Stand: 13.07.2020 19:30 Uhr

Dorfgeschichte: Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog

von Vera Vester

Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog: Noch nie gehört? Bestimmt aber schonmal vorbeigefahren – auf dem Weg nach Sylt. Am Koog brettert der Zug entlang, wenn er zur Insel will oder wieder zurück aufs Festland. Der erste Eindruck: viel Weite, viel Platz, viel Natur, viele Schafe, viel Wind. Letzteren nutzen sie hier: 1991 entstand, so berichtet es der Bürgermeister, auf dem Gemeindegebiet Europas erster Bürgerwindpark. Auch wenn es, wie fast überall, auch hier vereinzelt Menschen gab, die keine Lust hatten, die großen Windränder vor der Nase zu haben, sind mittlerweile doch alle mit an Bord. 160 Einwohner hat Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog. Ohne die lukrativen Windkraftanlagen wäre es nur noch die Hälfte, glaubt Bürgermeister Christian Nissen.

Dorfgeschichte: Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog

Schleswig-Holstein Magazin -

Geht es nach den Bewohnern des Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koogs, lohnt sich ein Besuch wegen der Ruhe - aber auch Menschen mit interessanten Projekten oder einen alten Tassenpegel sind hier zu finden.

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Baumhaus bauen und Kaffee rösten

Auch Arne Möbest profitiert von der Windenergie: Er arbeitet in der Branche. Aber auch privat hat er mit drei Kindern genug zu tun: Baumhaus bauen zum Beispiel. Nachdem ihm durch einen Blitzeinschlag ein großer Baum im Vorgarten weggebrochen ist, kam er auf die Idee, dieses Projekt anzugehen. Einen richtigen Plan, wie man so ein Baumhaus baut, hat er nicht, aber er und seine Kinder sind sicher, dass es irgendwann steht.

Auch Ulrike Russok ist sich sicher, dass ihr Plan aufgeht: Sie hat sich ihren Traum erfüllt und eine eigene Kaffeerösterei eingerichtet. Schon lange beschäftigt sie sich mit Kaffee, jetzt röstet sie ihn selbst und versucht, ihn übers Internet und verschiedenen Gastronomen anzubieten.

Alter Tassenpegel

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Mit diesem Türmchen konnte man früher den Wasserpegel messen.

Eine Besonderheit gibt es im Koog noch: ein alter Tassenpegel. Das ist ein kleines Türmchen aus Stein mit vielen kleinen Treppenstufen im Innern. Auf jeder Stufe stand früher eine Tasse. Als die Nordsee noch weiter ins Landesinnere reichte, wurde der Turm überflutet. Wenn das Wasser sich zurückzog, konnte man nachsehen, welche Tassen mit Wasser gefüllt waren, eher die unteren oder auch die oberste. So konnte man den Wasserpegel ablesen.

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Schleswig-Holstein Magazin | 13.07.2020 | 19:30 Uhr