Sendedatum: 12.08.2019 19:30 Uhr

Dorfgeschichte: Grabau

von Karin Henningsen

Grabau war einmal ein kleines, bäuerliches Runddorf. Mit den Jahren hat es sich allerdings zu einem Straßendorf entwickelt: die K17 von Schwarzenbek nach Büchen geht als Dorfstraße einmal mitten durch den Ort. Das hält die etwa 370 Menschen aber nicht davon ab, hier zu leben: Durch den guten Anschluss an die A24 ist der Ort vor allem für Berufspendler attraktiv.

Ein geschnitzter Kopf eines bärtigen Mannes steht im Dorf Grabau.

Dorfgeschichte aus Grabau

Schleswig-Holstein Magazin -

Zu Besuch in Grabau, das liegt drei Kilometer nordöstlich von Schwarzenbek im Kreis Herzogtum Lauenburg und hat etwa 370 Einwohner - und es werden immer mehr.

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Ruhig, aber nicht verkehrsberuhigt

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Die vielbefahrene Straße K17 führt mitten durch Grabau - ohne Fußgängerüberwege.

Am Ortseingang steht eine Anlage, die die Geschwindigkeit der durchfahrenden Autos misst. "An manchen Tagen werden hier Geschwindigkeiten bis zu 120 Kilometer pro Stunde gemessen", erzählt uns Anwohner Uli Grell. Und, dass sie schon bei der Landesregierung in Kiel um Fußgängerüberwege gebeten haben, die ihnen nicht bewilligt wurde. "Das wäre vor allem für die Schulkinder wichtig", sagt er, "die kommen mit dem Schulbus und müssen mitten im Berufsverkehr über die Straße."

Schöner Wohnen

Trotzdem wird Grabau als Wohnort immer beliebter: Die Nähe zu Hamburg lockt Berufspendler. Die Gemeinde hat ein kleines Neubaugebiet ausgeschrieben, Grabauer Unternehmer haben einen alten Hof in eine Wohnanlage umgebaut. "Noch im Rohbau waren bereits alle Wohneinheiten vermietet", erzählt Stefan Wacker, einer der Investoren. Ein kleines Gewerbegebiet ist in Planung, das neue Gemeindehaus steht bereits.

Hobby-Paradies

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Matthias Brambor ist leidenschaftlicher Schalke 04 Fan. Seine Einrichtung: natürlich blau-weiß.

Wenn man mit offenen Augen durch den Ort fährt, entdeckt man noch einige Menschen mit speziellen Hobbys. Einer grillt Spanferkel nach argentinischer Art. Heißt: Das Schwein ist kopfüber auf ein Gestell gebunden, gart fünf Stunden lang über offenem Feuer. Imker verkaufen ihren Honig, Rentner schnitzen in ihrer Freizeit Skulpturen. Und ein Fußball-Fan geht seiner Leidenschaft für Schalke 04 nach: Das Haus von Matthias Brambor ist innen komplett blau-weiß dekoriert. Und im Keller hat er einen kleinen Schrein gebaut. Sein wichtigster Deko-Artikel: Seine erste Eintrittskarte ins Parkstadion von 1991. "Wann immer es passt, fahren meine Frau und ich mit anderen Fans nach Gelsenkirchen zu den Heimspielen", erzählt er stolz. Der lange Weg? Kein Problem. "Man ist von hier aus ja schnell auf der Autobahn", meint er.

Das Fazit: Es wohnen viele nette Menschen in Grabau. Und alle hoffen, dass irgendwann doch einmal die Fußgängerüberwege über die viel befahrene Dorfstraße genehmigt werden.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 12.08.2019 | 19:30 Uhr