Sendedatum: 05.05.2013 19:30 Uhr

Zeitreise: 50 Jahre Schulschiff "Deutschland"

Schulschiff Deutschland
Die "Deutschland" war von 1965 bis 1990 weltweit unterwegs. Insgesamt fuhr sie 120 ausländische Häfen an und überquerte den Äquator 23 mal.

Viele Jahre lang war sie das größte Schiff der Bundesmarine und gleichzeitig ein schwimmendes Klassenzimmer: auf dem Schulschiff "Deutschland" (A 59) wurden 3.800 Offizieranwärter ausgebildet. Das Schiff war am 25. Mai 1963 - also vor 50 Jahren - in Dienst gestellt worden. Die Geschichte des Schiffes begann im Herbst 1958. Damals wurde der Neubau für 95 Millionen Mark in Auftrag gegeben. Am 11. September 1959 erfolgte die Kiellegung bei der Werft Nobiskrug in Rendsburg.

Der "Lego-Dampfer" war weltweit unterwegs

Gut ein Jahr später, am 5. November 1960, fand der Stapellauf im Beisein des damaligen Bundespräsidenten Heinrich Lübke statt. Dessen Gattin, Wilhelmine Lübke, taufte das Schiff auf den Namen "Deutschland", ein Traditionsname der Deutschen Marine. Wegen seiner kegelförmigen Aufbauten hat die "Deutschland" sehr bald in der Flotte den Namen "Lego-Dampfer" erhalten. Andere Spötter vermuteten, dass sie von einer "Rendsburger Mädchenklasse" entworfen wurde. Die "Deutschland" hat bei 68 Ausbildungsfahrten zwischen 1965 und 1990 über 120 ausländische Häfen auf allen Kontinenten angelaufen. Ihr Heimathafen war Kiel. 35 Ausbildungsreisen führten um die Welt, dabei wurde der Äquator 23 mal und der Polarkreis zweimal überquert.

Das Schiff ist weg, Jubiläum wird dennoch gefeiert

Insgesamt legte die "Deutschland" über 700.000 Seemeilen zurück. Schließlich waren das Schiff und die Technik an Bord veraltet, das Verteidigungsministerium stufte eine Modernisierung in Höhe von 45 Millionen Euro als zu hoch ein - am 28. Juni 1990 wurde die "Deutschland" schließlich außer Dienst gestellt. Nach anfänglichen Überlegungen, aus dem Schiff ein Museumsschiff zu machen oder es anderen NATO-Partner zu überlassen, wurden in Wilhelmshaven dann die ersten Maßnahmen für das Abwracken eingeleitet. Vier Jahre später wurde die "Deutschland" nach Indien geschleppt und dort verschrottet. Neben ihrer Funktion für die Kadettenausbildung, galt die "Deutschland" bis 1990 mit der "Gorch Fock" als wichtigster Botschafter der Bundesrepublik in Blau, denn eines der primären Ausbildungsziele war die internationale Verständigung. Bis heute treffen sich ehemalige Marinesoldaten regelmäßig, haben sich sogar zu einem Verein zusammengeschlossen und tauschen Erinnerungen an alte Zeiten und das Schiff aus. Anlässlich des 50. Jubiläums treffen sich die Männer der "Deutschland" in diesem Jahr in Flensburg.

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 05.05.2013 | 19:30 Uhr