Sendedatum: 18.02.2018 19:30 Uhr

Zeitreise: Die 70-jährige Geschichte von arko

von Carsten Prehn

"Ich war mit Leib und Seele Arkonautin!", seufzt Gisela Liekfeldt. Vor 20 Jahren ist sie in Rente gegangen, aber von ihrer Zeit bei Kaffee- und Süßwarenhändler arko schwärmt sie immer noch. Sie hat Filialen in Kücknitz und Lübeck geleitet und war später für die Dekoration sämtlicher Läden verantwortlich.

70 Jahre arko in Wahlstedt

Vor 70 Jahren wurde arko in Wahlstedt (Kreis Segeberg) gegründet. Der bekannte Name ist ein Kürzel. Dahinter verbirgt sich die Arbeitsgemeinschaft für den Vertrieb von Konsumgütern. In der Nachkriegszeit sehnten sich die Menschen nach Bohnenkaffee, Kakao, Schokolade, Margarine und Wein - genau das brachte ihnen arko. Zunächst gab es die Produkte nur im Dreieck Bad Bramstedt - Bad Segeberg - Neumünster, später dann in ganz Norddeutschland. Zuerst wurde von arko per Fahrrad geliefert und auf Wochenmärkten verkauft, dann wurden auch Autos angeschafft und Läden eröffnet. Rasant wuchsen Fahrzeugflotte und Filialnetz.

Der richtige Riecher

Der Kaffeehändler Bernhard Rothfos und sein Sohn Cuno hatten sich das verwaiste Militärgelände im Wald von Wahlstedt gesichert. Dort wurden die Waren gesammelt, verpackt und auf die Reise zu den Kunden geschickt. "Cuno Rothfos? Der hat den richtigen Riecher gehabt." Da zieht der 90-jährige Alfred Heinrich Lohr heute noch den Hut. 46 Jahre war er bei arko beschäftigt und schnell Leiter der Rechts- und Personalabteilung geworden.

arko ist heute süßer als am ersten Tag

Wachstum, Krise und Neustart

1971 wurde in Göttingen die 150. Filiale eröffnet. Längst hatte arko sein Angebot verfeinert. Das Sortiment umfasste nun keine Grundnahrungsmittel mehr, die gab es schließlich in jedem Supermarkt. Stattdessen gab es Kaffeespezialitäten, Pralinen und edles Gebäck. Die Wiedervereinigung bescherte arko einen ganz neuen Markt in Ostdeutschland. Dagegen ging die Expansion nach Süden genauso schief wie der Versuch, europaweit Fuß zu fassen. Allmählich begann der Stern der arko zu sinken. 2014 wurde das Unternehmen an einen Investor aus Hannover verkauft, der den Neustart der Traditionsmarke vorantreibt. Mit "Fingerspitzengefühl" und, wenn nötig, "Vehemenz" will Geschäftsführer Patrick G. Weber das Unternehmen modernisieren. Aber die Zentrale bleibt in Schleswig-Holstein: Von Wahlstedt aus sollen die aktuell 240 Filialen in eine profitable Zukunft gesteuert werden.

Weitere Informationen

Alle Zeitreise-Beiträge sortiert nach Datum

Hier finden Sie alle Zeitreisen des Schleswig-Holstein Magazins. mehr

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 18.02.2018 | 19:30 Uhr

Alle Zeitreise-Beiträge sortiert nach Datum

Hier finden Sie alle Zeitreisen des Schleswig-Holstein Magazins. mehr