Sendedatum: 01.12.2009 20:15 Uhr  | Archiv

"Osteoporose kann man auch schon im jungen Alter haben"

Gast20: Ist Raloxifen zur Behandlung von Osteoporose nach Wirbeleinbrüchen ebenso geeignet wie die von Ihnen in der Sendung angegebenen Medikamente? Ich bin 55 Jahre alt. Meine Orthopädin meint, ich sei zu jung, Bisphosphonate einzunehmen, da diese sich lange im Körper anreichern können.

Prof. Amling: Raloxifen gehört ebenso wie Bisphosphonate, PTH und Strontiumranelat zu denen mit höchster Priorität durch die Leitlinien empfohlenen Medikamenten in der spezifischen Osteoporose-Therapie. Insofern kann der Einsatz von Evista bei Ihnen vollkommen gerechtfertigt sein. Dies sollten sie mit Ihrem Orthopäden oder Osteologen besprechen.

  

Sonne: Ich bin 40 Jahre und habe Osteoporose. Ich war im letzten Jahr bei Dr. Amling. Meine Frage: Kann man Dekristol 20000 I.E im Winter nehmen oder sollte man erst eine Blutuntersuchung machen lassen?

Prof. Amling: Eine Substitution von 1.000 bis 2.000 Einheiten Vitamin D täglich sollte sichergestellt werden. Dies kann beispielsweise auch durch Dekristol erfolgen. Eine Bestimmung des Serumvitamin-D-Spiegels ist in Erwägung zu ziehen.

 

Nicki: Meine Mutter, 70, hat gerade drei angebrochene Wirbel. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit erneuter Brüche? Sie ist seit drei Jahren Osteoporose-Patient mit entsprechender Medikation.

Dr. Schmidt: Die Studienlage belegt eine deutliche Reduzierung der Frakturhäufigkeit unter Osteoporosetherapie, sodass auch bei Ihrer Mutter eine zunehmende Stabilisierung der Knochendichte zu erwarten ist.

 

Ruth: Ich habe am 22. Oktober beim Anheben von circa zehn bis 15 Kilogramm einen Deckenplatteneinbruch des fünften Lendenwirbels erlitten, der seit einer Woche durch ein MRT bestätigt ist. Die anschließende Knochendichtemessung DXA ergab einen T-Score von jeweils 3,2. Ich werde mit Kazium, Vitamin D und Phosphonaten  behandelt und soll kommenden Montag zur neurochirurgischen Vorstellung wegen einer Kyphoplastie.

Prof. Amling: Für die Beantwortung würden weitere Informationen, wie ihr Alter und Vorerkrankung, benötigt. Die Dreiertherapie, die sie erhalten, entspricht den Leitlinien. Inwieweit eine Vertebroplastie bei ihnen durchgeführt werden soll, sollten sie mit ihrem Osteologen besprechen.

  

Gast17: Ist das Medikament Donan für die Behandlung von Osteoporose geeignet?

Dr. Schmidt: Das gehört nicht zu den wissenschaftlich erwiesenen Osteoporose-Medikamenten.

  

Barockengel: Hallo, ich habe Osteoporose und werde medikamentiert mit Alendronsäure 70mg und Osteoplus. Ist das ausreichend? Die Schmerzen sind zwar weniger geworden, seit Anfang März aber dennoch unerträglich, bekomme Tilidin 100/8retard dagegen, aber wirklich schmerzfrei bin ich trotzdem nicht.

Prof. Amling: Die empfohlene Vitamin-D-Menge von 1.000 bis 2.000 Einheiten pro Tag lässt sich einfach und kostengünstig durch Vigantoletten (täglich) oder auch Dekristol (alle zwei Wochen) erreichen.

Dieses Thema im Programm:

Visite | 01.12.2009 | 20:15 Uhr

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