Weltbilder

Dienstag, 09. Januar 2018, 23:30 bis 00:00 Uhr
Donnerstag, 11. Januar 2018, 01:40 bis 02:10 Uhr

Julia-Niharika Sen.

5 bei 2 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Barbuda: Leben nach dem Hurrikan

Die Menschen auf den Karibikinseln sind Hurrikans gewohnt. Die Stürme gehörten schon immer zum Leben auf den Tropeninseln dazu. Die Insulaner haben sich eine gewisse Gelassenheit im Umgang mit ihnen angewöhnt. Doch durch den Klimawandel ändert sich das, denn die Stürme werden immer zerstörerischer und bedrohlicher - für die Inseln und ihre Einwohner. Das gilt auch für Barbuda. Vor Hurrikan "Irma" war die Insel mit den längsten Sandstränden der Region ein Geheimtipp in der Karibik. Doch nun liegt das Paradies in Trümmern. Die Folgen des Klimawandels treffen besonders die, die kaum für ihn verantwortlich sind, meint Ruleta Camacho von der Umweltbehörde: "Unsere Emissionen sind sehr sehr gering im globalen Vergleich. Worauf es ankommt ist, dass die großen Länder dieser Welt, die mehr Schadstoffe ausstoßen, begreifen, was der Klimawandel für ein kleines Land bedeutet. Dass wir bald unsere Bevölkerung umsiedeln müssen."
Autor: Steven Galling

Großbritannien: Nannys für die Elite von morgen

Kinderlieder singen und Geschichten vorlesen: Im traditionellen Norland College reicht das nicht als Qualifikation. Denn hier werden seit 125 Jahren die besten Kinderbetreuer des Landes ausgebildet. Mit frisch gebügelter beigefarbener Uniform erscheinen die Schülerinnen zum Unterricht - und seit neuestem auch sieben Schüler. Sie lernen putzen, nähen und bügeln, aber dazu auch Kinderpsychologie und Finanzmanagement. Die erfolgreichen Absolventen bekommen nach teurer Ausbildung nicht nur ein Diplom, sondern auch Zugang zu einem internationalen, hochbezahlten Jobmarkt. Reiche und Prominente aus allen Erdteilen ringen um die höchstausgebildeten Super-Nannys.
Autorin: Julie Kurz

Montenegro: Das Comeback der Jogginghose

Sind sie Statussymbol oder Fashion-Statement? Billigartikel oder Luxusware? Inzwischen sieht man sie überall auf dem Balkan, in wachsender Zahl. Vor allem Männer tagen Jogginghosen auffallend oft und gerne. Doch warum trägt "Mann" auf dem Balkan so gerne das legere Beinkleid? Diesen Fragen ist unser Korrespondent Till Rueger nachgegangen. Seine Suche nach Antworten beginnt in einer der Haupteinkaufstraßen von Montenegros Hauptstadt Podgorica. Der ein oder andere hat dort die passenden Argumente für das Beinkleid parat: "Wir haben hier keine so festgelegten Arbeitszeiten, bei denen jeder schon vormittags seinem Job nachgehen muss, da kann man leichter Jogginghosen tragen." "Wie sollte ich denn sonst rumlaufen, etwa nackt?" "Man braucht sie nicht bügeln und sie sind wie ein Schlafanzug, schnell rein - schnell raus." Zwischen den dunklen Bergen Montenegros und den Betonbauten aus der sozialistischen Zeit liegt angeblich das Paradies für Jogginghosen und andere Trägerware. Hunderte, wenn nicht tausende Jogginghosen sind im Angebot. Der Gintash-Markt ist ein halbüberdachter Großmarkt für die bequemsten aller Beinkleider.Tagelang könnte man hier suchen und würde doch immer noch eine neue Variante der balkanesischen Jogginghose finden.
Autor: Till Rüger

China: Importstopp für ausländischen Müll

Mehr als die Hälfte des weltweiten Mülls wurde bislang nach China verkauft. Damit ist nun Schluss: Die Regierung in Peking hat einen Importstopp verhängt. Umweltaktivisten jubeln - doch Deutschland bekommt ein Problem. Milliarden Tonnen Plastikmüll fallen in den Industrieländern jährlich an und landen oft in China. 2016 verschiffte allein Deutschland 560.000 Tonnen Alt-Plastik in die Volksrepublik. Das ist etwa ein Drittel der gesamten EU-Exporte von 1,6 Millionen Tonnen in das Land, das daraus neuen Kunststoff macht. Ganze Landstriche in der Volksrepublik verdienten bislang ihren Lebensunterhalt mit dem Ausschlachten und Sortieren von Müll zur Rohstoffgewinnung. Gearbeitet wird zum Teil unter erbärmlichen Bedingungen, Familien leben auf Müllhalden. In Guiyu etwa, einer Stadt in Südchina, in der besonders viele Geräte ausgenommen werden, konnten Ärzte bei 80 Prozent der untersuchten Kinder hohe Konzentrationen an Blei im Blut nachweisen. Was sich nicht wiederverwerten lässt, landete bislang oft in Flüssen, auf Äckern und schließlich auf dem Teller.
Autor: Mario Schmidt

Schweden: #Metoo-Debatte - Frauen wehren sich

Auf dem Spielfeld fühlt sich Linnea Claeson am wohlsten. Mit ihrem Team zu trainieren ist für die 25-jährige Schwedin mehr als nur lästige Pflicht einer Profi- Handballerin. Die Kämpferin auf der Außenposition gilt als Leistungsträgerin ihrer Mannschaft. Aber nicht nur auf dem Handballfeld kämpft Linnea. Für viele ist sie eine Heldin, weil sie sich gegen sexuelle Erniedrigung wehrt. Immer wieder musste sie sich anzügliche und erniedrigende Posts auf ihren Social-Media-Accounts gefallen lassen. Linnea wollte sich all das irgendwann nicht mehr gefallen lassen und machte die Belästigungen öffentlich. Nun wird sie bedroht und beleidigt. Das macht ihr Angst, aber aufgeben wird sie deshalb nicht: "Ich hoffe, dass Mädchen, die heute geboren werden, nicht das erleben müssen, was ich erlebt habe. Zu wissen, dass ich immer wieder sexueller Gewalt ausgesetzt sein werde, so lange ich lebe, das darf nicht sein. Wir können so nicht leben."
Autor: Clas-Oliver Richter

USA: Trump-Buch sorgt für Furore

Das Enthüllungsbuch "Fire and Fury" von Journalist Michael Wolff wurde binnen kürzester Zeit zum Bestseller und schlägt weiter hohe Wellen. Der Autor zitiert zahlreiche Mitarbeiter des US-Präsidenten Trump, die deutliche Zweifel an seiner Amtsfähigkeit äußern. Trump selbst bezeichnete sich daraufhin beim Kurznachrichtendienst Twitter als "sehr stabiles Genie". Den Verfasser nannte er einen "total unglaubwürdigen Autor" und "totalen Versager". In dem Buch heißt es unter anderem, Trump könne sich nur kurz konzentrieren und wolle keine schriftlichen Notizen lesen. Wolff zitiert diverse Vertraute und Berater des Präsidenten, die ihn als "Idiot" oder "Trottel" betiteln. Das Buch ist mittlerweile in den USA vergriffen.
Autor: Stefan Niemann

Redaktionsleiter/in
Christiane Justus
Moderation
Julia-Niharika Sen
Produktionsleiter/in
Stefanie Röhrig
Redaktion
Nicole Bölhoff
Daniel Satra
NDR Logo
Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/weltbilder/Weltbilder,sendung726056.html