Sendedatum: 27.08.2018 19:30 Uhr

Dorfgeschichte: Haselund

von Thilo Buchholz

Haselund, an der Bundesstraße 200 zwischen Flensburg und Husum im Kreis Nordfriesland, hat ziemlich viel zu bieten. Und die Hauptstraße im Dorf ist an einem Sonnabend so etwas wie der Alexanderplatz in Berlin. Nur mit dem kleinen Unterschied: Die Fahrt entlang der Hauptstraße, vom Dorfanfang bis Dorfende, dauert keine fünf Minuten. An der Hauptverkehrsader in Haselund gibt es einen Markttreff, seit 120 Jahren ein Familienbetrieb, auch einen Bäcker gibt es und einen hippen Burgerladen.

Reiterin auf Pferd

Dorfgeschichte aus Haselund

Schleswig-Holstein Magazin -

In Haselund im Kreis Nordfriesland leben rund 900 Menschen und viele Tiere. Wir schauen unter anderem bei Labrador-Züchtern, dem Burger-Imbiss "Mr. Food" und im Seniorenpark vorbei.

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Der ehemalige Dorfimbiss

Wie viele Menschen von den etwa 900 Einwohnern schon bei Lars Lensch im "Mr. Food" waren, lässt sich nur schwer schätzen. Vermutlich sind es aber eher die Jugendlichen oder jüngeren Haselunder, die bei ihm frisch zubereitete Burger essen. Stylische Glühbirnen, Preislisten am Bildschirm und ein schicker Holzfußboden: So eine Lokalität gibt es sonst eher in Großstädten. Die ersten Burger machte der 27 Jahre alte Koch in einem Food-Truck. Das Geschäft lief gut, erzählt Lars Lensch. Ein Jahr später, 2016, hat er aus dem ehemaligen Dorfimbiss "Erikas Imbiss" einen vielleicht neuen Treffpunkt gemacht.

Alte, Grund- und Gemeinschaftsschule

Abseits der Hauptstraße, in der Wohnsiedlung Haselunds, in der neue Einfamilienhäuser entstehen, gibt es auch eine Grund- und Gemeinschaftsschule. Seit dem Schuljahr 2011/2012 lernen Schüler hier jahrgangsübergreifend. Die erste und zweite Klasse werden gemeinsam unterrichtet. Und direkt nebenan, in der Alten Schule, befindet sich eine Senioren-Wohngemeinschaft. Die WG ist in einem über 100 Jahre alten Gebäude errichtet worden. In der Senioren-WG leben aktuell zehn Menschen. Alle Bewohner haben ein eigenes Zimmer, alten- und pflegegerecht. Insgesamt zwölf ältere Menschen haben hier Platz. Pflegekräfte kümmern sich um die Bewohner. Das gemeinsame Zusammenleben, vor allem in direkter Nachbarschaft zur Grund- und Gemeinschaftsschule, ermöglicht Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und ein selbstbestimmtes Miteinander.

Ally, Faxe und Evian

Wer in Haselund bei den Züchtern Maren und Ralph Christensen klingelt, der sollte sich darauf einstellen, dass ihn zunächst Hunde begrüßen. Zwölf Labradore, zwischen neun Monaten und elf Jahren alt, wollen spielen - alle auf einmal. Das Paar züchtet Labradore nach den sogenannten FCI-Standards. Die sind weltweit anerkannt. Sie gehören dem Rassezucht-Verein "Labrador-Club Deutschland" an, einer von zwei Rassezucht-Vereinen in Deutschland. Mit einem Labrador hat es vor elf Jahren begonnen. Seitdem haben die Christensens an die einhundert Welpen an Labrador-Liebhaber überwiegend in Norddeutschland verkauft. Die Käufer sind Privatleute und Familien. Die Labradore können aber auch ausgebildet werden für Therapien, Rettungseinsätze oder für Aufgaben an Schulen. Die Hunde sind nach Getränkenamen benannt. Aktuell sind sie beim Buchstaben "Q". Eine Idee wie der nächste Welpe heißen soll, haben die Christensen noch nicht. Für Ratschläge sind die beiden Züchter dankbar.

Die Fahrt entlang der Hauptstraße in Haselund dauert zwar nur wenige Minuten. Dafür ist hier aber eine Menge los. Die Menschen sind sympathisch und die Geschichten: unterhaltsam.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 27.08.2018 | 19:30 Uhr