Sendedatum: 30.07.2018 19:30 Uhr

Dorfgeschichte: Behrendorf

von Thilo Buchholz

Behrendorf ist vielen Insidern ein Begriff, sei es durch die gute Pferdezucht oder auch durch Hand verarbeitete Lederprodukte.

Behrendorf: Hier spricht Alt und vor allem Jung plattdeutsch. Egal, ob bei Veranstaltungen, auf der Straße oder bei Bäcker Hans Hinrichsen. Hier grüßen sich die Einwohner egal, ob morgens, mittags oder abends mit: "Moin, Moin". Das Dorf liegt in der Nähe von Husum und den Bundesstraßen 5, 200 und 201. Wie viele Urlauber an dem letzten Juli-Wochenende, an dem übrigens alle Bundesländer gemeinsam Ferien haben, hier entlang fahren, lässt sich nur schwer schätzen. Auf den Bundesstraßen jedenfalls schiebt sich am Nachmittag in Richtung Norden eine beinah unendlich lange Blechlawine aus Wohnmobilen, Bullis und Pkw mit Fahrradanhängern mehr oder weniger vorbei an der Gemeinde, in der etwa 560 Einwohner leben.

Windkraft im Ort

Behrendorf ist ein typisches Geestdorf und überwiegend landwirtschaftlich geprägt. In der Gemeinde gibt es 25 Landwirte und etwa 20 Unternehmer, die hier ihr Gewerbe betreiben. Was den Urlaubern bei einer Durchfahrt auffallen würde, das sind die vielen Windkraftanlagen. Insgesamt 16 stehen in der Gemeinde verteilt auf zwei Bürgerwindparks. Die Windkrafträder sind etwa 150 Meter hoch, haben einen Rotordurchmesser von 100 Metern und stehen nicht näher als 800 Meter zu den Häusern. Die Akzeptanz für Windenergie ist vorhanden, so der Bürgermeister Jens Andreas Carstensen.

Das Dorf: Mekka für Pferdesport

Behrendorf ist weit über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt für Pferdezucht und Reitsport. Der "Reit- und Fahrverein Obere Arlau", der jedes Jahr mehrere Turniere auch mit internationaler Beteiligung ausrichtet, hat mit seinen vielen aktiven Mitgliedern zur Bekanntheit beigetragen. Er veranstaltet für ganz Norddeutschland eines der größten Turniere für Dressur und Springen bis zur höchsten Klasse. Bei der Fohlenauktion im Herbst treffen sich Käufer aus dem In- und Ausland, um einen der begehrten "Holsteiner" zu erwerben.

Husum, Rom, Behrendorf

Ein Hauch von Italien liegt in der Luft, denn Ute Matthiesen-Gödecke hat hier ihre Lederwaren-Manufaktur. Taschen, Schuhe, Gürtel, Geldbörsen - alles Handarbeit. Die Stoffe und Materialien dafür kauft die gebürtige Husumerin in Italien. In Rom ist die gelernte Gewandschneiderin etwa zehn Mal im Jahr. Seit 26 Jahren entwirft sie Lederwaren, die sie dort in drei Täschnereien und einer Schuhmacherei anfertigen lässt. Ihre Produkte spiegeln die lange Tradition des italienischen Handwerks wieder, erzählt sie. Für neuen Input besucht die Designerin in ganz Europa Messen und Modeschauen. Bei ihren Kunden in Deutschland beispielsweise ist sie persönlich in regelmäßigen Abständen. Ihren Mann, ein Behrendorfer, hat sie in Italien kennengelernt. Gemeinsam mit ihm führt sie den Betrieb und das Label "La Bora Roma". Bei ihr kommen aber nicht nur modebewusste Menschen auf ihren Geschmack. Auch für Feinschmecker hat Ute Matthiesen-Gödecke etwas parat. Direkt neben ihrer Werkstatt, im Verkaufsraum, hat sie auch ein Café. Dort gibt es typisch italienische Küche. Die Designerin kann auch kochen: italienische Pasta - macht sie natürlich selbst.

Weitere Informationen

Alle Beiträge sortiert nach Datum

Hier sehen Sie alle Beiträge der letzten zwölf Monate aus unserer Rubrik "Dorfgeschichten". mehr

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 30.07.2018 | 19:30 Uhr