Weltbilder

Dienstag, 17. August 2021, 23:30 bis 00:00 Uhr
Donnerstag, 19. August 2021, 02:05 bis 02:45 Uhr

China: Weltmachtsanspruch und Konfrontation mit den USA

Autor: Daniel Satra, ARD-Studio Peking

Victor Gao von der regierungsnahen Denkfabrik Center for China and Globalization ist sich sicher: Ungefähr im Jahr 2050 wird Chinas wirtschaftliche Gesamtleistung so groß sein wie die der USA und der EU zusammen, so die Annahme. Und diese globale Führungsposition solle sich nicht nur wirtschaftlich, sondern auch politisch widerspiegeln. Deswegen rüstet die chinesische Armee auf, betreibt inzwischen mit etwa 350 Schiffen die größte Flotte der Welt. Staatschef Xi Jinping gibt sich selbstbewusst und warnt vor allem die USA vor einer Konfrontation mit der Volksrepublik. Die "Weltbilder" berichten über die geopolitischen Ambitionen Chinas.

Australien: Strafzölle und wirtschaftlicher Druck

Autorin: Sandra Ratzow, ARD-Studio Singapur

Australiens Wirtschaft leidet unter Chinas Politik. Wer einen Konflikt mit der chinesischen Regierung austrägt, muss mit politischen Konsequenzen rechnen. Diese Erfahrung machen australische Landwirte seit einigen Monaten. Die Regierung hatte genauere Informationen über die Herkunft des Coronavirus gefordert und die kommunistische Staatsführung in Peking damit verärgert. Als Reaktion verhängten die Chinesen Strafzölle gegen australische Produkte. Vor allem für Winzer und Rinderfarmer brechen inzwischen wichtige Exportmärkte weg, viele machen sich Sorgen um die Zukunft. Experten sind sich einig: Die chinesische Regierung will ein Exempel statuieren.

Australien: das Comeback der Krokodile

Autorin: Sandra Ratzow, ARD-Studio Singapur

Anfang der 1970er-Jahre galten die Krokodile im Norden Australiens fast als ausgestorben. Dann wurde die Jagd verboten und ein Artenschutzprogramm gestartet, das sich als sehr erfolgreich zeigt: Heute gibt es wieder etwa 250.000 Süßund Salzwasserkrokodile. Genauso viele Menschen etwa leben im Northern Territory. Trotzdem läuft das Miteinander von Mensch und Raubtier weitgehend reibungslos. Zwar kommt es auch vereinzelt zu Krokodilattacken, besonders auf Fischer, aber die Menschen im Norden Australiens haben einen besonderen Pioniergeist und gelernt, mit und von den Krokodilen zu leben. Und das hat vor allem damit zu tun, dass die gefährlichen Tiere auch eine gute Einnahmequelle sind: Sie bringen jede Menge Touristen in die Region und lassen sich gut vermarkten. Auch in Form von Krokodilleder-Handtaschen und Gürtel von den unzähligen, aber streng regulierten Krokodilfarmen. Jede verkaufte Handtasche hilft letztlich auch dem Tierschutz, so sieht es Grahame Webb, einer der bekanntesten Krokodilforscher aus Darwin. "Denn die Menschen haben ein wirtschaftliches Interesse daran, die Krokodile zu schützen. Sie sind das Kapital hier oben", sagt er. Sandra Ratzow hat im Northern Territory Krokodil-Ranger begleitet.

Frankreich: Kampfansage gegen die vierte Corona-Welle

Autorin: Friederike Hofmann, ARD-Studio Paris

Impfen ist für den französischen Präsidenten Macron die "einzige Waffe" gegen Corona, wie er regelmäßig betont. Mit einem großangelegten Maßnahmenpaket versucht er, die französische Bevölkerung von der Impfung zu überzeugen. Was Deutschland plant, ist in Frankreich schon Realität: So darf man zum Beispiel nur geimpft, getestet oder genesen ins Restaurant. Frankreich geht noch einen Schritt weiter und hat zum Beispiel eine Impfpflicht für Krankenhauspersonal beschlossen. Nach der Ankündigung der neuen Regelungen sind die Impfungen geradezu in die Höhe geschnellt. 66 Prozent der über Zwölfjährigen in Frankreich sind inzwischen vollständig geimpft, das sind 38 Millionen Menschen. Im beliebten Urlaubsort La Grande-Motte am Mittelmeer sind die Infektionszahlen in diesen Wochen hoch. Hier versucht man insbesondere jüngere Menschen von der Impfung zu überzeugen: mit Patrouillen am Strand oder Tauchgutscheinen im Impfzentrum. Auch im Urlaub geht die französische Impfkampagne weiter.

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