Sportclub Story - Black Power in Mexiko '68

Eine Geste geht um die Welt

Sonntag, 14. Oktober 2018, 23:15 bis 23:45 Uhr

Tommie Smith (M.) und John Carlos (r.) recken die Fäuste in den Himmel. © picture alliance / AP Photo

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Keine Geste im internationalen Sport hat die Zeit so überdauert wie der "Black Power Salute" von 1968 in Mexiko City. Die US-Sprinter John Carlos und Tommie Smith reckten bei der olympischen Siegerehrung über 200 Meter jeweils eine Faust in einem schwarzen Handschuh in den Himmel. Die Köpfe gesenkt. Barfuß, die Schuhe in den Händen. Das alles ein Symbol dafür, dass die Schwarzen in den USA nicht nur zu Zeiten der Sklaverei ausgebeutet und diskriminiert wurden, sondern auch noch im Jahr 1968. Die beiden Sprinter wurden für ihre Geste abgestraft und aus der Olympia-Mannschaft verbannt.

Auswirkungen bis in die Gegenwart

Doch damit ging die Protestaktion erst recht um die Welt. Viele Sporthistoriker und Zeitzeugen sind der Meinung, dass sie Auswirkungen bis in die Gegenwart hat. Einige deutsche Olympioniken waren damals hautnah dabei: Jochen Eigenherr qualifizierte sich sensationell für das 200-Meter-Finale und erlebte die spannenden Minuten rund um die berühmteste Geste der Sportgeschichte aus nächster Nähe.

Im Amerika des Jahres 2018 aktueller denn je

Der Mittelstrecken-Läufer Arndt Krüger war nicht nur Olympia-Teilnehmer in Mexiko, sondern kannte die amerikanische Rassen-Problematik durch sein Studium in Kalifornien. Der 400-Meter-Läufer Martin Jellinghaus hat bis heute einen Sticker des "Olympic Project for Human Rights" auf seinem Schreibtisch liegen, damals das Erkennungszeichen des schwarzen Protestes bei Olympia.

Sie alle schildern die aufreibenden Stunden rund um den "Black Power Salute" aus ihrer Sicht. Eine Geste, die im Amerika des Jahres 2018, wo schwarze Sportler offen gegen rassistische Äußerungen des heutigen US-Präsidenten protestieren, aktueller wirkt denn je.

Autor/in
Henning Rütten
Redaktion
Matthias Cammann