Weltbilder

Dienstag, 23. Oktober 2018, 23:30 bis 00:00 Uhr
Donnerstag, 25. Oktober 2018, 01:45 bis 02:15 Uhr

Julia-Niharika Sen

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Brasilien: Stimmung gegen Transsexuelle

Indianara Siqueira ist Brasiliens bekannteste Transsexuelle. Mehr als 20 Jahre schon kämpft Indianara für die Rechte von Brasiliens Transsexuellen. Doch jetzt im Wahlkampf spürt sie erstmals wieder Angst. Mitten in Rio leitet sie ein Heim für Transsexuelle. Ein Zufluchtsort für diejenigen, die ihre besondere Sexualität sonst nirgendwo offen ausleben können. Hier finden sonst Seminare statt und Nähkurse. Jetzt aber herrscht Sorge, wie es mit Brasilien weitergeht: "Die Bedrohungen, die wir in den 80er-Jahren der Militärdiktatur erlebt haben, sind wieder da: die Aggressionen, die Schläge, die Morde, die Rufe, dass man uns umbringen wolle - jetzt wo Jair Bolsonaro Präsident wird, kehrt die Barbarei zurück." Jair Bolsonaro, Brasiliens haushoher Favorit bei der Präsidentschaftswahl, äußert sich immer wieder rechtsextrem und hetzt ganz offen gegen Minderheiten wie Trans- und Homosexuelle. So krakeelt er im Wahlkampf: "Es kann nicht angehen, dass sich zwei Frauen oder Männer vor meinen Augen in einem Restaurant küssen. Die wollen Privilegien. Als hätten sie einen Sonderstatus. Ich sage mit Stolz, dass ich homophob bin." Anhänger des Kandidaten haben im Wahlkampf Minderheiten und politische Gegner bereits tätlich angegriffen.
Autor: Matthias Ebert

Australien: Offizielle Entschuldigung für Missbrauch

Das australische Städtchen Ballarat, früher eine Goldgräber-Siedlung, ist heute Symbol für den bis in die 90er-Jahre weitverbreiteten Missbrauch in Einrichtungen der katholischen Kirche in Australien. Gegen 17 Priester wird in Ballarat ermittelt, 196 Opfer haben sich bisher trotz des Stigmas gemeldet. Erst sieben Priester sind bisher verurteilt. "Es war die Hölle auf Erden. Zwölf Mitschüler aus meiner Klasse haben sich später umgebracht. Ich wusste, wenn ich nicht aus der Klasse genommen und missbraucht wurde, dann traf es einen anderen Jungen. Oft war ich dann richtig erleichtert, wenn er einen anderen Jungen mitgenommen hat. Es war einfach ein furchtbarer Ort", so beschreibt eines der Opfer sein Leben als Kind, das ihn noch heute schwer beeinträchtigt. Der australische Premierminister Scott Morrison will sich nun offiziell bei allen Opfern für den sexuellen Missbrauch von Kindern in staatlichen, kirchlichen und anderen Einrichtungen entschuldigen. Viele Opfer lehnen die "nationale Entschuldigung" jedoch als unzureichend oder unbedeutend ab.
Autorin: Sandra Ratzow

Afghanistan: Wahlen unter Extrem-Bedingungen

"Die biometrischen Geräte zur Kontrolle der Stimmabgabe haben nicht richtig funktioniert, an einigen gab es gar keine Geräte. Einige Namen von Wahlberechtigten erschienen gar nicht auf den Listen, überall gab es Probleme", so berichtet ein junger Wähler von der Parlamentswahl in Afghanistan. Terroranschläge und Gewalt überschatteten 17 Jahre nach dem Ende des Taliban-Regimes die Wahlen. Trotzdem gingen viele - vor allem junge Leute - zur Wahl. Sie hoffen auf bessere Lebensbedingungen in Afghanistan und auf ein Ende von Krieg und Terror. So wie die 32-jährige Mariam Sulimankhail. Sie hat sich sogar als Kandidatin zur Wahl gestellt. Ob sie die Zukunft ihres Landes aus dem Parlament heraus gestalten kann, erfährt sie allerdings erst in einigen Wochen.
Autor: Peter Gerhardt

Eritrea: Frieden mit Äthiopien

Vor wenigen Wochen haben Äthiopien und Eritrea einen Friedensvertrag unterzeichnet und damit einen jahrzehntelangen Krieg beendet. Ein Abkommen, in das viele Menschen in beiden Ländern große Hoffnungen setzen. Samuel Habte zum Beispiel, der in der eritreischen Hauptstadt Asmara lebt. Zum ersten Mal trifft er seine Cousinen aus Äthiopien, mit ihnen will er das christlich-orthodoxe Meskel-Fest begehen. "Ich bin glücklich", sagt er. "Es fühlt sich an als ob ein Teil meines Körpers, der amputiert war, nun wieder da ist." An der Grenze machen die ersten Menschen bereits gute Geschäfte mit dem neuen Frieden. Fliegende Händler kaufen und verkaufen vor allem Weizenmehl und Nudeln. Auf der anderen Seite in Äthiopien freuen sie sich, dass sie mit dem Friedensvertrag endlich auch Zugang zu einem eritreischen Hafen haben und auf diesem Weg ihre Exportwaren umschlagen können. Auch wenn der lange Krieg zwischen Eritrea und Äthiopien tiefe Wunden geschlagen hat, hoffen jetzt viele auf den Frieden.
Autorin: Sabine Bohland

Großbritannien: Rechtsradikale im Aufwind

Tommy Robinson ist eine Ikone der rechten Szene in Großbritannien. Ein bereits mehrfach verurteilter Straftäter. Seine Botschaften sind rechtsextrem und rassistisch. Doch bei Facebook und YouTube verkleidet er sie modern. Aufmerksamkeit ist seine Währung. Vor laufender Kamera stellt er Menschen bloß, taucht vor Gerichten auf, aber nur dann, wenn Muslime angeklagt sind. Jetzt steht er selbst wieder wegen Missachtung der Gerichtsordnung vor Gericht - und das bringt ihm und der rechten Szene in Großbritannien wieder die ersehnte Aufmerksamkeit.
Autor: Gábor Halász

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