Weltbilder

Dienstag, 04. Dezember 2018, 23:30 bis 00:00 Uhr
Donnerstag, 06. Dezember 2018, 01:45 bis 02:15 Uhr

Inka Schneider

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Türkei: Imam und Rockstar

Der Imam Ahmet Muhsin Tüzer lebt und arbeitet in dem kleinen Dorf Pınarbaşı bei Kaş. Seit 18 Jahren ist er in diesem Beruf tätig. Doch er ist anders, als der übliche İmam. Der 47-jährige Tüzer macht seit 2013 Rockmusik und gibt regelmäßig Konzerte, die sein Publikum in Wallung bringen. Er liebe die Wissenschaft, die Philosophie, die Kunst und die Musik, erklärt der Geistliche. Seit jedoch die Presse über den "Rock-Imam" berichtete, hat Tüzer Probleme bekommen. Das türkische Religionsamt Diyanet hat ihn im Oktober suspendiert. Der Vorwurf: Statt zu beten, gebe er Konzerte und würde so die Gläubigen zum Zweifeln bringen. Tüzer kämpft nun juristisch gegen seine Suspendierung.
Autor: Oliver Meyer-Rüth

Argentinien: Geraubte Kinder der Regimegegner

Es ist das dunkelste Kapitel der argentinischen Geschichte: die Verbrechen während der Militärdiktatur. Linke Gegner wurden von dem Regime im Fluss versenkt und nie wiedergefunden. Claudia Poblete war damals noch ein Baby. Auch ihre Eltern verschwanden spurlos, Claudia wurde adoptiert. 21 Jahre wusste sie nicht, wer ihre leiblichen Eltern waren. Auch ihre Großmutter Buscarita Roa musste 21 Jahre lang warten, bis sie ihre Enkelin Claudia wieder in den Arm nehmen konnte. Heute sind beide vereint. "Als ich meine wahren Verwandten kennenlernte, war das am Anfang ziemlich komisch für mich. Aber mit der Zeit haben wir eine Beziehung aufgebaut und sind eine richtige Familie geworden." Claudias Adoptivvater war ein hochrangiger Militär zur Zeit der Diktatur. Einer der mitverantwortlich war für die Folter und das Morden. "Als ich die Wahrheit erfuhr, wollte ich es erst nicht glauben. Doch die DNA-Analyse war eindeutig und auch Buscaritas alte Fotos von mir als Baby zeigten, dass es stimmte. Mit einem Mal war klar: Mein bisheriges Leben war eine Lüge." Geraubte Babys wie Claudia: Es gibt noch 300 von ihnen, die bis heute nicht wissen, wer ihre wahren Familien sind.
Autor: Matthias Ebert

Hongkong: Angst vor Chinas Einfluss

Eigentlich müsste Hongkong sich freuen. Der große Partner China hat der Stadt gerade zwei Mega-Projekte hingestellt: die Hochgeschwindigkeits-Bahnverbindung nach Guangzhou und die welt-längste Brücke nach Macao. Doch manchen in der Stadt kommt das "Mainland" damit zu nahe. Sie beklagen immer mehr Einfluss aus Peking, eine immer willfährigere Lokalregierung. Gerade wurde erstmals ein unliebsamer Journalist aus Hongkong ausgewiesen und eine Unabhängigkeitspartei verboten. Schon ist vom „Tod Hongkongs“ die Rede. Michael Storfner berichtet aus einer zerrissenen Stadt, die für die einen immer noch Traumziel ist, aus der andere einfach nur noch weg wollen.
Autor: Michael Storfner

Mexiko: Wie tickt der neue Präsident?

Andrés Manuel Lopez Obrador ist seit dem 1. Dezember der neue Präsident Mexikos und das erste Staatsoberhaupt aus der Reihe der politischen Linken in der Geschichte des Landes. Obrador gilt als Hoffnungsträger vor allem bei Studenten, Rentnern, Intellektuellen und innerhalb der ärmeren Bevölkerung. Kann er es tatsächlich schaffen, Korruption und Gewalt im Land wirksam zu bekämpfen? Xenia Böttcher mit einem Portrait des Mannes, der nicht aus einer der etablierten Parteien stammt, nicht im Präsidenten-Palast wohnen wird und der ohne Bodyguards auskommen möchte.
Autorin: Xenia Böttcher

Kongo: Sinfonieorchester von Kinshasa

Eine immer wieder verschobene Präsidentschaftswahl, Armut, bewaffnete Konflikte und auch Ebola im Osten des Landes: Die Demokratische Republik Kongo hat viele Probleme. Doch es gibt auch Orte, da spielt all das eine kleinere Rolle. In Kinshasa, der Hauptstadt des Kongo, hat sich - trotz der Umstände - mit klassischer Musik eine ganz besondere Gemeinschaft gebildet: das einzige Symphonieorchester Zentralafrikas. Und die Gemeinschaft hat sich ein neues Ziel gesetzt: den Bau einer Musikschule, auch für Kinder. Denn solche Schulen gibt es sonst nicht im Kongo. Sie hoffen, dass dann noch mehr Menschen von der Musik profitieren können.
Autorin: Caroline Hoffman

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