Weltbilder

Dienstag, 02. März 2021, 23:30 bis 00:00 Uhr

Mexiko: Ökotourismus fördert Meeresforschung

Vor der Baja California an der Pazifikküste Mexikos sind Meeresforschende dem Marlin auf der Spur. Der Raubfisch gehört zu einer gefährdeten Spezies im Pazifik. Vor allem mit den Fischern konkurriert der Marlin um Sardinen, die vor der Küste in großen Schwärmen unterwegs sind. Die Meeresbiologin Kochian Grimaldi erforscht die Fischbestände vor der Baja California. Ausgerechnet Touristen helfen ihr dabei und tragen einen guten Teil der Kosten. Gutbetuchte Öko-Urlauberinnen und -Urlauber wie der US-Amerikaner Ben Bade zahlen umgerechnet mehr als 2.000 Euro, um die Meeresbiologin bei ihren Expeditionen zu begleiten. "Es ist toll, hier draußen zu sein und etwas beizutragen. Es ist besser als einfach nur Urlaub", erzählt er. Citizen Science (zu Deutsch: BürgerInnen-Wissenschaft) nennt sich die Zusammenarbeit von Forschenden und Touristen. Die "Weltbilder" erzählen von der Meeresforschung und den Unterstützerinnen und Unterstützer an der Baja California.
Autorin: Xenia Böttcher

China: Aufbruch mit Surfbrett

Flip-Flops, Tattoos und ein schrill buntes Surfbrett unterm Arm. Das ist China! Wer auf der Tropeninsel Hainan ankommt, glaubt, er habe die Volksrepublik verlassen. Coole Surfende, lässige Strandbars und türkisgrüne Wellen, die die jungen Surferinnen und Surfer gekonnt abreiten. Doch seit drei Jahren sind die lässigen Surfpioniere der Bucht von Houhai nicht mehr allein. Die Kommunistische Partei hat das Wellenreiten entdeckt. Etwas nördlich der Bucht wurde ein nationales Trainingszentrum aus dem Boden gestampft. Das Ziel: Medaillen bei den Olympischen Spielen.
Autor: Daniel Satra

England: eine tierische Videokonferenz

Wenn im Zoom-Meeting plötzlich eine Ziege unter den Teilnehmenden auftaucht, steckt mit ziemlicher Sicherheit Dot McCarthy dahinter. Der Farmerin aus dem englischen Lancashire brachen während der Pandemie die Einkünfte weg. Aus der Not heraus bot sie ihre Ziegen für Videokonferenzen an. Mittlerweile mischen die Ziegen Elizabeth, Marge oder Sebastian aus ihrem kleinen Stall überall auf der Welt virtuelle Konferenzen auf. Oder auch Videotelefonate von Familien. Die Ziegen treffen einen Nerv, einen seltenen Kontakt zur Außenwelt.
Autor: Sven Lohmann

Namibia: Elefanten zum Verkauf

Das Land will 170 wild lebende Elefanten verkaufen. Der Grund sind zunehmende Konflikte zwischen Tier und Mensch. Im Norden Namibias in dem kleinen Dorf Anigab hat die Grundschullehrerin Roushally Pietersen erlebt, was passieren kann, wenn die Elefanten den Menschen zu nahe kommen. Sie zeigt dem Korrespondenten einen zerstörten Zaun auf dem Schulhof, die Elefanten wollten wohl an den Wasserhahn. Die Elefanten finden kaum noch Wasser und nähern sich daher immer öfter Wohngebieten. Afrikas graue Riesen, in den Augen vieler Menschen in Namibia sind sie eine Plage. Und ja, in manchen Regionen gebe es tatsächlich zu viele Elefanten, sagt Namibias Regierung. Ihr neuer Plan sieht vor, dass Tiere eingefangen und dann, wenn auch unter strengen Vorgaben, meistbietend verkauft werden sollen, zum Beispiel an Safariparks, wenn nötig weltweit. So erklärt Colgar Sikopo im Namen des Umweltministeriums: "Wir haben diese Entscheidung getroffen, weil wir eine große Lösung brauchen. Zwei, drei Elefanten im Jahr zur Trophäenjagd freigeben, das reicht nicht. Um die Konflikte zwischen unserer Bevölkerung und den Tieren zu verringern, müssen wir Elefanten abgeben. Deswegen müssen wir sie versteigern." Tierschützer wie Hendrick Munembome von der Organisation EHRA halten nichts von den Plänen der Regierung. Er wirbt für Koexistenz und dafür, Elefanten in ihrem Lebensraum zu unterstützen. Es gehe vor allem ums Wasser: "Es ist doch so, dass den Elefanten heute nichts anderes übrig bleibt, als in die Gärten der Menschen zu gehen. Um zu überleben, müssen sie in immer neue, fremde Gebiete wandern."
Autor: Simon Riesche

Costa Rica: mit Frachtseglern gegen den Klimawandel

Weltweit ist die Schifffahrt für den Ausstoß von etwa einer Milliarde Tonnen Kohlendioxid verantwortlich. Zudem verursacht sie etwa 15 Prozent der globalen Stickoxidemissionen und 13 Prozent der Schwefeldioxidemissionen, Tendenz weiter steigend. Das muss geändert werden, findet der französisch-kanadische Segler und Tischler Lynx Guimond und hat deshalb eine Firma gegründet. Dutzende Frauen und Männer aus aller Welt haben sich von der Idee anstecken lassen und helfen vor Ort an der Pazifikküste in Costa Rica mit, ein Frachtsegelschiff zu bauen, das nahezu ohne klimaschädliche Emissionen auskommt, angetrieben nur von Windkraft und wenn nötig mit solargespeisten Elektromotoren.
Autor: Michael Stocks

Redaktion
Nicole Bölhoff
Philipp Weber
Sprecher/in
Philipp Abresch
Redaktionsleiter/in
Clas Oliver Richter
Produktionsleiter/in
Tobias Jahn