze Favelas beherrschen. Der Mord hat Rio tief erschüttert und die Zivilgesellschaft bis heute eingeschüchtert. Dennoch will Renata Souza in die Fußstapfen von Marielle Franco treten.
Autor: Matthias Ebert

Italien: "Hotel House" für Flüchtlinge

Das "Hotel House" in Porto Recanati ist ein riesiger Appartement-Komplex, 17 Stockwerke, 480 Wohnungen, toll gelegen mit Blick auf die Adriaküste. Ursprünglich sollten sich hier mal Touristen einquartieren, aber als die ausblieben, zogen in den 1990er-Jahren Flüchtlinge ein. Einige kauften sich Appartements, aber das Haus ist mittlerweile völlig heruntergekommen. Schlagzeilen über Drogendealer und Prostituierte machten die Runde - eine rechtsfreie Parallelwelt mitten in Italien. Der italienische Innenminister Salvini von der rechtsnatioanlen LEGA, wollte es kürzlich komplett abreißen lassen, aber das geht nicht wegen der Eigentumsverhältnisse. Jetzt packen die Einwohner mit an, legen Geld für einen Hausmeister zusammen und einige wünschen sich schon, dass das "Hotel House" bald schon ein Vorzeigeprojekt für gelungene Integration wird.
Autorin: Ellen Trapp

Schweden: Leben mit dem Wolf

Auch im dünnbesiedelten Schweden ist das Verhältnis zwischen Mensch und Wolf ein kontroverses Thema. Aber in kaum einem anderen Land werden Wölfe so genau gezählt wie hier. Im Winter wird gezählt, Inventur gemacht, wie die Wildbeauftragten sagen, im Juni dann entschieden, ob und wo der Wolf gejagt werden darf. Der Bestand von 300 Tieren darf nicht unterschritten werden. Viele Jäger und Landwirte finden aber, dass auch diese Untergrenze zu hoch ist. Es seien zu viele Wölfe auf einer zu kleinen Fläche, sagen sie.
Autor: Christian Stichler

Moderation
Julia-Niharika Sen
Redaktion
Nicole Bölhoff
Redaktionsleiter/in
Clas Oliver Richter
Produktionsleiter/in
Tobias Jahn
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