Weltbilder

Dienstag, 08. Mai 2018, 23:30 bis 00:00 Uhr
Donnerstag, 10. Mai 2018, 01:30 bis 02:00 Uhr

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China: Karl Marx und Kapitalismus pur

Obwohl die große Ära des Kommunismus vorbei ist, will man in China von Karl Marx nicht lassen. Bis heute ist der Marxismus in der Staatsverfassung und in der Verfassung der KP festgeschrieben. Auch in Schulen und an Universitäten ist Marx Pflichtveranstaltung. Staatspräsident Xi Jinping ruft lauter denn je nach sozialistischen Kernwerten und verordnet, dass vom Politbüro-Führungszirkel bis zum einfachen Parteikader alle wieder Marx studieren sollen. Absurd in einem Land, das seit fast 40 Jahren auf radikalen Kapitalismus setzt. Nirgends auf der Welt gibt es mehr Milliardäre, als in China - dazu kommt eine immer größere Mittelschicht, die sich ungebremst dem Konsumrausch hingibt. Auf der anderen Seite stehen Millionen von Wanderarbeitern, die es nicht aus der Armut herausschaffen und keine schützenden Arbeitsrechte kennen. Während Marx und seine Folgen in der deutschen Heimat kritisch diskutiert werden, sieht sich die Parteiführung in Peking längst als wahrer Erbe des Deutschen. Der Marxismus lebt in China - irgendwie zumindest.
Autor: Daniel Satra

Syrien: Das vergessene Rakka

Einst war Rakka die Hauptstadt des sogenannten Islamischen Staats (IS). Im Oktober vergangenen Jahres befreite die internationale Koalition die IS-Zentrale und bombte Rakka zugleich in Trümmer. Rund 70 Prozent der Gebäude sind bis heute zerstört oder schwer beschädigt, es gibt kein fließend Wasser und nur selten Strom. Dabei sind etwa 100.000 Menschen nach Rakka zurückgekehrt und versuchen inmitten zerbombter Häuser ein neues Leben aufzubauen. Das ist sehr gefährlich, weil es bis heute Sprengfallen des IS gibt. Laut UN sterben dadurch jeden Monat 120 Menschen. Hilfe aus dem Ausland fehlt in Rakka, auch internationale Hilfsorganisationen sind nicht in der Stadt aktiv.
Autor: Volkmar Kabisch

Interview

"Rakka braucht dringend internationale Hilfe"

08.05.2018 23:30 Uhr

Die internationale Koalition befreite 2017 das syrische Rakka. Etwa 100.000 Menschen kehrten zurück. Hilfe aus dem Ausland gibt es nicht. Wie kann ein Wiederaufbau gelingen? NDR Fernseh-Autor Volkmar Kabisch im Interview. mehr

Türkei: Denunzieren für Erdogan

Besser mal politische Aussagen via E-Mail oder WhatsApp überdenken, Vorsicht mit kritischen Bemerkungen über Staatspräsident Erdogan - auch in der Öffentlichkeit: Wer in der Türkei nicht aufpasst, riskiert womöglich eine Anzeige. Seit dem Putschversuch im Jahr 2016 ist die Zahl anonymer Anzeigen stark angestiegen und die türkische Regierung fördert das Denunziantentum. Beim Innenministerium gibt es dafür eine extra eingerichtete Telefonhotline, bei der vermeintliche Regierungsgegner gemeldet werden können. Es drohen Verhaftungen und Gefängnis – in der Gesellschaft entsteht ein Klima der Angst.
Autor: Oliver Mayer-Rüth

Neuseeland: Retter aus der Luft

Nur wenige ausgebaute Straßen durchkreuzen das oft wild zerklüftete Neuseeland. Ein Albtraum für Menschen in Not. Wer hier krank wird oder einen Unfall hat, für den geht es schnell um Leben oder Tod. Dann müssen die Flying Doctors kommen – die Retter aus der Luft. "Ich mache meinen Job am besten, wenn ich die Namen der Patienten nicht kenne", sagt Helikopter-Pilot Stuart Farquhar. Jeder im Team hat hier seine eigene Strategie: Krankenpfleger Wayne Ledgerwood und Intensivkrankenschwester Juliette Fitzpatrick verarbeiten ihren Job mit jeder Menge schwarzem Humor. Zu dritt erlebt die Crew von den Flying Doctors in Christchurch dramatische Noteinsätze. Ein Motorradunfall an einem ausgetrockneten Flussbett, ein Selbstmordversuch auf dem Land, ein Herzinfarkt mit Todesfolge in den Bergen. Und das manchmal alles an nur einem einzigen Tag.
Autorin: Sandra Ratzow

Kenia: Zweite Chance - Schule für Erwachsene

Wann ändert die blaue Lösung ihre Farbe und warum? Die Schüler arbeiten sorgfältig, denn im Chemieunterricht darf nichts schiefgehen, schließlich hantieren sie hier mit Kaliumpermanganat - und das ist giftig. Es handelt sich um eine besondere Klasse. Die Schüler der Klasse 10 sind bereits zwischen 20 und 50 Jahren alt. Sie alle wollen ihren Schulabschluss nachholen. Die 38-jährige Milicent Yewa steht kurz davor. Seit fast zwei Jahren drückt sie wieder die Schulbank. Sie wurde jung verheiratet, schloss mit schlechten Noten damals die Schule ab und konnte deshalb keinen guten Job finden. Mittlerweile hat die sie zwei Kinder. Gerade für die beiden möchte sie ein Vorbild sein. "Du hast eine Geschichte zu erzählen. Auch deinen Kindern. Wenn wir wieder zur Schule gehen, motiviert das auch die Kinder und ich kann ihnen sagen: 'Sei nicht so wie ich, mach es jetzt, wo Du noch die Zeit dazu hast!'" Ihr Sohn ist sehr stolz auf sie: "Mir geht es gut, weil Mama auch lernt. Sie lernt, damit sie später Krankenschwester werden kann. Ich lerne, damit ich Ingenieur werde. Wenn ich groß bin, sorge ich dann für meine Eltern."
Autoren: Caroline Hoffmann, Christian Feld

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