Rund um den Michel

Hamburger Familienbande

Sonntag, 21. November 2021, 18:00 bis 18:45 Uhr
Montag, 22. November 2021, 01:55 bis 02:40 Uhr
Donnerstag, 25. November 2021, 08:15 bis 09:00 Uhr

Eine Stadt ist immer nur so vielfältig, interessant und erfolgreich, wie die Menschen, die in ihr leben. Hamburg gilt als eine der attraktivsten Städte Deutschlands. Nicht nur wegen ihrer Lage an Alster und Elbe oder der Kunst oder Architektur. Hier leben eine Menge interessanter Menschen, oft Familien, die schon seit Generationen den Charakter der Stadt prägen und sie zu dem machen, was sie ist - einmalig.

Der Zunftladen

In dem Spezialladen für Berufsbekleidung gehen Wandergesellen ein und aus. Denn das kleine Familienunternehmen in Altona hat sogar eine eigene Manufaktur für Zunftbekleidung. Vieles wird nach den individuellen Wünschen der Kundschaft maßgeschneidert. Seit 53 Jahren leitet Jutta Gaden das Geschäft für Arbeitskluft, obwohl sie ursprünglich in der Modebranche Karriere machen wollte. Ihr Vater hat den Betrieb 1906 gegründet. Jutta Gaden steht auch mit 89 Jahren noch jeden Tag im Laden, genauso wie ihr 71-jähriger Sohn Michael und ihre beiden Enkelkinder. Die Liebe zur Zunft ist eben Familiensache.

Das Dim Sum Haus

Ein Dach über dem Kopf und ein Schwein: das ist das kantonesische Schriftzeichen für Familie. Seit 1964 führt die Familie Kwong das legendäre Dim Sum Haus am Hauptbahnhof. Mittlerweile hält Sohn Dennis die Fäden zusammen, in 3. Generation. Aber auch seine über 70-jährigen Eltern kommen noch jeden Tag ins Lokal. Nachdem das Restaurant zu Beginn der 2000er fast keine Gewinne mehr machte und kurz vor der Insolvenz stand, gelang es Dennis und seiner Frau das traditionelle Lokal fit zu machen fürs ins 21. Jahrhundert - dabei trotzdem die bewährten Rezepte des Opas auf der Karte zu lassen.

Das jüdische Kammerorchester

Seit 1700 Jahre gibt es jüdisches Leben in Deutschland. Das Jubiläum wird dieses Jahr bundesweit gefeiert. In Hamburg möchte eine Familie die Tradition bewahren und in die Zukunft führen - und hat das jüdische Kammerorchester gegründet.

Die Wunderland-Brüder

Am Anfang stand die verrückte Idee der Zwillingsbrüder Frederik und Gerrit Braun: in die historische Speicherstadt sollte eine kleine Eisenbahnwelt einziehen. Die Idee wurde Wirklichkeit und zu einer Erfolgsgeschichte. Das Miniatur Wunderland ist inzwischen die größte Modelleisenbahn der Welt und Deutschlands größte Touristenattraktion - und nun wird sie noch größer. Wir werfen zusammen mit den Brüdern einen exklusiven Blick auf die Zukunft des Miniatur Wunderlands, das gerade um eine gläserne Brücke über den Fleet wächst, wo ab nächstem Jahr in einem komplett umgebauten Speichergebäude neue Miniatur-Welten erschlossen werden.

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Besucher im Hamburg-Abschnitt des Miniatur Wunderlandes in Hamburg. © Miniatur Wunderland Hamburg

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Von der Elphi bis zur Copacabana: Zehn fantasievolle Mini-Welten umfasst die riesige Modelleisenbahn-Anlage in Hamburg. mehr

Teehandelsdynastie Scheibler

Seit 125 Jahren prägt die Familie Scheibler den Teehandel in Hamburg. Im 19. Jahrhundert wanderten sie nach Shanghai aus und verkauften von dort Tee nach Hamburg. Heute handeln sie von der Hansestadt aus mit den geschmackvollen Blättern. Der Michel hat einen Blick ins alte Kontorhaus der Familie geworfen.

