Sendedatum: 08.10.2017 19:30 Uhr

Zeitreise: Heinrich Breloer und der Tod Uwe Barschels

Bild vergrößern
Eine Mischung aus Real- und Dokumentarfilm: Im Mittelpunkt von "Die Staatskanzlei" stehen echte Szenen mit Barschel und nachgestellte Szenen.

Es war ein Schock. Für viele bleibt der 11. Oktober 1987 ein Datum, das die politische Kultur der Bundesrepublik Deutschland für immer verändert hat. Es war der Tag, an dem der Tod des früheren schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Uwe Barschel bekannt wurde. In der Nacht zuvor war der CDU-Politiker in einem Hotel in Genf gestorben. Bis heute ist nicht abschließend geklärt, ob es Mord oder Selbstmord war. Was aber sicher ist: Die Vorgeschichte zu diesem Todesfall ist ein Wahlkampfjahr in Schleswig-Holstein, das begleitet war von persönlichen Anfeindungen, einer hinterhältigen Schmutzkampagne und Enthüllungen in den Medien. Ein Jahr, das mit der sogenannten Barschel-Pfeiffer-Affäre in die Landesgeschichte eingegangen ist.

Heinrich Breloer im Interview.

30 Jahre danach: Breloer über die Barschel-Affäre

Schleswig-Holstein Magazin -

Am 11. Oktober 1987 wurde Uwe Barschel tot in der Badewanne eines Genfer Hotels gefunden, bis heute ist vieles an dem Fall rätselhaft. Filmemacher Heinrich Breloer blickt zurück.

4,5 bei 8 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Selbstmord als Eingeständnis?

Weitere Informationen

Der Fall Barschel: Polit-Skandal und Tod

Einen Tag vor der Schleswig-Holstein-Wahl am 13. September 1987 platzt die Bombe: SPD-Kandidat Engholm wurde im Wahlkampf ausspioniert. Wusste Ministerpräsident Barschel davon? mehr

Zwar gab es in den darauffolgenden Monaten einen Untersuchungsausschuss. Doch auch dieses Gremium schaffte es nur zum Teil, Licht in das Dunkel der vielen offenen Fragen zu bringen. Schon früh hatte sich damals in der Öffentlichkeit die Meinung verfestigt, dass Uwe Barschel nur Selbstmord begangen haben könnte. Und dieser angebliche Suizid wurde gerne als Eingeständnis einer Mitschuld an den Machenschaften des Medienreferenten Reiner Pfeiffer hingestellt. Alles passte so gut zusammen. Die Rolle der SPD in diesem Wahlkampf und der Affäre wurde nur am Rande beleuchtet.

Breloers Blick aus der Distanz

Aber was war an der Förde wirklich geschehen? Was ließ sich Uwe Barschel wirklich nachweisen? Wer spielte in dieser Affäre im Land welche Rolle? Das sollte und wollte der Autor und Filmregisseur Heinrich Breloer herausfinden. Er kam von außen: nicht aus Schleswig-Holstein, nicht aus der Politik, nicht aus den Kreisen, die mit der Barschel-Pfeiffer-Affäre verbunden oder gar darin verwickelt waren. 1989 erschien sein Doku-Drama "Die Staatskanzlei". Und es gelang Breloer, den anderen Blick auf die Politik und die Medien zu werfen - den Blick aus der Distanz.

Veränderte Politik- und Medienlandschaft

Heute erinnert sich Heinrich Breloer an seine Dreharbeiten und Recherchen in Schleswig-Holstein in den beiden Jahren nach dem Tod von Uwe Barschel. 30 Jahre liegen dazwischen. Eine neue Generation von Politikern arbeitet im Kieler Landeshaus, die Medienlandschaft hat sich gewandelt. In einer "Zeitreise" im Schleswig-Holstein Magazin berichtet er, wie sich auch sein Blick auf Politik und Medien verändert hat durch "Die Staatskanzlei".

Weitere Informationen
mit Video

Der mysteriöse Tod Uwe Barschels

Am 11. Oktober 1987 wird Uwe Barschel tot in einem Genfer Hotel gefunden. Wie und warum starb der CDU-Politiker? Auch 30 Jahre danach gibt es zu dem Fall nur Theorien. mehr

Der Fall Barschel: Eine Chronologie

Die Barschel-Pfeiffer-Affäre ist einer der größten politischen Skandale der deutschen Nachkriegsgeschichte. Eine Chronologie der Ereignisse von 1986 bis heute. mehr

Archiv

Alle Zeitreise-Beiträge sortiert nach Datum

Hier finden Sie alle Zeitreisen des Schleswig-Holstein Magazins. mehr

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 08.10.2017 | 19:30 Uhr