Rund um den Michel

Venedig des Nordens

Sonntag, 16. Juni 2019, 18:00 bis 18:45 Uhr
Montag, 17. Juni 2019, 02:15 bis 03:00 Uhr

Julia-Niharika Sen moderiert Rund um den Michel

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Hamburg kann sich mit Fug und Recht als "Venedig des Nordens" bezeichnen, es hat nicht nur sechsmal so viel Brücken wie die Lagunenstadt, sondern auch deutlich mehr Kanäle. Allein 22 Kanäle rund um die Alster und 17 ehemals tidenabhängige Fleete in Innenstadt und Hafen prägen das Gesicht der Hansestadt.

Rund um den Michel erzählt deshalb Geschichten, die auf und an den Wasserwegen spielen. Wir erfahren, dass die Kanäle einst angelegt wurden, um Fabriken mit Rohstoffen zu beliefern und werfen einen Blick in die ehemaligen Industriegebäude, die heute oft ganz anders genutzt werden. Außerdem besuchen wir den Bootsverleih "Die Gondel", begleiten einen Angler beim Streetfishing in der Altstadt und stärken uns mit ofenwarmem Kuchen, den das Café Canale seit zehn Jahren direkt im Boot serviert. Wie es sich auf einem Hausboot lebt und welche Zukunftsvisionen es für diese Wohnform gibt, schildert uns ein Architekt in Hammerbrook. Und wir erleben das legendäre Feuerwerk anlässlich des japanischen Kirschblütenfestes in einem Boot auf der Alster. Das alles und mehr bei Rund um den Michel.

Bootsverleih "Zur Gondel"

Mehr Brücken als Venedig hat Hamburg bekanntermaßen ohnehin - und seit rund 20 Jahren sieht man sogar hin und wieder Gondolieri über die hiesigen Kanäle rudern. Einer von ihnen ist Bodo Vater, der für den Bootsverleih "Zur Gondel" in Barmbek arbeitet und verliebte Pärchen auf romantische Fahrten über die Kanäle mitnimmt. Wir begleiten ihn bei einer solchen Fahrt mit einem Ehepaar, das gerade seine Goldene Hochzeit feiert.

Eine Ode an die Brücken

Die Köhlbrandbrücke kennt ja jeder, auch die Krugkoppelbrücke ist den meisten bekannt, ganz zu schweigen von der Lombardsbrücke. Aber was ist mit den Kleinen, den Feinen, die nicht so bekannt sind, aber täglich genutzt werden.  Bernd Duckstein haben es die Brücken in Hamburg einfach angetan. Rund 2500 soll es in der Hansestadt geben - nicht alle haben einen Namen, aber alle haben ihre Berechtigung. Auf seinen Brückentouren durch die Hamburger Innenstadt hat er sich auch mal derer angenommen, die nicht so populär sind, aber witzige Geschichten zu erzählen haben.

Der Stadtangler

Angeln direkt an den Kanälen und Fleeten der Stadt: Streetfishing heißt diese besondere Art des Angelns in der Fachsprache und in Hamburg ist es besonders beliebt: Mehrere tausend Hobbyfischer umfasst die Szene in der Hansestadt. Auch Tobias Dreimann gehört dazu. Mehrmals die Woche hält er seine Rute in die Fleete der Altstadt. Oftmals auch direkt nach Feierabend. Rund um den Michel hat den Stadtangler auf seiner Suche nach dem Zander in Hamburgs Gewässern begleitet.

Kanäle: Von den Ursprüngen bis zur Gegenwart

Hamburg die Stadt der vielen Brücken: Sie überqueren Gewässer, die oft von Menschenhand angelegt oder zusätzlich erweitert wurden, um Abwässer zu entsorgen, Baumaterial oder Rohstoffe zu transportieren. In der ganzen Stadt finden sich solche ehemaligen Bäche, die nun als Kanäle das Gesicht der Stadt prägen. Wir haben uns auf Spurensuche ihrer Entstehung begeben und besuchen Orte, an denen alte Fabriken zu neuem Leben erwacht sind. Die ehemaligen Industrie- Kanäle sind heute Freizeit- Oasen für Großstädter geworden.

