Weltbilder

Dienstag, 09. Oktober 2018, 23:30 bis 00:00 Uhr

Julia-Niharika Sen

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Brasilien: "Tropen-Trump" gegen Ureinwohner

Die brasilianische Indigenenbehörde Funai schätzt, dass noch 100 isolierte Stämme im Urwald Brasiliens leben. Im gesamten Amazonasgebiet mit Ecuador und Peru, Venezuela und den Guyanas gehen Verbände sogar von 150 Gruppen aus. Eigentlich soll die staatliche Indigenenbehörde Funai alle Indigenen und ihre Gebiete schützen. Doch ihr werden seit Jahren die Mittel gekürzt. Im Bundesstaat Rondonia gab es 2010 noch 30 Funai-Mitarbeiter, heute sind es zwei. Diese haben zwar polizeiliche Rechte und dürfen Wilderer und Eindringliche festnehmen, aber ohne Mittel und Mitarbeiter ist das eine Sisyphos-Aufgabe. Im Wahlkampf schlägt Jair Bolsonaro, führender Präsidentschaftskandidat und ein als "Tropen-Trump" verspotteter Populist, aggressive Töne an: "Wenn ich gewählt werde, gibt es keine Schutzgebiete mehr für diese Indianer". Keine guten Aussichten für Brasiliens letzte Ureinwohner.
Autor: Matthias Ebert

Indonesien: Tausende Vermisste

Mehr als eine Woche sind Erdbeben und Tsunami auf der Insel Sulawesi jetzt her. 1.944 Tote melden indonesische Behörden und verkünden, dass die Suche nach weiteren Opfern nur noch bis kommenden Donnerstag fortgesetzt werden soll. Dabei werden noch Tausende Menschen vermisst: Nach dem Versinken ganzer Viertel in der Stadt Palu ist der Verbleib von rund 5.000 Menschen dort ungeklärt. Konnten sich einige von ihnen retten und sind vielleicht in Lagern? Oder sind sie tot? Bittere Fragen, die Angehörige seit Tage verzweifeln lassen.
Autor: Hendrik Backhus

Indonesien: Karriere mit Kakao

Frau, Unternehmerin, erfolgreich: Das ist im tief patriarchalisch geprägten Indonesien keine Selbstverständlichkeit. Deshalb ist Sabrina Mustopo hier längst ein Vorbild. Die 33-Jährige hat vor fünf Jahren ihre eigene Firma in Jakarta gegründet. Sie lässt Edelschokolade herstellen. Obwohl Indonesien das weltweit drittgrößte Anbauland von Kakao ist, gibt es so gut wie keine einheimischen Kakaoprodukte. Das wollte die Unternehmerin, die einen Abschluss in Landwirtschaft und Ernährungswissenschaften der US-Elite-Uni Cornell hat, unbedingt ändern. Nach fünf Jahren hat sie inzwischen 50 Angestellte und arbeitet mit mehr als 200 Kakaobauern zusammen und produziert u.a. Chili- und Pfefferschokolade für den Export. In nachhaltiger Produktion und Qualität sieht sie das Potential für die indonesische Wirtschaft und kämpft dabei gegen mangelnde Infrastruktur und Korruption im Land.
Autorin: Sandra Ratzow

Russland: Gewalt hinter Gittern

Russland hat die höchste Gefangenenrate in Europa, die Haftbedingungen sind in den meisten Strafanstalten katastrophal. Um nicht übermäßig misshandelt zu werden, zahlen viele Familien von Häftlingen eine Art Schutzgeld an die Wärter. Besonders betroffen sind junge Geschäftsleute, bei denen vermutlich etwas zu holen ist. Ehemalige Häftlinge und ihre Angehörigen haben die Stiftung „Russland hinter Gittern“ gegründet. Sie kämpft für die Rechte der Menschen im Gefängnis. Autorin: Birgit Virnich

Belgien: Erfolg bei Organspenden

Sieben bis acht Jahre wartet ein Patient in Deutschland durchschnittlich auf seine Transplantation. Für die meisten zu lange. Sie sterben, weil es zu wenig Spenderorgane gibt. Anders in Belgien, denn dort gilt seit 1986 jeder Bürger automatisch als Organspender. Wer das nicht will, muss dies seinen nächsten Angehörigen mitteilen oder besser noch sich amtlich registrieren lassen. Mit diesem Gesetz gab es für Patienten sofort viel bessere Chancen, noch rechtzeitig ein Transplantat zu bekommen. Und davon profitierten auch andere Länder, mit denen Belgien über Eurotransplant zusammenarbeitet. Anders als in Deutschland haben die Belgier offenbar mehr Vertrauen in ihr System. Nur eine von vier Familien spricht sich gegen eine Organspende aus. Und das geht auch nur, wenn der Verstorbene es so gewünscht hat.
Autorin: Cornelia Kolden

Türkei: Mord im Generalkonsulat?

Seit vergangenem Dienstag fehlt jedes Lebenszeichen von ihm: Der saudi-arabische Regierungskritiker Jamal Khashoggi, der im Generalkonsulat seines Heimatlandes Bescheinigungen für seine geplante Hochzeit mit einer Türkin abholen wollte, ist seitdem verschwunden. Die Türkei vermutet ein saudisches Mordkommando dahinter. Denn der kritische Journalist war dem saudischen Kronprinzen schon länger ein Dorn im Auge. Erdogan will sich nun höchstpersönlich um den Fall kümmern, der die ohnehin angespannten diplomatischen Beziehungen zwischen der Türkei und Saudi-Arabien nicht erleichtern dürfte. Autorin: Katharina Willinger

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