Sendedatum: 10.02.2019 19:30 Uhr

Klaus Groth: Aufstieg mit plattdeutschen Gedichten

Vor zwei Jahren feierte die Literaturwelt den 200. Geburtstag eines der ganz großen Autoren Schleswig-Holsteins: Theodor Storm. In diesem Jahr ist ein anderer Großmeister der Literatur an der Reihe: Klaus Groth wurde vor 200 Jahren in Heide geboren und starb vor 120 Jahren in Kiel. Er war es, der - neben Fritz Reuter - das Niederdeutsche in die hohe Literatur einführte.

Alte Fotos und Porträts von Klaus Groth liegen auf einer virtuellen Touchoberfläche im Klaus-Groth-Musem in Heide. © NDR

Klaus Groth - 200. Geburtstag des Schriftstellers

Schleswig-Holstein Magazin -

Unsere Zeitreise ist dem Dichter und dem Menschen Klaus Groth aus Heide gewidmet. Besonders bekannt war Groth für seine niederdeutschen Gedichte, die nicht nur in Norddeutschland gern gelesen wurden.

4,71 bei 7 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Gefühlvoll in niederdeutscher Sprache

Als 1852 Groths Buch "Quickborn" erschien, war das ganze Deutsche Reich aus dem Häuschen. Überall zwischen Flensburg und München lasen und liebten die Menschen Groths Gedichte. Sogar der Kaiser wurde ein bekennender Fan des Dichters aus Heide. Denn Groth hatte etwas geschafft, das man zuvor der niederdeutschen Sprache nicht zugetraut hatte: Er brachte eine Vielfalt an Gefühlen zum Ausdruck, die bisher nur im künstlerisch gestalteten Hochdeutsch darstellbar schienen. Noch heute zählen Texte wie "Min Jehann" zu den Klassikern der Poesie.

Links
Link

Klaus-Groth-Museum und Heider Heimatmuseum

Die Homepage der Museumsinsel Lüttenheid mit Klaus-Groth-Museum und Heider Heimatmuseum. extern

Vom Müllerssohn zum Professor

Der Müllerssohn Klaus Groth stammt aus einfachen Verhältnissen. Trotzdem entwickelte er einen kaum stillbaren Ehrgeiz, Wissen anzuhäufen. Er lernte Musikinstrumente und las hohe Literatur, er informierte sich eingehend über Mathematik und Naturwissenschaften; bis zur totalen Erschöpfung trieb ihn sein selbst auferlegtes Lern- und Lesepensum. Wegen der eingeschränkten finanziellen Mittel seiner Familie war ihm ein Studium aber nicht möglich. Dennoch gelang es Groth, der häufig mit lang anhaltenden Krankheitsphasen zu kämpfen hatte, in Kiel zum Professor für deutsche Sprache und Literatur ernannt zu werden. So hatte er, der trotz seiner riesigen Popularität mit seinen Gedichten und Erzählungen nur geringe Einkünfte erzielen konnte, ein kontinuierliches Einkommen. Als Klaus Groth 1899 starb, war er einer der bekanntesten Norddeutschen seiner Zeit.

Weitere Informationen

Alle Zeitreise-Beiträge sortiert nach Datum

Hier finden Sie alle Zeitreisen des Schleswig-Holstein Magazins. mehr

Die Welt snackt Platt

Alles rund um das Thema Plattdeutsch bei NDR.de: plattdeutsche Sendungen in Radio und Fernsehen im Überblick, das Wörterbuch oder aktuelle Nachrichten. Alles auf einem Blick. mehr

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 10.02.2019 | 19:30 Uhr