Café Canale

Wenn es sich auf dem Mühlenkampkanal im Sommer staut, dann ist ziemlich sicher das Café Canale der Grund dafür: Aus dem Küchenfenster ihres Cafés verkauft Monika Deichmann seit rund zehn Jahren Eis, Kuchen und Getränke und zwar nicht nur to go, sondern to boat. Rund um den Michel hat das rege Treiben im Wasser und in der Küche an einem sonnigen Wochenende beobachtet

Hausboot in Hammerbrook

Auf manchen Kanälen in Hamburg verwirklicht sich für wenige Glückliche das, wovon viele träumen: das Leben auf dem Hausboot. Am Mittelkanal im östlichen Stadtteil Hammerbrook, wo sich nach den Zerstörungen im zweiten Weltkrieg vor allem Industrie und Bürogebäude angesiedelt haben, hat sich der Architekt Daniel Wickersheim seinen ganz persönlichen Wohntraum erfüllt: ein modernes, edel gestaltetes  Hausboot, gebaut nach neuesten ökologischen Gesichtspunkten. Zusammen mit anderen Hamburger Architekten arbeitet er außerdem unter dem Namen "coop water house" daran, mehr Hausboot in Hamburg aufs Wasser zu bekommen.

Interview mit Tobias Haack - Chef der Hadag und Alstertouristik

Der Schiffsbauingenieur Tobias Haack hat schon als Kind gerne den Binnenhafen in seiner Heimatstadt Duisburg besucht. Nach seinem Studium hat er dann auf einer Werft in Flensburg gearbeitet und zuletzt eine Reederei auf Vancouver Island gleitet, bevor er vor einem Jahr als neuer Chef der Alstertouristik nach Hamburg kam. Mit Julia-Niharika Sen spricht er im Interview über die Vergangenheit und die Zukunft der Alsterschifffahrt, die in diesem Monat 160 Jahre alt wird.

Das Winterhuder Fährhaus

Wie sehr sich Orte, Menschen und Geschichten manchmal miteinander verweben, zeigen einige Beispiele entlang von Hamburgs Kanälen. Das Theater Winterhuder Fährhaus ist so ein Fall - 1988 gegründet, hat es seitdem das Leben einer Frau begleitet. Seit zwei Jahren ist Britta Duah die Leiterin hier - aber schon als Zehnjährige war die Komödie ihr zweites Zuhause.

Reportage Kirschblütenfest

Alsterdampfer, Kanus, Tretboote, aber nur wenige Segelboote...: auf der Alster ist immer ziemlich viel los. An einem Tag im Jahr allerdings kommen sie aus allen Kanälen zusammen auf die Außenalster: beim von der Japanischen Gemeinde veranstalteten Kirschblütenfest mit Feuerwerk. Schon am frühen Abend schippert gefühlt halb Hamburg auf dem aufgestauten Fluss. Wer da mit einem Segelboot dazwischen will, muss gut navigieren können.

Fleetenkieker

Hamburg hat auch etwas ganz besonderes, was es so sonst nur in Glückstadt und Bremen gibt: Fleete. So wurden in Hamburg die schiffbaren Kanäle bezeichnet, die bis zum Ende des 19. Jahrhunderts die Lebensadern für den Warenumschlag der Stadt waren. Da die Hamburger hier ihren Unrat entsorgten und die Tide immer wieder Schlick in die Fleete spülte, gab es seit Mitte des 16. Jahrhunderts den Beruf der Fleetenkieker. Sie waren dafür verantwortlich, die wichtigen Wasserstraßen schiffbar zu halten. Heutzutage sorgen die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Vereins Fleetenkieker e.V. dafür, dass Kanäle und Fleete nicht zumüllen.

 

Redaktionsleiter/in
Sabine Rossbach
Produktionsleiter/in
Edgar Rygol
Redaktion
Susanne Dobke
Moderation
Julia-Niharika Sen