Weltbilder

Dienstag, 30. November 2021, 23:30 bis 00:00 Uhr
Donnerstag, 02. Dezember 2021, 02:10 bis 02:45 Uhr

Australien: Melbourne - Nach Lockdown strenge Impfvorschriften

Autorin: Sandra Ratzow, ARD-Studio Singapur

Simon Harding verliert am 1. Dezember seinen Job, weil er sich nicht impfen lassen will. Der Gefängniswärter aus Melbourne gehört zu den 120 Kläger*innen, die sich zu einer Sammelklage gegen den Bundesstaat Victoria entschlossen haben. Zuletzt hatte der Bundesstaat seine Impfpflicht für Angestellte und Arbeitende immer mehr ausgeweitet. Nur wer seinen Job komplett im Home-Office verrichten kann, darf ungeimpft bleiben.

Und auch der Rest des Alltags wird nur für Geimpfte normal sein. Denn Einkäufe oder Besuche von Kino, Friseur, Restaurant & Co. sind Impfverweigerern verboten. Verstöße werden mit bis zu zwei Jahren Gefängnis oder 60.000 Euro Strafe geahndet. Ein umstrittenes Gesetz, das der Regierung des Bundesstaates Victoria weitreichende neue Kompetenzen im Kampf gegen die Pandemie geben und die Einschränkungen für Ungeimpfte bis 2023 festschreiben sollte, wird mittlerweile überarbeitet. 90 Prozent der impffähigen Bevölkerung in Victoria sind mittlerweile geimpft.

Frankreich/Großbritannien: Die Odyssee der Migrant*innen

Autor*innen: Isabel Schayani und  Bamda Esmaili

Mindestens 27 Menschen sind in den vergangenen Tagen ums Leben gekommen, als ihr Schlauchboot während der Überfahrt nach Großbritannien auf dem Ärmelkanal gesunken ist. Tausende Geflüchtete versuchen derzeit, auf der britischen Insel eine neue Heimat zu finden, obwohl die Regierung die Zahl von Migrant*innen radikal reduzieren will. Die Menschen machen sich auf einen beschwerlichen Weg aus dem Nahen Osten durch die EU zum Ärmelkanal, wo sie Schlepper erwarten, die ihnen eine sichere Fahrt über den Ärmelkanal versprechen. Ein Filmteam hat einen Migranten auf seiner Odyssee nach Großbritannien begleitet.

Chile: Wasser für  alle?!

Autor: Matthias Ebert/ARD Studio Rio de Janeiro

Die Biologin Cristina Dorador läuft über den staubtrockenen Wüstenboden. Vor einigen Jahren war hier in der Atacama-Wüste noch eine Wasserquelle. Doch die ist längst versiegt. Die wenigen Flüsse werden von Minenkonzerne und Agrarbetriebe leer gepumpt. Denn in Chile ist Wasser in Privatbesitz. Seit der Pinochet-Diktatur sind die Rechte am Wasser den großen Konzernen zugesichert. Cristina Dorador, Mitglied der verfassungsgebenden Versammlung, die aktuell ein neues Grundgesetz ausarbeitet, fordert: Wasser muss wieder ein öffentliches Gut werden. Anderer Meinung ist der deutschstämmige Viehzüchter Harry Jürgensen, er profitiert bislang vom Wasser als Privatbesitz.

Italien: Der vergiftete Fluss

Autor:  Rüdiger Kronthaler/ARD Studio Rom

Schon in der Antike wurde der Fluss Sarno besungen. Er entspringt im Apennin und mündet am Fuß des Vesuvs in den Golf von Neapel. Heute gilt er als einer oder sogar der schmutzigste Fluss Europas. Chlor, Arsen, Quecksilber, Fäkalien, Pestizide werden seit Jahrzehnten im Sarno entsorgt. Die Anwohner*innen wissen das, viele werden krank und die meisten sind zu müde, um noch zu rebellieren. Denn die Gegend ist Camorra-Land, die Verwaltungen dort sind schwach und mitunter korrupt. Ein Filmteam folgt dem Lauf des Sarno von der Quelle bis zur Mündung und spricht mit Anwohner*innen, die mit dem schmutzigen Wasser leben müssen, und mit denen, die den Kampf für einen sauberen Fluss nicht aufgeben. Beim Treffen mit der Umweltpolizei dann die Frage: Wie konnte man den Sarno so zurichten?

Afghanistan: Taliban unterdrücken und bedrohen Frauen

Autorin: Sibylle Licht

Seit die Taliban in Afghanistan an die Macht gekommen sind, geht es mit den Frauenrechten steil bergab. Entgegen aller öffentlichen Beteuerungen haben die Islamisten die Rechte der Frauen vielerorts bereits massiv beschnitten. Am öffentlichen Leben sollen sie am besten gar nicht teilnehmen. Seit der Machtübernahme werden Frauen, die im Gesundheitssystem arbeiten, von den Taliban bedroht und eingeschüchtert. Viele haben ihren Job aus Angst aufgegeben.

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