Unsere Geschichte

Mit Gott gegen Hitler - Bonhoeffer und der christliche Widerstand

Samstag, 30. Mai 2020, 12:30 bis 13:15 Uhr

Der Schauspieler Matthias Koeberlin spielt den evangelischen Theologen Dietrich Bonhoeffer, der Widerstand gegen Hitler leistete und kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges am 9. April 1945 hingerichtet wurde. Der Film "Mit Gott gegen Hitler" (Drehbuch und Regie: Ingo Helm) zum 75. Jahrestag des Kriegsendes erzählt die Geschichte von Bonhoeffer und weiteren Menschen, die gegen Hitler gekämpft haben, weil sie Christen waren. Bonhoeffer wird bis heute für seine aufrechte Haltung verehrt, seine Schriften und Briefe haben eine hohe Bekanntheit.

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1933: Bonhoeffer kritisiert öffentlich das Führerprinzip

1. Februar 1933. Seit zwei Tagen hat das Deutsche Reich einen neuen Kanzler: Adolf Hitler. An diesem Abend hält er seine erste Rede im Rundfunk. Kurz zuvor hat ein anderer ebenfalls seinen ersten Rundfunkvortrag gehalten. Er ist evangelischer Pfarrer, erst 27 Jahre alt: Dietrich Bonhoeffer (gespielt von Matthias Koeberlin). Mutig kritisiert er das Führerprinzip. Nur wenige Stunden liegen zwischen den Auftritten. Die beiden Männer sind sich wohl dennoch nie begegnet.

In den darauffolgenden zwölf Jahren baut der eine seine mörderische Schreckensherrschaft aus, gegen die sich der andere vergeblich stemmt: Dietrich Bonhoeffer wird am 9. April 1945 im KZ Flossenbürg ermordet, kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

Trauerzug wird zu machtvoller Demonstration gegen das Regime

Auch im deutschen Dominikanerorden regt sich Widerstand. Laurentius Siemer aus Südoldenburg (gespielt von Nikolaus Kühn) ist Provinzial des Ordens. Er glaubt anfangs, dass nationalsozialistische und katholische Ideen gut zusammenpassen. Doch bald wird er kritischer, schließlich kommt er ins Gefängnis. Sein Mitbruder Titus Horten stirbt in der Haft. Der Trauerzug in Vechta aus 6.000 Menschen in Gedenken an Titus Horten wird zu einer machtvollen Demonstration gegen das Regime. Kaum jemand hätte das im gleichgeschalteten Deutschland 1936 noch für möglich gehalten. Bonhoeffer wird bis heute für seine aufrechte Haltung verehrt, seine Schriften und Briefe haben eine hohe Bekanntheit.

Autor und Regisseur Ingo Helm hat zum 75. Jahrestag des Kriegsendes einen Film über Menschen gemacht, die gegen Hitler Mut bewiesen haben. Er erzählt auch die Geschichten unbekannter Heldinnen und Helden: Etwa die Geschichte der Sekretärin Aenne Vogelsberg, die unter Lebensgefahr eine hochverräterische Denkschrift des Paters Odilo Braun abtippt.

Wie passen Widerstand und christlicher Glaube zusammen?

Szenische Darstellungen wechseln sich mit Interviews und Sachinformationen ab. Welche Rolle spielte bei Bonhoeffer, Siemer und den anderen Widerstandskämpfern der christliche Glaube? Ist ein Attentat gegen Hitler mit ihrer christlichen Ethik vereinbar? Wie lautet ihre Antwort auf die Frage: Soll ich schießen?

75 Jahre nach dem Ende des Krieges und der Ermordung Bonhoeffers wirft der Film ein neues Licht auf Fragen von Haltung und Widerstand, die heute neue Aktualität bekommen könnten.

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Ausschnitt der Europa-Karte vom 1. Mai 1945 aus dem "Atlas of the World Battle Fronts in Semimonthly Phases" des United States War Department, 1945, der die Gebietslage in zweiwöchigen Abständen dokumentiert. © This image is a work of a U.S. Army soldier or employee, taken or made as part of that person's official duties. As a work of the U.S. federal government, the image is in the public domain. Foto: United States War Department, General Staff 1945

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Regie
Ingo Helm
Autor/in
Ingo Helm
Redaktion
Marc Brasse
Redaktionsleiter/in
Anja Würzberg
Produktionsleiter/in
Tim Carlberg
Kamera
Thomas Bresinsky
Schnitt
Fabian Teichmann
Sprecher/in
Martin Heckmann

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