Weltbilder

Dienstag, 24. April 2018, 23:30 bis 00:00 Uhr
Donnerstag, 26. April 2018, 01:45 bis 02:15 Uhr

Julia-Niharika Sen moderiert Weltbilder.

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Neuseeland: Verschmutzte Gewässer im Naturparadies

Das Image ist reine Natur, doch auch Neuseeland kämpft mit Überdüngung und der Nitrat-Belastung des Grundwassers. In den letzten Jahren ist das Land der Schafzüchter immer mehr zum Land der Kuhhirten geworden. Mittlerweile gibt es mehr Rinder als Menschen in Neuseeland: insgesamt 6,6 Millionen Tiere. Doch das bringt Probleme: Jede Kuh scheidet pro Tag bis zu 50 Kilo Urin und Kot aus, viel davon sickert in den Boden. Die Nitrat-Werte im Grundwasser und in Flüssen sind alarmierend. Neuseeländisches Trinkwasser muss jetzt oft stark behandelt werden. Wir brauchen mehr Zeit, um eine Lösung zu finden, sagt Bauer Muir. Die Landwirtschaft sei für Neuseeland immens wichtig. Knapp 50.000 Jobs hängen an der Milchproduktion. Milch ist ein Exportschlager.
Autorin: Sandra Ratzow

Indien: Religiös motivierter Mord an muslimischem Mädchen?

Das letzte Mal, dass das muslimische Nomaden-Mädchen Asifa lebend gesehen wurde, hütete sie die Pferde ihrer Familie in einem Tal in der Region Kaschmir. Dann verschwand die Achtjährige. Eine Woche später wurde sie in einem Waldstück gefunden, offensichtlich vor ihrer Ermordung gefoltert und mehrfach vergewaltigt. Ganz in der Nähe eines Hindu-Tempels. In dem Gotteshaus fand die Polizei Haare des Opfers. Kurz darauf wurden der Tempelverwalter und sieben mutmaßliche Komplizen festgenommen. Das mögliche Motiv: Die nationalistischen Hindus wollten ein Exempel statuieren, um die verhassten Moslems zu vertreiben. Asifas Vater glaubt, dass die Grausamkeit einem furchtbaren Plan folgte: "Die Hindus im Tal wollen uns vertreiben, deshalb haben sie meine Tochter getötet. Sie hassen uns. Sie wollen verhindern, dass wir im nächsten Winter zurückkommen." Seit ein paar Tagen müssen sich die Täter vor Gericht verantworten. Die Beweislast gegen die Angeklagten ist erdrückend. Einer von ihnen, der Neffe des Tempelverwalters, hat inzwischen gestanden: Sein Onkel habe das Verbrechen monatelang geplant, um die Muslime zu verschrecken.
Autor: Markus Spieker

Bulgarien: Gewalt gegen Ehefrau keine Straftat

Maria ist nochmal davon gekommen. Sie und ihre acht Monate alte Tochter bekamen einen der wenigen Plätze im Frauenhaus von Pernik, knapp 30 Kilometer süd-westlich von Sofia. Denn fünf andere Frauen wurden in Bulgarien allein in den ersten Monaten des Jahres von ihren Ehemännern tot geprügelt. Marias Ehemann brach ihr den Arm, da ergriff sie samt Baby die Flucht: "Daraufhin begann er mich am Telefon zu terrorisieren und kam eines Tages mit einer Axt zum Haus. Er schlug erst das Tor ein und die Scheiben und dann kletterte er durch ein Fenster. Er demolierte das ganze Haus mit der Axt. Im letzten Moment konnte ich fliehen. Er bedrohte meine Mutter und das Kind, die Schreie waren fruchtbar." Eine Anzeige wurde von der Polizei nicht weiter verfolgt. Häusliche Gewalt gilt in Bulgarien nicht als Straftat. Marias Ehemann wurde weder wegen Körperverletzung noch Sachbeschädigung belangt. Ihr blieb nur die Flucht ins Frauenhaus.
Autor: Till Rüger

