Weltbilder

Dienstag, 22. Januar 2019, 23:30 bis 00:00 Uhr
Donnerstag, 24. Januar 2019, 01:45 bis 02:15 Uhr

Weltbilder vom 22.01.2019 mit Julia Sen.

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Australien: Wohnungen unter der Erde im Outback

Die Sonne, sie brennt unerbittlich hier im australischen Outback. Im Sommer werden es bis zu 50 Grad. Wer zur Hölle will hier in Coober Pedy leben? Opalsucher graben die Erde um. Mit der Jagd nach Edelsteinen ist der Ort vor 100 Jahren berühmt geworden. Und zum Lifestyle gehört es hier, dass 60 Prozent aller Einwohner in Höhlen hausen, unter der Erde leben. Abluftrohre ragen aus dem Boden, auch aus der Höhle von Paul und Erika, einem Handwerkerpärchen. Paul Kay meint: Überirdisch hast du überall diese Neonlichter. Hier unten ist es so schön dunkel und ruhig. Ich finde das so friedlich und entspannend. Ich weiß, manche Leute halten das nicht aus, aber ich liebe es. Himmlische Ruhe statt höllischer Hitze. Streit mit den Nachbarn gibt es hier eher selten. Man sieht sich ja kaum.
Autorin: Sandra Ratzow

Israel: Richteramt für Sex?

Ein Justizskandal, aufgedeckt von einem Journalisten, erschüttert Israel. Hat der inzwischen zurückgetretene Vorsitzende der israelischen Anwaltskammer einer Richterin ins Amt geholfen, nachdem sich die Frau im Gegenzug zu "sexuellen Gefälligkeiten" bereit erklärt hat? Hat das Ganze womöglich sogar Methode? Offenbar sind auch weitere ranghohe Persönlichkeiten in den Fall involviert, die Justizministerin zeigt sich bestürzt, verspricht eine schnelle Aufklärung.
Autorin: Susanne Glas

Türkei: Arbeit statt Schule

Nurula ist elf Jahre alt, ein Schulkind, wie auch die meisten seiner neun Geschwister. Doch Nurula und seine schulpflichtigen Schwestern und Brüder dürfen während der Erntezeit keine Schule besuchen. Jedes Jahr versäumen sie mindestens die ersten sechs Wochen Schule, weil sie Baumwolle pflücken müssen. Und auch am Ende des Schuljahres, im Mai, versäumen sie einen Monat den Unterricht, um Aprikosen zu ernten. Nurulas große Schwester Zehra ist 16 Jahre alt. Unter Tränen berichtet sie, dass sie seit der fünften Klasse gar nicht mehr in die Schule gehen durfte: "Mein Traum war es, Ärztin werden. Das hatte ich mir sehr gewünscht, zur Schule gehen zu dürfen. Aber ich bin sehr traurig darüber, dass sich dieser Traum für mich nicht verwirklicht hat." Kinderarbeit, so steht es im Arbeitsgesetz § 71, ist in der Türkei verboten. Gemeint sind Kinder unter 15 Jahre. Doch im Harran-Tal sind die Behörden noch nie wirklich gegen Kinderarbeit vorgegangen.

Peru: Behinderte auf sich allein gestellt

Lourdes ist keine, die schnell aufgibt. Ihre Spezial-Disziplin sind Sprints - 100 und 200 Meter. Dabei braucht sie sanfte Steuerung. Lourdes ist Leistungssportlerin - und sie ist blind. „Am Anfang war das echt anstrengend. Ich bin ein Stück gerannt und war müde, hatte keine Kondition. Aber mein Körper hat sich angepasst.” Nun trainiert sie mit der Auswahl der besten Behinderten-Sportler in Peru. Quälerei unter strengen Blicken, sechs Mal die Woche, immer vier Stunden. Am Ende sind alle erschöpft, aber glücklich über die eigene Leistung. Das Training schweißt sie zusammen, es ist ein Schutzraum. Ihre Behinderung ist hier nichts Besonderes. Ganz anders als sonst in Lima. Für Blinde fehlen Wegweiser, Signale, Rampen. Blinde bekommen in Peru vom Staat keine direkte Unterstützung.
Autorin: Marie-Kristin Boese

USA: Justizreform soll Bedingungen für Häftlinge verbessern

Vieles im politischen Washington gleicht eher einem Marathon als einem Sprint. Umso erstaunlicher ist, dass Republikaner und Demokraten sich in einem seltenen Akt von Überparteilichkeit auf eine Justizreform einigten. Haftbedingungen Gefangener, die sich in Gewahrsam der US-Bundesregierung befinden, sollen verbessert werden. Die Zahl der Häftlinge soll reduziert werden. Dabei geht es um rund zehn Prozent aller Inhaftierten - die restlichen (mehr als zwei Millionen) sitzen in lokalen oder bundesstaatlichen Haftanstalten ein. Die Hoffnung ist, dass nun neue Standards gesetzt werden, denen sich später auch Bundesstaaten anschließen - wie zum Beispiel das berühmt-berüchtigte Gefängnis in Kalifornien: San Quentin. 1852 nahm man hier die ersten Gefangenen auf - und ist heute mit 3.774 um 690 Häftlinge überbesetzt. Das macht das Leben nicht einfach, weder für die Belegschaft, noch für die Gefangenen. Doch einen Moment im Jahr gibt es, der sich beinahe wie Freiheit anfühlt – der Tag des "Marathon von San Quentin"“. 105 Runden werden über das Gelände gedreht bis die 26.2 Meilen gelaufen sind. Ein einzigartiger Lauf, in einer einzigartigen Haftanstalt.
Autor: Jan Philipp Burgard

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