Weltbilder

Dienstag, 10. November 2020, 23:40 bis 00:10 Uhr
Donnerstag, 12. November 2020, 02:15 bis 02:45 Uhr

Lettland: Corona-Test am Automaten

Steigende Corona-Infektionszahlen meldet auch Lettland. Doch es werden auch immer wieder neue Ideen entwickelt. So gibt es jetzt die Möglichkeit, einen Corona-Test am Automaten zu machen. Didzis Gavars hat sich da etwas ausgedacht. Pragmatisch, lettisch: Den ersten vollautomatischen Corona-Test-Automaten. In nur 40 Tagen von der Idee bis zum Prototypen. Ein Kasten, der wie eine Mischung aus Verkehrsblitzer und Getränkeautomat aussieht, ist der ganze Stolz von Didzis Gavars. Gavars kennt sich aus. Er betreibt eines der größten Labore in Riga. Wer sich online vorab registriert, soll sich in Zukunft an seinem Automaten rund um die Uhr sein Corona-Test-Kit abholen können. "Hier in dieser Kiste befindet sich alles, was man für einen ganz regulären Speicheltest benötigt. Eine genaue Anleitung, eine infektionsgeschützte Plastiktüte, ein verschließbares Röhrchen für die Speichelprobe. Mit all dem kann ich zuhause in aller Ruhe einen Test machen, danach alles zurück in die Tüte stecken und die Box anschließend wieder hierher zurückbringen." Gavars arbeitet seit April an den Speicheltests. 20.000 Proben hat er schon analysiert. Die Genauigkeit werde immer besser. Für ein Screening der Bevölkerung seien die Tests also durchaus geeignet. Krisen machen erfinderisch, sagen die Letten.
Autor: Christian Stichler

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Riga mit Blick auf die Kathedrale © picture alliance/Loop Images Foto: Slawek Staszczu

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Australien: Nach dem großen Feuer zurück in die Wildnis

Es waren die verheerendsten Buschfeuer in der Geschichte Australiens. Vor einem Jahr starben unzählige Tiere oder wurden von den Flammen verletzt. Inzwischen können viele der gesund gepflegten Koalas wieder zurück in ihren Lebensraum. Für Koala Murton ist heute ein großer Tag. Für ihn geht es zurück in die freie Wildbahn. Für seine menschlichen Zieh-Eltern ist es ein bittersüßer Abschied, zehn Monate lang haben die Wildtierpfleger das Beuteltier versorgt. "Es gibt kein besseres Gefühl, als einen Koala, den du nach einer Verletzung gepflegt hast, wieder in die Natur zu entlassen, den Kleinen einen Baum raufklettern zu sehen", sagt Dana Mitchell vom Wildtierpark Kangaroo Island. Murton und viele seiner Artgenossen auf dem ganzen Kontinent sind durch die Feuerhölle gegangen. Buschfeuer hatten sechs Monate lang in Australien gewütet, eine Waldfläche, größer als Irland, vernichtet. Behutsam kehrt das Leben in die verbrannten Wälder zurück. Doch gerade Koalas brauchen viel Grün, um in der freien Wildbahn zu überleben. Viele sind deshalb in Zoos im ganzen Land untergebracht. Nur die Stärksten können ausgewildert werden.
Autorinnen: Sandra Ratzow, Katharina Tschurschenthaler

USA: Porträt Kamala Harris

Sie ist die erste US-Vizepräsidentin und die erste Schwarze in diesem Amt. Kamala Harris ist Stellvertreterin des neu gewählten Präsidenten Joe Biden und seine mögliche Nachfolgerin. Ungezwungen nahbar und strahlend repräsentativ – Kamala Harris kann beides. Sie will Vorbild sein, für Frauen, egal welcher Hautfarbe. "Ich mag die erste Frau in diesem Amt sein, aber nicht die letzte. Jedes kleine Mädchen, das mich hier heute sieht, erkennt, dass die USA ein Land der Möglichkeiten sind." Sie war bereits Generalstaatsanwältin und unerbittlich fragende Senatorin, die die Gegenseite oft sprachlos zurückließ. Als Präsidentschaftskandidatin ging sie Joe Biden hart an. Sie weiß, was sie will. Harris soll vor allem den Schwarzen beweisen, dass sie von dieser neuen Regierung gehört werden. Das politische Programm ist ambitioniert. "Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit, die harte Arbeit. Leben retten und die Epidemie bekämpfen, unsere Wirtschaft wiederaufbauen, damit sie den Arbeitern nutzt, den systematischen Rassismus in unserer Justiz und Gesellschaft beseitigen, die Klimakrise bekämpfen, unser Land zu einen und die Seele unserer Nation zu heilen." Mit ihren Groß-Nichten präsentiert sie sich auf der Bühne, stolz und selbstbewusst. Eine moderne Vizepräsidentin, mit dem Ziel, die Nummer eins zu werden.
Autorin: Claudia Buckenmaier

Spanien: Flüchtlinge auf Kanarischen Inseln

Die kanarischen Inseln blieben bisher weitgehend verschont von der zweiten Corona-Welle. Sie haben aber mit einem ganz anderen Problem zu kämpfen: Immer mehr Flüchtlingsboote kommen auf der spanischen Inselgruppe an. Meist völlig entkräftet und traumatisiert kommen die Geflüchteten in Spanien an. Behörden, Ärzte, Ärztinnen und Freiwillige versuchen, ihnen so gut es geht zu helfen. Viele Urlauber bekommen von den Nöten der Geflüchteten kaum etwas mit.
Autorin: Natalia Bachmayer

GB/EU: Der Brexit rückt näher

Keine acht Wochen mehr, dann kommt der Brexit. Doch nach wie vor gibt es kein Handelsabkommen zwischen der EU und Großbritannien. Unsere Reporterinnen und Reporter haben sich in Großbritannien und Belgien umgehört, wie sich Unternehmen, die voll und ganz auf den Export setzen auf den Brexit vorbereitet haben.
Autoren: Vassili Golod, Judith Wedel

Niederlande: Der letzte Wunsch Sterbender

Manche sterbenskranke Menschen haben noch einen letzten Wunsch. Zum Teil auch einen ausgefallenen. In den Niederlanden setzt die Stiftung "Wunsch-Ambulanz" alles daran, ihren Patienten diesen letzten Wunsch zu erfüllen. So wie dem todkranken Herzpatienten Liekele, der unbedingt noch einmal ein Bier in einer Kneipe mit Freunden trinken möchte.
Autor: Thomas Aders

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