Fidschi: Umsiedlung wegen Klimawandel

Vanua Levu, Fidschis zweitgrößte Insel ist vulkanisch und sehr fruchtbar. Doch die Zeiten, in denen hier traumhafte Zustände herrschten, sind lange vorbei. Die Inselbewohner verlieren ihre Heimat. Die Siedlung Vunidongoloa musste umziehen. Der Ozean ließ ihr keine Wahl. Der Wasserpegel steigt stetig. Jetzt sitzt das Dorf auf einem Hügel, zwei Kilometer Luftlinie vom Wasser. 32 neue Häuser für 132 Bewohner. Dorfchef Sailosi Ramatu ärgert zwar, dass seine Gemeinde - unverschuldet - ein Drittel der Kosten tragen musste, erkennt aber doch die Vorzüge: "Wir lieben es hier. Denn jetzt sind wir außer Gefahr. Besonders unsere junge Generation, die Kinder. Am alten Ort sehen wir keine Nutzpflanzen mehr oder Gemüse. Da ist alles vom Salzwasser überschwemmt."
Autor: Uwe Schwering

Pakistan: Schule für Straßenkinder in Karachi

Sie lernen Lesen und Schreiben, Rechnen und ein wenig Englisch. Eigentlich ganz normal. Doch der Lärm dabei ist nahezu unerträglich. Tausende Autos rasen an ihrem "Klassenzimmer" vorbei. Unter einer riesigen Autobrücke müssen die Kinder lernen, links und rechts einige der am stärksten befahrenen Straßen von Karachi. Zwischen hundert und zweihundert Straßenkinder kommen jeden Morgen hierher. Keines von ihnen hat je eine richtige Schule besucht. Nun hilft Schulleiterin Syeda Zaidi den Kindern. Neben dem Unterricht gibt es eine warme Mahlzeit am Tag. Allerdings fehlt das Geld für richtige Klassenräume, in denen man in Ruhe lernen könnte. Die Kinder - ausgebeutet, geschlagen, von den Eltern im Stich gelassen - träumen von einem besseren Leben. Ahmad zum Beispiel will Arzt werden. Dafür schläft der Junge nachts auf dem Fußboden der Schule. Während um ihn herum der Straßenlärm von Karachi tobt.
Autor: Markus Spieker

USA: Keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall

Stephanie Tucker hat Brustkrebs. Als sie die Diagnose erhielt, dachte sie als erstes an ihre Arbeit - und dass niemand erfahren dürfe, dass sie so krank ist. "Arbeit und Chemotherapie lässt sich eigentlich nicht gleichzeitig machen. Die Chemotherapie macht dich völlig fertig, aber du musst trotzdem arbeiten gehen, um dein Dach über dem Kopf nicht zu verlieren." Pure Angst treibt sie um, wegen der Krankheit den Job zu verlieren oder auf Lohn verzichten zu müssen, so dass sie die Rechnungen nicht mehr zahlen kann. In den USA ist kein Chef zur Lohnfortzahlung verpflichtet. Nur wenige Bundestaaten oder Städte haben bislang arbeitnehmerfreundliche Regelungen eingeführt. Und Stephanie Tucker hat sogar noch Glück: Ihr Arbeitgeber ist staatlich. Sie hat anders als viele Amerikaner dadurch zumindest ein paar bezahlte Urlaubs- und Krankentage. Aber nicht genug, um eine Krebserkrankung behandeln zu lassen. Ihre Medikamente lässt sie sich jetzt immer am Freitag zwischendurch geben, damit sie sich am Wochenende erholen kann. Und am Montag schleppt sie sich wieder ins Büro. Ob sie gesund wird, ist die eine Frage - ob sie finanziell überlebt, die andere.
Autorin: Claudia Buckenmaier

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