Familie vom Milchhof

Es gibt Nachwuchssorgen auf den Höfen, denn kaum einer will die harte Arbeit noch machen. In Hamburg gibt es nur noch elf Milchviehhöfe. Der 21-jährige Landwirt Malte muss täglich beweisen, dass er in der Lage ist, den Betrieb seiner Eltern mit 370 Kühen einmal zu übernehmen, Das bedeutet: frühmorgens Kühe melken, die Kälber versorgen, die Feldarbeit erledigen. Seine 17-jährige Schwester geht noch zur Schule, aber nachmittags hilft auch Merle bei der Hofarbeit. Auch sie will Landwirtin werden und zusammen mit ihrem Bruder einmal den elterlichen Milchviehhof in Neuengamme in den Vierlanden führen. Malte und Merle können sich nichts Besseres vorstellen. Damit sind die beiden Geschwister eine Ausnahme.

Kiez in Familienhand

Der Kiez war schon immer bunter und rebellischer als der Rest der Stadt. Schon Ende des 19. Jahrhunderts sammelten sich Seeleute, Gaukler, Erotik-Gewerbe und Schauspieler vor dem Millerntor. Neben Armut gab es aber auch immer einen besonderen Zusammenhalt auf St. Pauli. Und Familien, die ihn mit ihrem Herzblut prägen.

Eine davon ist Familie Faerber, die seit 1879 das Panoptikum betreibt. Gründer Friedrich Herrmann Faerber stellte die kunstvollen Figuren aus Wachs noch selbst her. Susanne Faerber ist nun schon die fünfte Generation, die das berühmte Wachsfigurenkabinett auf dem Spielbudenplatz in die Zukunft führt.

Rosita Samac hingegen kam erst mit 16 Jahren auf den Kiez, als sie einen St. Paulianer heiratete. Inzwischen ist die Kultwirtin der "Holstenschwemme" 72 Jahre alt und hat ihre eigene Kiezdynastie begründet. Ihre Kinder und Enkel helfen ihr, die Kultkneipe zu erhalten und 40 Jahre spannender Kiezgeschichte weiterzugeben. Und bald wird sie schon zum zehnten Mal Uroma.

Die Hafenschipperfamilie

"Jan Ehlers", "Hiltrud Ehlers", "Anita Ehlers" - sie sind ziemlich laut, sturmerprobt und tonnenschwer - alle drei Hafenbarkassen. Den Namen "Ehlers" tragen sie nicht von ungefähr: Seit 1927 bereits schippern die Barkassen der Familie Ehlers durch den Hamburger Hafen. Da kommen schon einige (Schiffs-) Namen und Generationen zusammen. Aktuell wird das Familienunternehmen in vierter Generation von Klaus Ehlers und Birgit Ehlers-Braatz geleitet. Und auch die fünfte Generation, Jan und Anita Ehlers, sind nach der Schule ins Unternehmen eingestiegen. Gemeinsam bietet die Ehlers-Familie Hafenrundfahrten jeder Art an. Auf ihre lange Familientradition im Hamburger Hafen sind sie stolz: Ein Ehlers gehört auf die Elbe, ganz klar.

Die Beraterin für Familienunternehmen

Hamburg gilt als die Hauptstadt der Familienunternehmen. Hier sitzen die meisten und die Umsatz stärksten. Doch immer wieder kommt es zu Problemen, wenn Kollegen gleichzeitig Verwandte sind, die Geschäftsführung gleichzeitig die Eltern. Susanne Dahncke hat sich als Coach auf Familienunternehmen spezialisiert. Die Konflikte, die in Familienunternehmen auftauchen können, kennt sie nur zu gut, schließlich sollte sie einst selbst die Firma ihres Vaters übernehmen.

Produktionsleiter/in
Andy Kaminski
Redaktionsleiter/in
Sabine Rossbach
Redaktion
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Moderation
Theresa Pöhls

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