Rund um den Michel

Hamburgs Süden

Sonntag, 14. Juli 2019, 18:00 bis 18:45 Uhr
Montag, 15. Juli 2019, 01:30 bis 02:15 Uhr
Dienstag, 16. Juli 2019, 06:35 bis 07:20 Uhr

Mit Wasserschildkröten tauchen oder auf Almwiesen wandern und anschließend Kaiserschmarrn essen, das klingt nach Urlaub im Süden. In Hamburgs Süden. Denn all das kann man im Stadtgebiet südlich der Elbe erleben. Am Hohendeicher See zum Beispiel, in dessen Nachbarschaft Leute den Sommer in Pfahlbauten verbringen, fast ein bisschen wie in Asien. Auf dem gewaltigsten Höhenzug Hamburgs, den Harburger Bergen, gab es früher sogar mal ein Skigebiet. Auf 79 Metern über Normalnull. Im Südosten liegt auch Hamburgs Dreistromland: durchflossen von Dove- und Gose-Elbe sowie von der Bille. Süße Früchte, Kirschtomaten und Zucchini gedeihen hier in einem der größten zusammenhängenden Obst- und Gemüseanbaugebiete Norddeutschlands.

Die Biergarten-Geschwister

In Wilhelmsburg gibt es zwei Biergärten, die quasi miteinander verwandt sind. "Willi Villa" und "Zum Anleger" heißen die beiden. So unterschiedlich die Namen, so unterschiedlich sind die Biergartengeschwister. Willi ist klein und hip, der Traditionsbetrieb  "Zum Anleger" ist eher ruhiger und bietet massig Platz. Verbunden sind die beiden Locations nicht nur durch Besitzerin Sofija, sondern auch durch das Wasser, an dem beide liegen. Sportliche Besucher können also von Willi zum Anleger paddeln und zurück.

Hohendeicher See genannt Oortkatener See

Hamburgs Norden hat seinen berühmten Elbstrand in Övelgönne, der Süden seine hervorragenden Badeseen. Ein besonders beliebtes Ziel: Die Marschlande in Ochsenwerder direkt an der Elbe. Hier liegt der Hohendeicher See - den die meisten aber Oortkatener See nennen - nach einem Ortsteil von Ochsenwerder. Wasser, Sonne, Camping und Grill sind hier die Zutaten für einen perfekten Nachmittag wie im Urlaub.

Alpine Harburger Berge

Hamburg kann auch alpin - in den Harburger Bergen. Der professionelle Skifahrer und Bergsteiger kann natürlich die Harburger Berge nicht als Herausforderung annehmen. Trotzdem sind Hamburgs Alpen nicht zu unterschätzen, was ihren alpinen Erholungsfaktor angeht. Erholung, vor allem durch körperliche Aktivität an der frischen Luft. Man kann hier Mountainbiken oder Wandern und es gibt sogar ein Skigebiet. Hier befindet sich auch der höchste natürliche Punkt Hamburgs, den man suchen muss, da er in einem Naturschutzgebiet liegt. Wurde er gefunden, wird man mit einem Eintrag ins Gipfelbuch belohnt. Und wer sich dann richtig ausgepowert hat, kann die müden Glieder beim Hüttenzauber der Kärntner Hütte ausruhen lassen. Bei Kaiserschmarrn und Leberkäs.

Weitere Informationen

Auf Gipfeltour in den Harburger Bergen

Im Süden Hamburgs An der Grenze zwischen Hamburg und Niedersachsen liegen die Harburger Berge. Steile Anstiege und enge Täler machen das Gebiet sowohl für Wanderer als auch für Mountainbiker attraktiv. mehr

Interview mit Bootsbaumeister Gorch von Blomberg

Im Interview mit dem Bootsbaumeister Gorch von Blomberg erfährt Julia-Niharika Sen mehr über die Geschichte des Harburger Binnenhafens. Zum Beispiel, dass der König von Hannover ihn bauen ließ nach Vorbild der Londoner Docklands und dass Harburg der wichtigste Standort für den Umschlag von Pflanzenölen in ganz Europa war, aber auch, wer heute den Hafen wiederbelebt und welche interessanten Veranstaltungen dort stattfinden.

