Weltbilder

Dienstag, 15. Mai 2018, 23:30 bis 00:00 Uhr
Donnerstag, 17. Mai 2018, 01:45 bis 02:15 Uhr

Die Moderatorin Julia-Niharika Sen im Studio.

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Pakistan: Die Straßenkinderschule von Karachi

Sie lernen Lesen und Schreiben, Rechnen und ein wenig Englisch. Eigentlich ganz normal. Doch der Lärm dabei ist nahezu unerträglich. Tausende Autos rasen an ihrem "Klassenzimmer" vorbei. Unter einer riesigen Autobrücke müssen die Kinder lernen, links und rechts einige der am stärksten befahrenen Straßen von Karachi. Zwischen hundert und zweihundert Straßenkinder kommen jeden Morgen hierher. Keines von ihnen hat je eine richtige Schule besucht. Nun hilft Schulleiterin Syeda Zaidi den Kindern. Gegen den Widerstand der Mafia, die das Betteln organisiert hat und von der Politik gedeckt wird. Neben dem Unterricht gibt es eine warme Mahlzeit am Tag. Allerdings fehlt das Geld für richtige Klassenräume, in denen man in Ruhe lernen könnte. Die Kinder - ausgebeutet, geschlagen, von den Eltern im Stich gelassen -  träumen von einem besseren Leben. Ahmad zum Beispiel will Arzt werden. Dafür schläft der Junge nachts auf dem Fußboden der Schule. Während um ihn herum der Straßenlärm von Karachi tobt.
Autor: Markus Spieker

Polen: Behinderte protestieren im Parlament

Seit mehreren Wochen protestieren Eltern mit erwachsenen, behinderten Kindern im polnischen Parlament. Sie campieren auf den Fluren und wollen nicht gehen, bis ihre Forderungen erfüllt sind. Es geht um ein würdiges Leben - für Menschen mit schwersten Behinderungen und für ihre Angehörigen. Die Betroffenen  fordern eine Erhöhung der Rente und einen höheren Pflegezuschuss. Schon früh nach Beginn der Proteste kamen der Präsident Duda und  Ministerpräsident Morawiecki bei den Menschen vorbei. Es folgten politische Gespräche und ein erster Erfolg: Die sozialen Renten für Menschen mit Behinderungen werden um 19 Prozent auf 1.029 Zloty angehoben, das sind etwa 250 Euro im Monat. Geblieben ist die Forderung nach einem monatlichen Pflegezuschuss. Hier werden bisher nur Sachleistungen, wie zum Beispiel Rollstühle, angeboten.
Autor: Olaf Bock

Saudi-Arabien: Aufbruchstimmung im Königreich

Saudi-Arabien kämpft um die Vorherrschaft in der Region genauso wie der Iran. Der Staat baut auf die Einnahmen aus dem Rohöl. Nach wie vor. Aber zunehmend bereitet sich Saudi-Arabien auf eine neue Zukunft vor. Eine wirtschaftliche Zukunft, in der die Bevölkerung selber arbeiten muss und nicht mehr vor allem durch den Staat unterstützt wird. Eine vorsichtige Öffnung des Landes ist da eine Grundbedingung. Ab Juni dürfen Frauen Auto fahren und junge Menschen, wie das Ehepaar Sarry Shaaban und Salma Ghalayini hoffen jetzt auf einen wirtschaftlichen Aufbruch.
Autor: Daniel Hechler

Kenia: Ostafrika versinkt im Dauerregen

Seit Wochen regnet es in Kenia, Somalia, Ruanda und anderen Regionen sintflutartig. Mehrere hundert Menschen sind bereits in den Wassermassen ums Leben gekommen, ganze Häuser wurden fortgespült. Mehr als 40 Menschen kamen bei einem Dammbruch, rund 150 Kilometer nördlich von Kenias Hauptstadt Nairobi, ums Leben. Der Staudamm zehn Kilometer nördlich von Nakuru sei nach heftigen Regenfällen gebrochen. Viele Bewohner des Dorfes wurden im Schlaf von den Wassermassen überrascht. Es gebe viele Vermisste, sagte der örtliche Polizeichef: "Es ist eine Katastrophe." Die schweren Überschwemmungen treffen Kenia in einer Zeit, in der sich das Land von einer jahrelangen Dürreperiode erholt. Seit März sind mehr als 130 Menschen durch Überflutungen während der Regenzeit ums Leben gekommen, außerdem besteht eine große Gefahr durch Schlammlawinen. Mehr als 225.000 Menschen wurden aus ihren Häusern vertrieben. Seit Tagen sind Soldaten mit Militärhubschraubern auf der Suche nach Menschen, die durch die Wassermassen eingeschlossen sind.
Autor: Caroline Hoffmann

Österreich: Der Geldverteiler von Salzburg

Max Luger hat früher einmal als Banker gearbeitet, jetzt möchte er etwas gegen die ungleiche Verteilung des Reichtums unternehmen. Dafür sitzt er als Pensionär an vier Tagen in der Woche in einem kleinen Container auf dem Salzburger Mirabellplatz. Dort sammelt er Geld-Spenden ein und verteilt diese in jeweils 100-Euro-Beträgen an Bedürftige. Wer die Hilfe in Anspruch nehmen möchte, muss im Container ein Formular ausfüllen. Meist bleibt dann auch noch Zeit für ein kurzes Gespräch. Jede verteilte Spende und jede Zuwendung wird im Internet in einer Liste ausgewiesen. Pro Jahr kommen um die 30.000 Euro an Spenden zusammen, rund 5.000 Menschen haben das Angebot in den letzten fünf Jahren genutzt.
Autor: Darko Jakovljevic

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