Sendedatum: 23.03.2020 19:30 Uhr

Dorfgeschichte: Lütau

von Vera Vester

Anmerkung der Redaktion

Sollen wir in der aktuellen Situation eine Dorfgeschichte drehen oder es lieber sein lassen? Darüber haben wir in der Redaktion viel diskutiert. Wir haben uns vergangene Woche erst einmal dafür entschieden - und so ist unser Team vorgestern (21.03.2020) wieder ausgerückt. Allerdings erst einmal zum letzten Mal. Denn heute (23.03.2020) haben wir entschieden: In Zeiten einer Kontaktsperre werden wir auf die Dorfgeschichte erst einmal verzichten.

Wenn alles ist wie immer, spielen sie in Lütau gerne Fußball, Badminton, Tischtennis oder Skat - treffen sich beim Schützenverein, der Feuerwehr, in der Kirche oder auf dem Spielplatz. Möglichkeiten haben die 700 Menschen, die in Lütau im Kreis Herzogtum-Lauenburg wohnen, wirklich genug. Nur: Wenn all das nicht geht? Wenn sie sich, um sich vor dem Corona-Virus zu schützen, nicht in großen Gruppen begegnen dürfen, das Vereinsleben ruht? Auch dann wollen die Lütauer zusammenhalten.

Dorfgeschichte: Lütau im Herzogtum-Lauenburg

Schleswig-Holstein Magazin -

Die vorerst letzte Dorfgeschichte kommt aus Lütau im Kreis Herzogtum-Lauenburg - mit dem nötigen Abstand. Natürlich herrscht dort zurzeit ebenfalls Ausnahmezustand.

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Wirtschaft in der Region stärken

Das ist zumindest der Plan des Bürgermeisters. Einen Brief an alle Einwohner will Jürgen Awe schreiben. In diesem erklärt er, wie die Lage im Dorf ist. Außerdem fordert er die Lütauer auf, ihre Hilfe anzubieten wenn nötig oder sich zu melden, wenn man selbst Hilfe von Nachbarn braucht. Er selbst ist doppelt betroffen: Nicht nur die Verwaltung mit all den lang geplanten Projekten steht jetzt still. Auch seinen Gasthof muss er auf unbestimmte Zeit dicht machen. Für elf festangestellte Mitarbeiter musste er schon Kurzarbeit anmelden. Er hofft, dass Touristen nach der Krise umdenken, nicht quer durch die Welt fliegen, um Urlaub zu machen, sondern in der Region bleiben und die Wirtschaft hier wieder stärken.

Beistand über das Telefon

Auch Pastorin Anna Christ hat vorerst weniger zu tun: Gottesdienste müssen ausfallen, weil die Kirche nicht betreten werden darf, damit keine großen Gruppen zusammenkommen. Sie bietet den Lütauern an, sich telefonisch oder per Email zu melden, sollten sie Beistand brauchen. Verhältnismäßig viel zu tun hat momentan Enrico Hubert: Am Wochenende macht er den Garten schier und unter der Woche ist er als Lkw-Fahrer unterwegs, liefert Getränke. Er sieht die Lage noch positiv: "Ich bin seit 35 Jahren auf der Straße, aber jetzt kann man mal wieder frei fahren", lacht er.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 23.03.2020 | 19:30 Uhr