Sendedatum: 23.02.2010 20:15 Uhr  | Archiv

"Kompressionsstrümpfe und Sport passen gut zusammen"

Gefäßchirurg Prof. Dr. Eike Sebastian Debus © Prof. Dr. Eike Sebastian Debus
Gefäßchirurg Prof. Dr. Eike Sebastian Debus

In den Venen der Beine müssen täglich rund 7.000 Liter verbrauchtes Blut entgegen der Schwerkraft nach oben zum Herzen zurück transportiert werden. Diese gigantische Leistung können nur gesunde Venen bewältigen. Doch etwa 22 Millionen Deutsche haben hier Schwierigkeiten. Nach der Sendung am 23. Februar hat Prof. Dr. Eike Sebastian Debus im Chat Fragen rund um das Thema Venenleiden beantwortet. Hier finden Sie das Protokoll zum Nachlesen.    

Gast12: Was kann unternommen werden, wenn bekannt ist, dass Auslöser für die Krampfadern ein Venenklappendefekt im Leistenbereich ist?

Prof. Debus: Dabei handelt es ich um ein klassisches Stadium des Krampfaderleidens und die Behandlung besteht in einer OP oder einer Verödung.

 

Leonie: Ich weiß nicht, ob ich auch Krampfadern habe. Habe eine Bindegewebsschwäche und man sieht die Beinadern (besonders im Sommer), wie sie sich abzeichnen. Dazu war ich bei einer Venenspezialistin und sie festgestellt, dass die Venenklappen leicht verzögert schließen und war der Meinung, es ist in Ordnung soweit. Was soll ich davon halten? Ist das normal, dass sich im Sommer die Venen so stark abzeichnen?

Prof. Debus: Hierbei handelt es sich um eine beginnende Venenschwäche. Eine Operation ist nicht erforderlich, aber es sollte ein Venentraining erfolgen (Sport, kaltes Abduschen).

 

Ayshe: Wie hoch ist eigentlich das Risiko von Komplikationen bei der Venenoperation von älteren Patienten, die aus medizinischen Gründen eine Venen-OP vornehmen lassen sollten?

Prof. Debus: Die wichtigste Komplikation ist die Ausbildung von Blutergüssen, die man in der Regel durch eine Kompressionsbehandlung therapiert. Nur in Ausnahmen müssen diese Blutergüsse operiert werden.

 

Gast10: Gibt es Möglichkeiten, eine tiefe Beinvenenthrombose im Oberschenkel aufzulösen?  Kann ich weiterhin damit einen Marathonlauf absolvieren?

Prof. Debus: Eine Thrombose kann man nur auflösen, wenn sie wenige Tage alt ist. Ist sie älter, lässt sie sich nicht mehr auflösen, sondern wird durch Kompression behandelt. Auch eine Katheder gesteuerte Wiedereröffnung des Gefäßes ist manchmal möglich. Es sollte auf jeden Fall viel Sport getrieben werden.

 

Maren: Was halten Sie von der Chiva-Methode?

Prof. Debus: Bei der Chiva-Methode handelt es sich um eine funktionelle Ausschaltung der kaputten Venenklappen. Die Krampfadern selbst werden nicht entfernt. Eine suffiziente Ausschaltung der Krampfadern ist dadurch nur eingeschränkt möglich.

Dieses Thema im Programm:

Visite | 23.02.2010 | 20:15 Uhr

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