In den Vier-und Marschlanden

"An Apple a day keeps the doctor away", heißt es (Ein Apfel am Tag hält den Doktor fern). Und woher kommt der Apple? Klar, aus dem Alten Land, kennt jeder. Malerisch an der Elbe gelegen und allein wegen der Apfelblüte ein beliebtes Ausflusgziel. Nicht westlich, sondern östlich der Elbe, befinden sich ebenfalls Apfelbäume. Viel mehr noch: Gemüseanbau, Blumen- und Viehzucht, Ackerbau. Alles auf 132 Quadratkilometern. Kurzum: auf knapp einem Fünftel der Stadtfläche. Die Vier- und Marschlande sind ebenso ertragreich, aber längst nicht so bekannt wie das Alte Land. Grund genug, sie genauer kennenzulernen. Wir machen eine Tour zu einem Mitmachgarten, einem Zuchtbetrieb für Bullen und einer Blumenzucht. Alle vorgestellten Betriebe kann man am 20. und 21.Juli auch besichtigen, bei der Aktion "Leben auf dem Lande".

Das Electrum: Harburgs Museumskleinod

Electrum, so heißt ein Museumsparadies für alle, die gern Knöpfe drücken. Etwas versteckt liegt das Electrum in Harburg, aber das tut dem Charme des Museums für Elektrizität keinen Abbruch. Mehr als 1.000 Exponate werden hier ausgestellt. "Alles, was Knöpfe hat", wie Manfred Matschke zu sagen pflegt, der schon seit den 70ern das Museum führt und hier wohl jeden Draht kennt, der verlegt wurde. Elektrische Geräte aus rund 130 Jahren haben sie zusammengesammelt. Da kommen einige Skurilitäten zusammen, die teilweise auch noch funktionieren. Wie zum Beispiel eine "Juke-Box" aus dem 19. Jahrhundert. Ganze 45 Sekunden spielten die Stücke. Oder der Urvater der Video-Spiele: Tele-Ping-Pong. Anfassen und ausprobieren ist im electrum an sehr vielen Stellen ausdrücklich erwünscht.

Urban Home Hotel: Urlaub in Wilhelmsburg

Wer Urlaub im Süden macht, muss auch irgendwo übernachten. Das haben sich auch Marina und Martina Noori gedacht. Die beiden sind Schwestern, kommen aus Hamburg - nördlich der Elbe - und haben sich dazu entschieden, ein eigenes Hotel zu eröffnen: in Wilhelmsburg. Eigentlich lieben sie die quirlige Sternschanze, das gediegene Flair von Winterhude. Und doch ist Wilhelmsburg der Ort geworden, an dem sie ihren Traum verwirklichen. In ihrem "Urban Home Hotel" wollen sie Gäste empfangen, die genau so gerne reisen wie sie. Mit ebenso offenen Augen für Neues. In diesem Fall: für das bunte und quirlige Wilhelmsburg.

Hausboot-Verleih am Neuländer Hauptdeich

Harburg und Wilhelmsburg sind durchzogen von Kanälen und Elbarmen und entfalten vom Wasser aus einen ganz besonderen Charme: An den Ufern wechseln sich Industrie und Natur mit unzähligen kleinen Häfen ab. Michael Oehmcke und Jan Sailer würden diese Perspektive gern mehr Menschen ermöglichen - und Boote vermieten, am liebsten selbst entworfene Hausboote. Dafür braucht man allerdings eine Hafenfläche und die sind rar in Hamburg. Am Neuländer Hauptdeich in Harburg sind sie letztes Jahr endlich fündig geworden. Seitdem sind die zwei Freunde für ihr Herzensprojekt im Dauereinsatz.

Airport Fischbek

Berlin hat gleich drei Flughäfen und Hamburg nur einen? Weit gefehlt, denn auch in Hamburgs Süden kann man abheben. Der Erste, der das hier versuchte, war übrigens ein Fahrrad-Händler. Auf einem selbst gebauten Flug-Apparat unternahm er 1910 die ersten Flugversuche - in der Fischbeker Heide. Heute bauen die Mitglieder des Segelflugclubs hier an jedem Wochenende ihren Tower auf und starten durch. Im Segelflugclub Fischbeker Heide werden sogar Gästeflüge angeboten. Zehn Minuten kosten 35 Euro.

Der Hafenoptiker am Binnenhafen

Bei ihm ist alles Handarbeit: Karsten Brücher hat sich eine eigene kleine Brillen-Manufaktur in einem alten Bauwagen im Harburger Binnenhafen aufgebaut. Als "Hafenoptiker" repariert er alte Brillen und stellt auch eigene neue Modelle her. Sein Ziel: der in Asien billig produzierten Massenware norddeutsche Handarbeit entgegen zu setzen.

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