Unsere Geschichte

Trakehner: Des Königs letzte Pferde

Samstag, 20. Juni 2020, 12:00 bis 12:45 Uhr

Die Trakehner gelten als eine der ältesten deutschen Reitpferderassen. Ihre Geschichte begann im 18. Jahrhundert in Ostpreußen. Auf Wunsch von König Friedrich Wilhelm I. wurden damals erstmals wendige, bewegliche Pferde für die Reiter der Kavallerie gezüchtet. So ist eine neue Rasse entstanden, die bald zum Inbegriff des deutschen Reitpferdes und zum Vorbild für Züchter in aller Welt wurde.

VIDEO: Rasseporträt: Trakehner (4 Min)

Kriegsende: Trakehner trugen die Menschen auf der Flucht

Das Gestüt, in dem ab 1732 schwerfällige Bauerngäule in wendige Militärpferde verwandelt wurden, hieß Trakehnen, heute ein kleines Dorf in der russischen Enklave Kaliningrad. 1945 überrollten sowjetische Truppen Ostpreußen, Hunderttausende Menschen flohen in einem bitterkalten Winter Richtung Westen. Meist waren es Trakehner, die die Menschen getragen und die Wagen in sichere Gefilde gezogen haben.

Neuer Zuchtstart nach dem Krieg

Wendig und trittsicher galoppieren diese beiden Trakehner über die Weide. © NDR/SWR/Ch. Slawik
Wendig und trittsicher galoppieren diese beiden Trakehner über die Weide.

Nach dem Krieg begannen einige Pioniere, die wenigen und in alle Winde verstreuten Trakehner zu sammeln und mit der Zucht neu zu beginnen. Das war und ist harte Arbeit, denn diese Rasse wurde von Beginn an rein gezüchtet. Es dürfen also nur englisches und arabisches Vollblut zugeführt werden.

Spurensuche in die Vergangehneit der Trakehner

Nicht nur wegen ihrer Herkunft gelten Trakehner als Aristokraten unter den Reit- und Sportpferden. Trakehner und ihre Besitzer, Züchterinnen und Reiter sind ein Clan - traditionsbewusst, trotzig, intelligent.

Die Dokumentation zeigt wunderschöne Pferdeaufnahmen und unternimmt eine Spurensuche in die dramatische Vergangenheit der Trakehner. Zu Wort kommen etwa Veronika von Schöning und Hans-Werner Paul, die beide im alten Ostpreußen geboren wurden und 1945 als Kinder in den Westen geflohen sind. Beide gehören zu den Zuchtpionieren der ersten Stunde.

Der Film zeigt das russische Gestüt Kirow, das nach 1945 mehr als 10.000 Trakehner und damit das Erbe der ostpreußischen Züchter übernommen hat. Bei einem Vielseitigkeitsrennen wird die sportliche Domäne der Trakehner beleuchtet und nicht zuletzt führt der Film in die schönsten und modernsten Gestüte Europas. Denn es ist viel Aufwand, ein modernes Reitpferd wie den Trakehner zu züchten und auszubilden. Schließlich sieht man, was für einen Trakehner-Züchter wirklich zählt: die Geburt eines gesunden Fohlens.

Autor/in
Harald Pokieser
Regie
Harald Pokieser
Redaktion
Ulrike Becker
Christoph Mestmacher