Sendedatum: 15.07.2018 19:30 Uhr

Zeitreise: Freilichtmuseum Molfsee

von Karl Dahmen

Hans Menzel erinnert sich noch gut daran, wie die ersten Besucher in die Häuser des Freilichtmuseums gekommen sind und meinten: "Ach, ist das schön, das sieht ja aus wie früher". Die Besucher erinnerten sich an ihre Oma, die auch noch in einem Alkoven geschlafen hatte und strichen über die Bettdecke. Der heute 93 Jahre alte Menzel führt seit 50 Jahren die Menschen durch das Freilichtmuseum und ist bis heute begeistert von der liebevollen Gestaltung des Museums. Er selbst kommt aus Schlesien und sagt, im Museum habe er so etwas wie eine neue Heimat gefunden.

Eine alte Landschaftsaufnahme mit einem See im Vordergrund und alten Bauernhäusern im Hintergrund im Freilichmuseum Molfsee © NDR

Zeitreise: Freilichtmuseum Molfsee

Schleswig-Holstein Magazin -

1965 öffnet das Freilichtmuseum Molfsee erstmals seine Tore. Einer der Verantwortlichen, Alfred Kamphausen, will jede Landschaft Schleswig-Holsteins mit einem Gebäude auf dem Gelände darstellen.

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Alfred Kamphausen ist zunächst gegen das Museumsdorf

Und er erinnert an den Kunsthistoriker Alfred Kamphausen, ohne den es das Museum wahrscheinlich nicht gegeben hätte. Erst war der gegen ein Museumsdorf. Er wollte lieber die Häuser da erhalten, wo sie stehen. Als dann aber das dänische Nationalmuseum einen Haubarg auf Eiderstedt kaufte und versetzte, griff er die Idee eines schleswig-holsteinischen Freilichtmuseums auf. Bereits 1965 öffnete es in Molfsee die Tore - auf einem Gelände, das eigentlich der Stadt Kiel gehörte, die es aber dem Museum auf 99 Jahre überlassen hat.

Alle Regionen des Landes sollten vertreten sein

Zunächst standen nur 13 Häuser auf dem Gelände. Aber Kamphausen reiste durch das Land und kaufte unermüdlich Häuser. Sein Ziel: Jede Landschaft Schleswig-Holsteins sollte mit einem Gebäude auf dem Gelände vertreten sein. Karl Seífert war mehr als 20 Jahre technischer Leiter des Museums. Er war für den Abbau und Aufbau der alten Bauernhäuser, Scheunen und anderen Gebäude zuständig. Bis zu drei Häuser schafften sie im Jahr, erinnert sich Seifert. Bis heute ist er von der Präzision begeistert, mit denen vor Hunderten von Jahren die alten Baumeister die Häuser errichteten.

Neue Pläne für die Zukunft

Heute sollen keine Gebäude mehr gekauft werden, meint der heutige Leiter des Museum Wolfgang Rüther. Mit 70 Häusern sei Molfsee komplett. Dafür ist direkt neben der Eingangshalle eine große Baustelle. Hier entstehen bis zum Jahr 2020 Ausstellungshallen für das zentrale Volkskundemuseum Schleswig-Holsteins. Wolfgang Rüther sagt, das Museum müsse sich auch der nahen Vergangenheit widmen und an eine Zeit erinnern, an die sich viele Menschen noch erinnern können. Man könnte sagen: Das Freilichtmuseum Molfsee soll bleiben, wie es ist - und in Zukunft doch ganz anders werden. Heimat aber sollen hier alle finden.

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