Weltbilder

Dienstag, 18. August 2020, 23:30 bis 00:00 Uhr
Donnerstag, 20. August 2020, 02:05 bis 02:45 Uhr

Bulgarien: Partys an Goldküste wegen Corona verboten

Die Region um Varna an der bulgarischen Schwarzmeerküste gilt als "Ballermann des Ostens". Tausende feierwütige Touristen und Touristinnen verleben hier jedes Jahr aufregende Wochen in der Sonne und mit viel günstigem Alkohol. Auch in den vergangenen Wochen wurde ordentlich gefeiert. Doch nachdem die Corona-Infektionszahlen stark gestiegen sind, hat das Robert Koch Institut jüngst eine Reisewarnung ausgesprochen und auch die lokalen Behörden haben die Vorgaben für Gäste und Wirte verschärft. Momentan fällt die Party an der Goldküste aus. Was bedeutet das für die Menschen, die vom Tourismus leben? Wir schildern die Situation auf der ausgebremsten Partymeile an der bulgarischen Schwarzmeerküste.
Autor: Christian Limpert

VIDEO: Bulgarien: Partys an Goldküste wegen Corona verboten (4 Min)

Mexiko: Indigene sehen Chance in Corona-Pandemie

Sie sind einfache, indigene Landwirte und bekannt für ihr Kunsthandwerk. Sie leben im abgelegenen Bundesstaat Oaxaca, von vielen Landsleuten als rückständig belächelt. Doch in Covid-Zeiten sind sie plötzlich im Vorteil, denn sie leben mit der Natur und können sich selbst versorgen: eigenes Geschirr, Wasser aus dem Fluss, Essen, Heilpflanzen. In Mexiko heißt es oft: Entweder wir sterben an Hunger oder wir sterben an Covid-19. Diese Angst haben die indigenen Landwirte in Oaxaca nicht. Sie geben sich philosophisch: Corona sei für uns alle eine Chance, nachzudenken. Wie gehen wir mit den Tieren um, wie mit der Natur, wie mit uns Menschen selbst. „Genießt Ihr Eure Kühe, Esel und Pferde?", fragen sie. Das urbane Leben sei voller Stress, Plastik und Beton. Sie nehmen nur so viel wie sie brauchen von der Erde. Die Herausforderung durch das neue Corona-Virus mache klar: Der Mensch ist Teil der Natur, nicht ihr Herr.
Autorin: Xenia Böttcher

Zypern: Echte Freiheit nach 60 Jahren Unabhängigkeit?

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Blick auf ein Dächermeer von Nikosia, Teil der Republik Zypern. © dpa picture allance Foto: Bildagentur Joko

Quiz: Was wissen Sie über Zypern?

Sie kennen sich aus mit Themen über Zypern? Testen Sie Ihr Wissen! Quiz

Es ist genau 60 Jahre her, dass Zypern seine Unabhängigkeit vom britischen Empire erlangen konnte. Doch die Insel im östlichen Mittelmeer ist weiterhin Spielball der regionalpolitischen Interessen. Seit der türkischen Invasion 1983 ist Zypern eine geteilte Insel. Die Menschen im Norden leben getrennt vom Südteil. International anerkannt ist die Republik Zypern im Süden, die inzwischen auch Mitglied der EU ist. Viele junge Menschen kämpfen weiter für eine Wiedervereinigung. Vor allem die türkische Regierung nutzt die Teilung für ihre eigenen Interessen. Türkische Firmen wollen Gas- und Ölvorkommen in zypriotischen Gewässern fördern, obwohl die EU und internationale Vereinbarungen dagegenstehen. Deswegen ist es vor einigen Wochen fast zu einer militärischen Konfrontation zwischen türkischer Marine und französischen Schiffen gekommen. Und so bleibt nach 60 Jahren die Frage: Wie unabhängig ist Zypern eigentlich?
Autorin: Katharina Willinger

USA: Hühner als Statussymbol im Silicon Valley

Für viele im Silicon Valley ist Leslie Citroen "die Hühnerflüsterin". Sie züchtet Hühner, 45 Rassen, und verkauft die Tiere an die Reichen im Tal der erfolgreichen Technologie-Unternehmen. "Diese Hühner haben das große Los gezogen. Sie bekommen ein unglaubliches Zuhause, werden mit Liebe und Würde behandelt." Je nach Rasse kann ein Huhn bis zu 250 Dollar kosten. Für viele der Wohlhabenden sind Hühner inzwischen ein Statussymbol, mit dem sie zeigen, dass sie tierlieb und naturnah leben wollen. Außerdem legen die Hühner Eier. Marcus Mann ist ein erfolgreicher Hedgefonds-Manager. Er hat seinen Hühnern im Garten ein Hühnerparadies angelegt, die 20.000 Dollar hat er gerne ausgegeben. Und manche der Hühner sind ihren Besitzern so sehr ans Herz gewachsen, dass sie ihren Tieren nach dem Tode einen eigenen Grabstein gönnen.
Autorin: Claudia Buckenmaier

Japan: Bürokratie behindert digitalen Fortschritt

Steuerberater Nakajima muss viele Dokumente abstempeln. Für jeden seiner 5.000 Kunden besitzt er einen sogenannten "Hanko", den Stempel, der jeden bürokratischen Akt offiziell absegnet. Digitale Unterschriften gelten nicht in Japan, und viele Unternehmer stehen einer umfassenden Digitalisierung sowieso kritisch gegenüber. "Jedes Geschäft ist einer plötzlichen Digitalisierung gegenüber sehr misstrauisch", sagt ein Digitalberater frustriert. Einst galt Japan als Land des technologischen Fortschritts, inzwischen hinkt die Wirtschaft mit ihrer schlechten digitalen Struktur vielen anderen Staaten hinterher. Und der Hanko gilt als Beispiel für bürokratische Traditionen, die beispielsweise das Homeoffice unmöglich machen. Denn der Stempel muss in den Firmen gelagert werden und die Dokumente müssen auf Papier ausgedruckt werden. Wir berichten über Japan, in dem Tradition und digitale Zukunft nicht zusammenfinden.
Autor: Uwe Schwering

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