Stand: 06.07.2020 19:30 Uhr

Dorfgeschichte: Reußenköge

von Thilo Buchholz

Von der Hamburger Hallig oder dem Beltringharder Koog lassen sich bei sonnigem Wetter Pellworm und verschiedene Halligen am Horizont erkennen. An diesem Wochenende ist die Sicht aber weder gut noch weit. Es regnet, stürmt und die Wolken hängen tief. Charme haben die Reußenköge dennoch: Die Schafe blöken, der Wind pustet durch die Gerstenfelder, die Rotorblätter der Windkraftanlagen drehen sich beeindruckend schnell. Sogar ein paar Touristen haben sich zum Amsinck-Haus verirrt, einer Service-Station mit Ausstellungen über den Nationalpark Wattenmeer und Fahrradverleih.

Dorfgeschichte: Reußenköge

Schleswig-Holstein Magazin -

Weiße Häuser, grüne Dächer und Windräder - das ist Reußenköge im Kreis Nordfriesland. Gerade die 80 Windkraftanlagen sind ortsprägend und fast alle der 320 Bewohner sind Gesellschafter.

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Heimatschutzarchitektur in den Kögen

Sieben Köge gehören zur Gemeinde Reußenköge: Sophien-Magdalenenkoog, Desmerciereskoog, Reußenkoog, Louisen-Reußen-Koog, Cecilienkoog, Beltringharder Koog und Sönke-Nissen-Koog. Die fast 30 Höfe sehen alle nahezu gleich aus: grünes Dach, weißes Gebäude. Das war für die damalige Bauweise dort typisch. Der Kieler Architekt Heinrich Stav begann nach der kostspieligen Eindeichung des Sönke-Nissen-Koogs im Jahr 1926 preiswert mit leichten Materialien zu bauen. Stav war damals bekannt für die Umsetzung der Heimatschutzarchitektur und für den Bau landwirtschaftlicher Gebäude. Heute stehen fast alle grün-weißen Höfe des Sönke-Nissen-Koogs unter Denkmalschutz.

Windpark gehört der Mehrheit der Gemeinde

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Geschäftsführer Dirk Ketelsen (r.) vom Dirkshof erklärt unserem Reporter Thilo Buchholz, wie er dem Klimawandel entgegenwirken möchte.

Fast jeder der rund 320 Einwohnerinnen und Einwohner ist gleichzeitig auch Gesellschafter an Windkraftanlagen. Mehr als 80 Stück stehen verteilt in der Gemeinde Reußenköge. Der Geschäftsführer der Anlagen ist Dirk Ketelsen. Transparenz sei ihm wichtig, nur dann könne man auch Akzeptanz bei Nachbarn und Anwohnern erreichen. 25 Mitarbeiter hat Dirk Ketelsen. Er wolle damit einen Beitrag zum vom Menschen verursachten Klimawandel leisten. Das ist gerade hier von Bedeutung, wo es nur eine Deichlinie gibt und die Köge und deren Bewohner durch einen Anstieg der Meere direkt betroffen wären.

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Schleswig-Holstein Magazin | 06.07.2020 | 19:30 Uhr