Sendedatum: 16.03.2020 19:30 Uhr

Dorfgeschichte: Petersdorf auf Fehmarn

von Thilo Buchholz

Petersdorf liegt auf der Ostseeinsel Fehrmarn.

Fahren oder nicht fahren? Eine Frage, die wir uns im Redaktionsteam sehr wohl gestellt haben. Die Antwort am 13. März 2020 nach der Sendung des Schleswig-Holstein-Magazins: Hinfahren. Ob das auch die Entscheidung gewesen wäre - Tage oder Wochen später? Gut, dass wir jedenfalls nach Petersdorf gefahren sind, sonst hätten wir viele Dinge nicht erfahren.

Dorfgeschichte: Petersdorf auf Fehmarn

Schleswig-Holstein Magazin -

Die Kirche St. Johannis in Petersdorf ist eine der Sehenswürdigkeiten auf der Ostseeinsel Fehmarn. Auch ein altes Gefängnis und eine alte Schule gibt es in dem Dorf.

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Alte Schule wird neuer Treffpunkt

Seit fünf Jahren spielen auf dem Hof der ehemaligen Grundschule keine Kinder mehr. Auch im Gebäude, auf den Fluren oder in den Klassenräumen ist von Kinderstimmen nichts mehr zu hören. Die Schule in Petersdorf, eine Außenstelle der Grundschule Burg, ist seit den Sommerferien 2014 verwaist.

Seit 2014 setzt sich ein Kulturverein dafür ein, die alte Schule zu einem neuen Treffpunkt zu machen. Die Petersdorfer Anwohner konnten das Aus der Grundschule nicht verhindern. Dafür haben sie sich zusammengetan und ein Konzept erarbeitet, die Schule anders zu nutzen. Die ehemaligen Klassenräume sind vermietet: In der Schule ist jetzt ein Atelier, ein Tattoo-Studio oder ein Treff für Yoga-Fans. Auch ein Computer-Club trifft sich hier regelmäßig. Die Mitglieder des Vereins haben es offenbar geschafft, die Schule zu einer neuen Begegnungsstätte zu machen.

Altes Gefängnis

Ein aus gelben Ziegelsteinen gebautes Haus: Es steht direkt am Dorfteich - wie auch einige andere Häuser. Das gelbe Haus sieht friedlich und einladend aus, der Garten frei- und großzügig geschnitten. Hier leben die Eheleute Meyer. Sie wohnen in einem alten Gefängnis. Frei- und großzügig war in den damaligen Mauern nichts. Es geht zurück bis 1836, Fehmarn stand damals unter dänischer Herrschaft. An das Gefängnis erinnern heute nur noch die Jahreszahl 1836 und ein altes Metallgitter im Fenster. Der letzte Insasse soll hier 1956 gesessen haben - zur Ausnüchterung.

Der Mittelpunkt von Petersdorf

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Eine der Sehenswürdigkeiten auf der Ostseeinsel Fehmarn: die Kirche St. Johannis in Petersdorf.

64 Linden stehen in einem Ring angeordnet. Sie erinnern an das Jahr 1864, als die Herrschaftsverhältnisse auf Fehmarn neu sortiert wurden und Preußische Soldaten die Dänen in einem Feuergefecht überraschten. Die Petersdorfer Kirche St. Johannis ist Mittelpunkt und war damals schon Blickfang für Seefahrer. Der Kirchturm, mehr als 60 Meter hoch, war im 16. Jahrhundert auf hoher See gut sichtbar und wurde als Tageslandmarke genutzt. Die Kapitäne nahmen den Kirchturm als Orientierungshilfe, um sicher durch den Belt und Sund zu segeln.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 16.03.2020 | 19:30 Uhr