Dorfgeschichte: Krummwisch

Stand: 20.09.2021 15:34 Uhr

Die Gemeinde Krummwisch grenzt nördlich direkt an den Nord-Ostsee-Kanal und im Süden liegt die Autobahn 210 Richtung Kiel oder Rendsburg.

von Thilo Buchholz

Krummwisch hat keinen klassischen Dorfkern. Wie kleine Inseln sind die fünf Ortsteile im Gemeindegebiet verteilt: Klein Königsförde, Möglin, Krummwisch selbst, Frauendamm und Groß Nordsee. Wer vom Ortsteil im Westen in den im Osten will, ist mit dem Fahrrad knapp 20 Minuten unterwegs. "Das ist auch die Herausforderung", sagt Bürgermeister Marko Schiefelbein (AWG), die Inseln zusammenzuhalten und eine Dorfgemeinschaft zu leben.

Schöner Wohnen im Container

Die Landjugend Krummwisch, mit mehr als 100 Mitgliedern aus der Region, hat einen Rückzugsort in der Nähe des Dörpshus: einen ausgebauten Container. Darin eine Couch, ein Ofen und eine Bar. Wie ein Wohnzimmer, das die Jugendlichen umgestalten, reinigen oder einfach schöner machen. Die Langjugendlichen erneuern auch Dinge in ihrer Gemeinde, feiern Feste oder nehmen an Boßelturnieren teil. So tragen sie dazu bei, dass es trotz der langen Straßen zwischen den Ortsteilen im Dorf ein Miteinander gibt.

Kulturdenkmal Kanalschleuse

Das Kulturdenkmal im Ortsteil Königsförde © NDR Foto: Screenshot
Das alte Kulturdenkmal Kanalschleuse im Ortsteil Klein Königsförde wird von einer Initiative von Anwohnerinnen und Anwohnern gepflegt.

Ein Gemeinschaftsgefühl gibt es auch, wenn es um ein altes Kulturdenkmal im Ortsteil Klein Königsförde geht. Eine Initiative von etwa 25 aktiven Anwohnerinnen und Anwohnern kümmert sich immer mal wieder um eine historische Schleuse. Erbaut wurde sie zwischen 1776 und 1784. Sie regulierte damals die unterschiedlichen Wasserstände des alten Eiderkanals, ein etwa eineinhalb Kilometer langer Altarm. Die Anwohnerinnen und Anwohner achten darauf, dass die Schleusenmauern nicht zuwachsen, schaffen Abflussmöglichkeiten oder befreien das alte Kopfsteinpflaster von Gras.

Kanalschleuse touristischer Magnet

Die alte Kanalschleuse mit der Holländerklappbrücke ist ein beliebtes Fotomotiv für die vielen Radfahrerinnen und Radfahrer, die hier auf der NOK-Route unterwegs sind. Die Gemeinde unterstützt den Erhalt des historischen Bauwerks finanziell, auch mithilfe von EU-Fördermitteln. Wäre das Kulturdenkmal bei Touristen immer noch beliebt, wenn es zuwächst oder verfällt? Soweit wollen es die Anwohnerinnen und Anwohner nicht kommen lassen. Mit ihrer Initiative bewahren sie die Schleuse vor dem Verfall.

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Etwas älteres Paar sitzt auf dem Sofa und schaut Fernsehen. © goodluz/fotolia Foto: goodluz

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 20.09.2021 | 19:30 Uhr