Stand: 10.08.2020 19:30 Uhr

Dorfgeschichte: Dänschendorf

von Carsten Prehn

Fehmarn, die "Sonneninsel", macht an diesem Wochenende ihrem Beinamen alle Ehre: 33 Grad - und kaum jemand auf der Straße. Jedenfalls nicht in Dänschendorf, dem Dorf im Nordwesten der Insel. Die rund 300 Einwohner sind entweder mit dem Bettenwechsel beschäftigt, zur Weizenernte auf dem Acker, oder sie haben sich in den Schatten zurückgezogen. Oder sie machen’s wie ihre Gäste und baden am etwa drei Kilometer entfernten Strand der Ostsee, denn die verspricht Abkühlung.

VIDEO: Dorfgeschichte aus Dänschendorf (4 Min)

Schlachter, Läden, Kneipen: Alles dicht!

Ferienwohnungen gibt’s reichlich in Dänschendorf, außerdem vier Bauernhöfe im Vollerwerb, aber sonst? "Früher hatten wir drei Schlachter - weg! Zwei Läden - weg! Drei Kneipen - alle weg, dicht, Feierabend!", fasst Landwirt Wilhelm Becker die Lage zusammen. Allerdings mit einem Lächeln, denn trotzdem kriegen Insulaner und Urlauber auf Fehmarn alles, was sie zum Leben brauchen. Nur müssen sie dann eben nach Petersdorf oder Burg fahren.

Sportclub mit vielen Sparten

Bei sengender Sonne verirrt sich natürlich niemand auf den Sportplatz des FC Dänschendorf. Deswegen ist schon am Freitagabend das Training der Herren abgesagt worden - einfach zu heiß! Neben Fußball bietet der Verein Sparten von Baseball über Gymnastik und Turnen bis hin zu Prellball und Plattsnacken. Hans-Jürgen Offenborn engagiert sich - wie schon sein Vater - ehrenamtlich im Club und stellt sich bei Bedarf im Vereinsheim, dem "Haus des Gastes", auch mal hinter den Tresen. "Dänschendorf spricht sich "Dennschendorf", wie der allgemeine Fehmaraner sagt. "Dehnschendorf" sagen nur Touris und Tagesgäste aus Europa", meint er und schmunzelt.

Ausgebuchter Campingplatz

Zum Dorf gehört etwas außerhalb die Siedlung Altenteil. Und zu Altenteil wiederum gehört Belt-Camping Fehmarn, direkt hinter dem Deich. Der so ostseenahe Campingplatz ist ausgebucht und hat wegen der großen Nachfrage die Saison bis zum 24. Oktober verlängert; sonst wäre am 1. Oktober Schluss gewesen.

"Kunekune" als Attraktion

Ein Schwein auf einer Wiese blickt in die Kamera. © NDR
Die neuseeländischen Weideschweine Guido und Frido sind eine der Attraktionen des Dorfes.

Auch Nele und Tobias Timm haben das Haus voller Feriengäste. Ihren Lubblerhof mitten im Ort betreiben die beiden nebenbei, aber mit Begeisterung und Leidenschaft. Und hier im Obstgarten sind, zumindest für Gästekinder, zwei Attraktionen zu Hause: Guido und Frido sind neuseeländische Weideschweine, die überhaupt nicht streng riechen und sich gerne kraulen lassen, wenn sie nicht gerade dringend fressen müssen. "Dänschendorf ist herrlich!", meint Nele, die selbst aus Kiel stammt. "Alle sind sehr, sehr nett, und die gute Nachbarschaft sorgt für eine geradezu familiäre Atmosphäre."

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Etwas älteres Paar sitzt auf dem Sofa und schaut Fernsehen. © goodluz/fotolia Foto: goodluz

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 10.08.2020 | 19:30 Uhr