Weltbilder

Dienstag, 06. März 2018, 23:30 bis 00:00 Uhr
Donnerstag, 08. März 2018, 01:45 bis 02:15 Uhr

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03:26

Making of: Verstrahltes Paradies im Südpazifik

06.03.2018 08:10 Uhr

Hauptsache der Müll ist weg! Das war das Motto, unter dem die Reste der amerikanischen Atomtests auf den Marshall-Inseln vergraben wurden. Uwe Schwering begibt sich auf Spurensuche. Video (03:26 min)

Südpazifik: Verstrahltes Paradies

Eine Betonkuppel ragt aus dem Sand der Marshall-Inseln, darunter verbergen sich mehr als 90.000 Tonnen verstrahlter Müll. Der "Atomdom": Ein stummer Zeuge der düsteren Vergangenheit, die hier noch längst nicht abgeschlossen ist. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren die Marshall-Inseln Treuhandgebiet der Amerikaner. Und diese nutzten die Region als Testgebiet für Kernenergiewaffen. Mehr als 60 Atombomben detonierten in der Zeit. Ein nukleares Dauergewitter, mit dem die Atolle Eniwetok und Bikini traurige Berühmtheit erlangten. "Es ist eindeutig ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, wenn man ein Volk einem solchen fortdauernden Risiko aussetzt", sagt Bill Graham, der jahrelang Bürgerbeauftragter für Entschädigungsverfahren war. Er wirft den USA vor, bis heute ihrer Verantwortung für die Bewohner der Atolle nicht gerecht zu werden.
Autor: Uwe Schwering

 

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Aufbau und Trauer sieben Jahre nach dem Tsunami

06.03.2018 23:30 Uhr

Die Tsunami-Welle von 2011 hat den Ort Rikuzentakata im Norden von Japan fast völlig zerstört. Die Menschen bauen ihr Zuhause wieder auf, aber die Verluste sind groß. Bildergalerie

Japan: Wiederaufbau einer Tsunami-Stadt

Der Tsunami zerstörte fast alles, aber ihre Liebe nicht: Sachiko Kumagai schreibt noch immer. Fast jeden Tag einen Brief an ihren Mann. Doch er antwortet nie, denn er wird seit sieben Jahren vermisst. Sie will nicht akzeptieren, dass er tot ist. Frau Kumagai lebt vereinsamt in einem Haus in Rikuzentakata im Norden von Japan. Die Welle walzte am 11. März 2011 einmal durch den Ort und machte fast alles platt. Die Menschen versuchten noch zu fliehen, nur jeder zehnte schaffte es. 2.400 Tote gab es allein in diesem Ort. Die Küstenstadt Rikuzentakata hat viele Tsunamis erlebt, aber nie so einen wie damals. Heute ist der Ort eine einzige Baustelle. Japan versucht mit aller Macht, den Naturgewalten zu trotzen. Es werden Deiche erhöht und eine Schleuse gebaut. Der gesamte Ort wird aufgeschüttet, am Ende soll die Stadt 12 Meter höher liegen. 830 Millionen Euro gibt Japan allein für dieses Projekt aus.
Autor: Gábor Halász

Italien/Frankreich: Flüchtlingsretter in den Alpen

Flüchtlinge finden immer einen Weg. Egal, wie viele Flüchtlingsrouten geschlossen werden, egal wie groß die Abschottung ist, die Europas Regierungen verfügt haben. In ihrer Verzweiflung versuchen Menschen aus afrikanischen Ländern auch im Winter, die Alpenpässe zwischen Italien und Frankreich zu überwinden. Es gibt Bewohner aus den Bergdörfern, die ihnen helfen - und sich damit strafbar machen. Europäisches Recht verbietet nämlich, dass Privatpersonen Flüchtlingen helfen, selbst wenn diese sich in Lebensgefahr bringen. Man habe eine Verantwortung, den Menschen zu helfen, sagen die Helfer, Schleuser seien sie nicht.
Autorin: Lourdes Picareta

Dänemark: Mordprozess gegen Madsen

Was passierte in der Augustnacht 2017 an Bord des U-Boots "Nautilus"? Warum musste die Journalistin Kim Wall sterben? Das weiß nur einer: Peter Madsen. Am Donnerstag beginnt der Prozess gegen den 47-Jährigen. Geht es nach der Staatsanwaltschaft soll er lebenslang hinter Gitter: Er muss sich wegen Mordes, Leichenschändung und "besonders gefährlicher" sexueller Übergriffe im Prozess verantworten. Das von Madsen selbst konstruierte U-Boot "Nautilus" steht jetzt als Beweismittel in einem Kopenhagener Industriegebiet. Gemeinsam mit Madsen war die investigative Journalistin Wall im U-Boot auf den Öresund hinausgefahren, wo die 30-Jährige den exzentrischen Erfinder interviewen wollte. Madsen gibt später zu, ihre Leiche zerstückelt und über Bord geworfen zu haben, aber getötet habe er sie nicht.
Autor: Clas Oliver Richter

Ägypten: Sexuelle Übergriffe auf Frauen

Sie wurde in einem Shopping-Center erstmals sexuell belästigt, wehrte sich, brachte den Fall zur Anzeige. Der Fall wurde öffentlich. In einer Fernsehsendung aber wurde ihr vorgeworfen, mit anzüglicher Kleidung und Verhalten selbst an dem Übergriff schuld zu sein. Ihr Angreifer kam mit einer Strafe von nicht einmal vier Dollar davon. Ihr Ruf war ruiniert. Im vergangenen Oktober schließlich attackierte sie der Mann ein zweites Mal - diesmal mit einem Messer. Seither entstellt eine Narbe ihr Gesicht. Heute rät sie anderen Frauen, sexuelle Übergriffe in Ägypten nicht zu melden. Kairo gilt laut der Studie der Thomson Reuters Foundation als gefährlichste Stadt der Welt für Frauen. Sexuelle Übergriffe, verbale Ausfälle, Anzüglichkeiten gelten in der Metropole am Nil noch immer als selbstverständlich. Vor fünf Jahren zeigte eine UN-Studie, dass mehr als 99 Prozent der Ägypterinnen sexuelle Gewalt erlebt haben. Ein Beitrag zum Weltfrauentag über fehlende Frauenrechte in Ägypten und Start-Ups, die mit Smartphone-Apps versuchen Frauen im Notfall zu helfen.
Autor: Daniel Hechler

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